Gutbier gab den Lagerfeld (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 14.11.2019, 12:49 (vor 964 Tagen) @ KlaKla

Hier ist der Live-Stream.

Mir hat Jörn Gutbier gut gefallen. Er hatte eine Rede vorbereitet, die 20 Minuten dauern sollte, bekam aber nur zehn Minuten Redezeit zugestanden. Gutbier griff zum gleichen Trick, den Karl Lagerfeld perfekt beherrschte: Mit doppelter Bandgeschwindigkeit reden. Gutbier verhaspelte sich zwar häufig, brachte sein Zeug aber in der Zeit los. Was er sagte rauschte mutmaßlich nicht nur an mir vorüber, dem Publikum gefielen vor allem Gutbiers schlicht geratene polemische Ausfälle auf Sportpalastart. Hätte er das Publikum mit der Frage "Wollt Ihr den totalen Verzicht auf 5G?" von den Sitzen gerissen, es wäre nicht weiter verwunderlich gewesen. Die rhetorischen Fertigkeiten, die Gutbier nachgesagt werden, konnte ich nicht wahrnehmen, er wirkte aufgeregt, fahrig, leierte seinen Text herunter und fuchtelte für meinen Geschmack zu oberlehrerhaft mit den Fingern herum. Inhaltlich trug er vor, was er sonst auch vorträgt, er lernt aus seinen Fehlern nichts, trägt unbelehrbar im Brustton der Überzeugung Stuss vor (Beispiel). Neu ist lediglich seine Ankündigung, "EHS-Leute" würden demnächst in Österreich auf breiter Basis messtechnisch mit Personendosimeter, EKG und anderer physiologischer Parameter untersucht. Doch so neu ist das Vorhaben nicht, denke ich an den gescheiterten Plan von Dr. med. Elisabeth Plank und Prof. Mosgöller zurück.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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