Schweiz: Safer-Phone-Volksinitiative soll im Oktober starten (Allgemein)

e=mc2, Sonntag, 08.08.2021, 00:01 (vor 479 Tagen) @ H. Lamarr

Paradox ist, dass sich das Initiativkomitee von einer solchen Regelung weniger Strahlung erhofft – tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Bei schwachem Netzempfang müssen Smartphones und andere Mobilgeräte viel stärker senden.

Das ist aber nicht korrekt von Chance 5G. Für die Sendeleistung eines Mobiltelefons ist nicht die Stärke des Antennensignals ausschlaggebend, sondern die Funkdistanz zur Antenne, also wie weit muss das Mobiltelefon senden unter Berücksichtigung von Hindernissen. Das korreliert zwar im Prinzip normalerweise, aber eben nicht nach den Vorstellungen der Safer Phone Initianten. Geht es nach der Safer Phone Initiative, müsste ja praktisch auf jedem Haus eine Antenne stehen, damit es hinter dem Haus kein Funkloch gibt. In einem so dichten Mobilfunknetz würden dann Mobiltelefone im Durchschnitt tatsächlich deutlich weniger strahlen wie in Kapitel 5.8 im Schweizer Mobilfunkbericht erläutert wird. Also eigentlich im Sinne der Initianten.
Wer aber das Kapitel 5.8 aufmerksam liest, wird auch feststellen, dass je dichter das Netz, desto größer die Strahlenbelastung der Nichtnutzer, oder ausgedeutscht, desto größer die Strahlenbelastung durch Mobilfunkantennen. Das ist wohl nicht im Sinne des Initiativkommitees. Für die Strahlenbelastung durch Antennen kommt es halt nicht nur auf die Sendeleistung der Antenne an, sondern auch wie nahe sie bei den Leuten sind (und wieviele es hat).
Eigentlich gäbe es die ideale Technik für dieses Dilemma: adaptive Antennen. Aber diese haben bei den Initianten einen so schlechten Ruf, dass man sie auf keinen Fall in Erwägung ziehen würde.
So oder so, sowohl Chance 5G wie auch die Safer Phone Initianten tun gut daran noch etwas Faktenstudium zu betreiben, damit sie keine Eigentore schiessen.

Tags:
Netzverdichtung, Smartphone, Endgerät, Adaptive Antennen, Netzempfang


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