Kuba: Beatrice Golomb bringt Mikrowellen ins Spiel (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 04.09.2018, 14:22 (vor 230 Tagen) @ H. Lamarr

"Eva Weber" verweist auf ein mysteriöse Geschichte (Schallangriffe), die sich auf Kuba zugetragen haben soll und die sie völlig zurecht in Verbindung bringt mit der berühmt-berüchtigten Story über die Mikrowellenbestrahlung der US-Botschaft in Moskau Anfang der 1970er-Jahre.

Tatsächlich sind die Parallelitäten zwischen den beiden Geschichten so auffällig, dass man meinen möchte, die Trump-Administration hat die alte Story aus dem Kalten Krieg mit den Russen leicht abgeändert neu aufgewärmt, nur um diesmal die Kubaner in ein schiefes Licht zu rücken.

Noch immer rätseln Wissenschaftler, was den US-Botschaftsangehörigen in Havanna widerfahren sein mag. Momentaner Favorit ist jetzt nicht mehr ein Angriff mit Schallwellen, sondern einer mit Mikrowellen. Dies berichten u.a. Spiegel Online und merklich weniger distanziert der zu RTL gehörende Nachrichtenkanal n-tv.

Interessanterweise taucht in der n-tv Meldung mit Beatrice Golomb der Name einer "Wissenschaftlerin" auf, die sich der Anti-Mobilfunk-Szene in den USA zuordnen lässt, sie hat in den USA noch weitere Spuren in der Mobilfunkdiskussion hinterlassen und auch den 5G-Appell von Lennart Hardell unterschrieben. Damit sollte klar sein, wo Golomb in der Diskussion zu verorten ist. Sie allein war es, die jetzt die Mikrowellenthese in die Diskussion um die Vorgänge auf Kuba eingebracht hat.

n-tv, nicht aber Spiegel Online, verweist auf einen Untersuchungsbericht [PDF] Golombs und schreibt:

Die Medizinerin hatte sich mit ihrem Team in einer Studie die Auswirkungen von gepulsten Radio- und Mikrowellen angeschaut und Übereinstimmungen bei den Symptomen der Diplomaten entdeckt. Vor allem das Hören von klickenden, summenden oder zirpenden Geräuschen, von denen die betroffenen Diplomaten berichtet hatten, sei auf gepulste Strahlung im Bereich von 2,4 bis 10.000 Megaherzt [sik!] zurückführbar, wird Golomb in einer Mitteilung der Universität zitiert. Solche Phantomgeräusche entstehen, wenn die Strahlungspulse das Gehör aufheizen und dann schallähnliche Reize ausgelöst werden. Das Hören von Mikrowellen ist seit 1961 als sogenannter Frey-Effekt bekannt und geht auf den amerikanischen Neurologen Allan H. Frey zurück.

Golombs Bericht fand in der US-Medienlandschaft große Resonanz. Unklar lassen die Medien jedoch, ob Golomb von den Behörden beauftragt wurde das Phänomen zu untersuchen, oder ob sie nur geschickt die Gunst der Stunde nutzt, um sich und damit die Belange der Anti-Mobilfunk-Szene ins Gespräch zu bringen. Erst die Pressemitteilung der Universität von San Diego macht mit dem Vermerk "This study was unfunded" klar, Golomb war nicht im Auftrag der Behörden unterwegs, sondern im eignen. Das hat sie clever gemacht.

Der Untersuchungsbericht Golombs umfasst 63 Seiten. Davon entfallen 13 Seiten auf Fließtext, 25 Seiten auf Tabellen und weitere 25 Seiten auf ein wie bei Golomb üblich üppiges Literaturverzeichnis. Darin finden sich unter anderem ...

00-mal Warnke, von Klitzing, Waldmann-Selsam, (Devra) Davis, (Cindy) Sage
01-mal Aschermann, Adlkofer, Hensinger, Wilke, Belpomme, Havas, Lerchl
03-mal Leszczynski, Belyaev, Pall
08-mal Hardell
13-mal Golomb

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Lilienfeld-Studie, Copy-Past, Golomb, Kuba


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