EPROS Schlafstudie (Elektrosensibilität)

Raylauncher @, Mittwoch, 09.07.2008, 19:08 (vor 5319 Tagen) @ michael

Solange die Industrie sich finanziell an Studien (DMF) beteiligt, halte ich von deren Ergebnissen gar nichts.

Wenn Sie mal einige Jahre zurückblicken, gab es Forderungen aus mobilfunkkritischen Kreisen, Mobilfunkindustrie und Netzbetreiber sollten sich an Studien zur Erforschung möglicher Gefahren des Mobilfunks beteiligen, da sie ja von dieser Technik in erster Linie profitierten. Das seinerzeit etablierte DMF sieht verschiedene Finanzierungsquellen vor, wobei die Industrie nur eine unter mehreren ist. Die Verwaltung und Verwendung der Mittel obliegt alleine dem DMF; ein Einfluss der Geldgeber diesbezüglich wird explizit ausgeschlossen.

Nachdem die mittlerweile durchgeführten Forschungen die befürchteten Gefährdungsszenarien nicht stützen und gewisse Kreise dieses Ergebnis nicht akzeptieren wollen, steht das seinerzeit geforderte Finanzierungsmodell jetzt in der Kritik, ohne einen konkrete Einfluss / Missbrauch nachweisen zu können. Substanzielle Argumente hat man offensichtlich nicht.

Ob Sie an eine korrekte und unabhängige Durchführung des DMF glauben oder nicht, ist Ihre ganz persönliche Angelegenheit. Letztlich können Sie mit derartigen Killerphrasen alles in Frage stellen, was nicht in Ihrem Sinne ist. Überzeugend erscheint diese (Veschwörungs-)Theorie allerdings nicht und sie wird den Gang der Dinge auch nicht verändern.

Letztlich ist einzig und allein entscheidend, welche Schlüsse der Gesetzgeber und dessen konsultierende Fachgremien und -Behörden (BfS, SSK, WHO) aus den Forschungsergebnissen ziehen und wie sie deren Zuverlässigkeit, Qualität und Konsistenz einstufen.

Die Schlafstudie von der Charitee in Berlin halte ich auch nicht für hilfreich. Wenn ein extra geschaffenes mobiles Sendesystem den Ausgangspunkt geben muss und diese natürlich von den Betreibern geschaffen wird, was soll ich davon halten. Es gibt benügend reale Bedingungen im Land, wo man untersuchen kann. Da geht man aber nicht hin, warum nur?

Für die Schlafstudie war es erforderlich, die Immissionen in einem nicht bekannten Zeitraster gemäß Verblindungsbedingungen zu aktivieren, andernfalls wäre die Studie wissenschaftlich wertlos.

Mit einer Wirknetzstation wäre 1.) ein zufallsbedingtes Aus- und Einschalten ohne massive kundenrelevante Auswirkungen auf das Netz (Notrufe etc.) nicht möglich und 2.) könnte deren Aktivität mit jedem Endgerät mit Monitorfunktion nachvollzogen werden. Auf diese Weise lässt sich eine verblindete Studie nicht realisieren.

Dass das aufgebaute mobile Sendesystem von einem Netzbetreiber stammt, ist aus lizenzrechtlicher Sicht zwingend. Daraus eine Einflussnahme (welcher Art, müssten Sie schon konkret darlegen) abzuleiten ist absurd.

Raylauncher

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