Lebrecht von Klitzing demnächst in "Bioelectromagnetics" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 09.12.2012, 16:26 (vor 2538 Tagen)

Glaubt man dem hier zu findenden Kommentar, meldet sich Dr. Lebrecht von Klitzing (LvK) nach einer Phase der Stille auf ungewöhnliche Weise zurück. Er hält diesmal nicht im Hinterzimmer einer Gaststätte vor verunsicherten Bürgern einen Vortrag über die seiner Meinung nach realen biologischen Risiken des Elektrosmogs, sondern publiziert mit Co-Autor Dr. med. Andreas Tüngler in der Fachzeitschrift Bioelectromagnetics (demnächst) den Artikel "Mobile Phones, Electromagnetic Hypersensitivity, and the Precautionary Principle". Angeblich soll die Veröffentlichung den wissenschaftlichen Nachweis dafür liefern, dass W-LAN wegen einer "besonderen Pulscharakteristik" extrem hohe Belastungen verursacht.

Es wäre das erste mal, dass von Klitzing in Bioelectromagnetics publiziert, allerdings ist der Hinweis in dem verlinkten Kommentar auf das Jahr 2012 wohl zu optimistisch gewesen, denn auch in der Dezember-Ausgabe des Magazins sucht man den Artikel noch vergeblich.

Dr. Tüngler ist bislang in der E-Smog-Szene ein unbeschriebenes Blatt, während seines Studiums an der Medizinischen Universität Lübeck war er Ansprechpartner des Studentischen Arbeitskreises für Homöopathie. Aus seinem Profil bei der RWTH Aachen ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, welche Qualifikationen Tüngler für einen wissenschaftlichen Artikel über Risiken des Elektrosmogs mitbringt, erst der zweite Blick bringt einen Zusammenhang zum Vorschein. Eine gemeinsame Verbindungslinie zwischen von Klitzing und Tüngler ist die Universität Lübeck, an der von Klitzing bis 2002 Leiter der Klinisch-Experimentellen Forschungseinrichtung war.

Dass LvK in seinem Kommentar die Idee, ein Immissionsminimierungskonzept zu erstellen, für "begrüßenswert" hält, ist nicht nicht anders zu erwarten gewesen. Immerhin bestreitet er einen Teil seiner Einkünfte aus der Anfertigung eben solcher Konzepte, deren Notwendigkeit objektiv gesehen allerdings in etwa so groß ist, wie das Ergreifen von Vorsorgemaßnahmen gegen die unbestreitbare Gefahr von Meteoriteneinschlägen. Dass die unnötigen Immissionsminimierungskonzepte dennoch gebucht werden liegt daran, dass solche Konzepte a) beworben werden und b) fachlich überforderte Auftraggeber nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie Geld für sinnlose Vorsorgemaßnahmen versenken.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Bioelectromagnetics, Klitzing, Hinterzimmer, Tüngler, Überfordert


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