Baugenossenschaft Wohnraum für elektrosensible Menschen (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 31.05.2018, 12:18 (vor 560 Tagen)

In der Schweiz gibt es einen neuen Anlauf, überzeugten Elektrosensiblen, die sich von Funkwellen oder niederfrequentem Haushaltsstrom verfolgt sehen, weitgehend feldfreien Wohnraum anzubieten. Ob das fragwürdige Projekt seriös ist, frei von versteckten kommerziellen Interessen und ob es Erfolg haben wird, all das muss sich erst noch zeigen.

Die "Baugenossenschaft Wohnraum für elektrosensible Menschen", am 16. Mai 2018 ins Handelsregister der Schweiz aufgenommen, hat ihren Sitz in der Kirchenfeldstrasse 33, 5014 Gretzenbach. Präsident ist Daniel Obi, Gretzenbach, ein nach eigenen Aussagen elektrosensibler Jurist, Kassierer ist Adrian Hauser, Dübendorf, ein nach eigenen Angaben elektrosensibler ehemaliger Autotuner und jetzt Versandhändler für Informatikprodukte, Protokollführerein ist Elisabeth Buchs, Jaun, eine nach eigenen Aussagen elektrosensible Hausfrau, die im Vorstand des Anti-Mobilfunk-Vereins Gigaherz die "Elektrosensiblen" vertritt.

Die Baugenossenschaft, deren Statuten auf den 29. April 2018 datieren, bezweckt laut Selbstauskunft in gemeinsamer Selbsthilfe ihrer Mitglieder die Beschaffung von preisgünstigen Wohnungen und Bau und Erwerb von Wohnhäusern oder Wohnungen für elektrosensible Menschen, unter Ausschluss jeder spekulativen Absicht. Sie verfolgt laut Handesregisterauszug im Besonderen den Zweck, den preisgünstigen Wohnungsbau im Sinne der eidgenössischen Wohnraumförderungsgesetzgebung sowie entsprechender kantonaler und kommunaler Erlasse zu fördern. Die Neugründung ist Mitglied von "Wohnen Schweiz" - Verband der Baugenossenschaften, kann Grundstücke erwerben oder veräussern sowie Häuser bauen, erwerben, verwalten oder vermieten. Beim Verkauf eines Grundstückes ist den Genossenschaftern vorab Gelegenheit zu geben, dieses zu einem angemessenen Preis zu erwerben. Anteilscheine sind für 1000 CHF zu erwerben.

Für den Erwerb eines ersten Grundstücks, das den Bau von mindestens zehn Wohneinheiten im Kanton Solothurn zulässt, fehlen nach Angaben des Vereins Gigaherz noch rund 15'000 CHF. Ein bescheidener Betrag. Der Verein wirbt darum, raschmöglichst 15 Anteilscheine zu zeichnen.

Ein nach wie vor existenzgefährdender Unsicherheitsfaktor für den Bestand der neuen Baugenossenschaft ist die Dynamik der Mobilfunktechnik und der Netzabdeckung im Land. Denn niemand kann den Anteilseignern garantieren, dass nicht eben dort, wo soeben ein Wohnprojekt für "Elektrosensible" realisiert wurde, in der Nachbarschaft ein Mobilfunkmast zum Schließen einer Versorgungslücke aufgestellt wird.

Hintergrund
Gigaherz: 120'000 Franken für EHS-Erholungsheim

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
EHS, Oase, Buchs, EHS-Erholungsheim, Erholungsheim, Wohnraum, Obi, Hauser, Baugenossenschaft


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