MCS-Haus in Zürich-Leimbach exakt im Richtfunkstrahl (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Montag, 04.06.2018, 19:21 (vor 552 Tagen) @ H. Lamarr

Doch inzwischen hat der Wind gedreht, in jüngeren Papieren der Wohnbaugenossenschaft ist von EHS nicht mehr die Rede.

Was könnte der Grund dafür sein, dass die anfängliche Durchmischung des Hauses mit MCS und EHS heute nicht mehr verfolgt wird und das Haus nur noch MCS offen steht? Eine mögliche Antwort gibt die amtliche Senderkarte der Schweiz (siehe Screenshot).

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Bild: Bakom

Der Standort des MCS-Hauses (Rebenweg 100, 8041 Zürich) ist an dem roten Symbol im Mittelpunkt des roten Rings erkennbar. Die gelben (und blauen) Linien sind Richtfunkstrecken, eine solche (Frequenzbereich 6 GHz bis 16 GHz) führt exakt von NW nach SO über das MCS-Haus hinweg. Faktisch ist dies zwar bedeutungslos, da von Richtfunktrassen in aller Regel keine messbare Immission ausgeht, für EHS kann aber schon das Wissen um die pure Existenz einer solchen Trasse in ihrer unmittelbaren Nähe ein (psychisches) Problem bedeuten. Doch es kommt noch schlimmer. In 292 Meter Abstand von dem Haus sind zwei Mobilfunkstandorte: Standort 1 mit einem mittelstarken UMTS-Sender, Standort 2 mit ebenfalls mittelstarken Sendern für GSM, UMTS und LTE. Ein dritter Standort ist rund 460 Meter vom Haus entfernt, dort werden UMTS und LTE ebenfalls mittelstark emittiert. Weiter weg gibt es noch weitere Sendeanlagen.

Auch von den Mobilfunkstandorten geht für überzeugte "Elektrosensible" noch lange kein Risiko aus, denn bekanntlich ist der Abstand zu einem Mobilfunkstandort kein zuverlässiges Maß, um die Immission an einem bestimmten Ort abschätzen zu können. So kann es durchaus sein, dass das MCS-Haus von den drei Standorten unbehelligt bleibt. Das Gegenteil kann freilich ebenso gut passieren. Nur Messungen vor Ort im MCS-Haus könnten Klarheit bringen, doch über die Hochfrequenzimmission im Haus verliert die Wohnbaugenossenschaft der MCS seltsamerweise kein Wort. Lediglich über die NF-Immission finden sich in diesem Dokument Angaben, gewürzt mit diversem pseudowissenschaftlichem Blödsinn wie der Vermeidung von Erdmagnetfeldverzerrungen. So bleibt es zunächst allein der Phantasie von überzeugten "Elektrosensiblen" überlassen, sich von der Lage des MCS-Hauses bedroht zu fühlen oder eben nicht. Eine seriöse Entscheidungsgrundlage sieht anders aus. Spekulative Erklärung: Die MCS in Zürich-Leimbach wollen unter sich bleiben und haben kein Interesse, EHS mit ins Boot zu holen. Dies wäre eine Erklärung dafür, warum Obi, Hauser und Buchs es jetzt auf eigene Faust mit einer ersten Wohnbaugenossenschaft nur für EHS versuchen wollen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
EHS, MCS, Wohnprojekt, Richtfunk, MCS-Haus, Schutzzone


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