"Elektrosensible" in Zürich-Leimbach nicht mehr Zielgruppe (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Montag, 04.06.2018, 17:08 (vor 551 Tagen) @ KlaKla

2013 wurde die Wohnbaugenossenschaft Gesundes Wohnen MCS gegründet. Sie realisierten sogar ein Projekt.

Diese Wohnbaugenossenschaft hat gegenwärtig eigenen Angaben zufolge 60 Mitglieder.

Ursprünglich sollte das 6 Mio. CHF teure MCS-Haus mit seinen 15 Wohnungen für MCS und EHS zur Verfügung stehen, die Hausordnung aus dem Jahr 2013 regelt daher auch Belange, die für überzeugte Elektrosensible bedeutsam sind. Doch inzwischen hat der Wind gedreht, in jüngeren Papieren der Wohnbaugenossenschaft ist von EHS nicht mehr die Rede. So heißt es in den "Informationen für Miet-Interessenten" aus dem Jahr 2015 gleich im ersten Satz klipp und klar:

Das Wohnhaus am Rebenweg 100 mit 15 Wohnungen richtet sich an Menschen mit Multipler Chemikalien-­‐Unverträglichkeit (MCS).

Das MCS-Haus in Zürich-Leimbach war im Dezember 2013 bezugsfertig. Die Stadt Zürich, die das Projekt förderte, schrieb seinerzeit: "Schätzungsweise über 1000 Menschen leiden in der Schweiz an der schweren Chemikalienunverträglichkeit MCS (Multiple Chemical Sensitivity)." Dies wären in erster Näherung 1000 Bewerber für die 15 Wohnungen des MCS-Hauses. Ein heftiges Gerangel um die wenigen Wohnungen sollte unter diesen Umständen garantiert gewesen sein.

Doch es kam anders. Bis alle Wohnungen vermietet waren dauerte es sage und schreibe gut drei Jahre, erst im Frühjahr 2017 war das Haus voll belegt! Wobei anzumerken ist: Tatsächlich stehen für Betroffene nur 14 Wohnungen bereit, denn eine Wohnung wurde umfunktioniert in einen Gemeinschaftsraum, ein Notquartier und in einen Raum zum Probewohnen. Warum es so lange dauerte, das Haus voll zu bekommen, darüber liegen öffentlich keine Auskünfte vor, es könnte an der restriktiven Hausordnung liegen, die z.B. keine Haustiere erlaubt und an den finanziellen Verpflichtungen, die die Mieter eingehen müssen. Der Mietvertrag wird für alle Bewohnerinnen und Bewohner anfänglich befristet auf ein Jahr ausgestellt mit der Option auf eine unbefristete Verlängerung. So lassen sich unverträgliche Bewohner wieder los werden. Eine Nicht-­Verlängerung durch die Genossen ist jedoch nur möglich bei krassen Verstößen gegen die Hausordnung oder den Mietvertrag.

Die "Wohnbaugenossenschaft Gesundes Wohnen MCS" unterscheidet sich in Bezug auf Transparenz stark von Obis Wohnbaugenossenschaft für "Elektrosensible". Die MCS dokumentieren den Werdegang ihrer Genossenschaft und den Bau des MCS-Hauses freimütig. Nichts Vergleichbares gibt es bislang von der Wohnbaugenossenschaft der "Elektrosensiblen". Diese benötigt zwar dringend Geld, hüllt sich selbst jedoch in Schweigen und überlässt dem schrägen Verein Gigaherz die Akquise der Geldmittel. Kein guter Anfang.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
EHS, Wohnprojekt, MCS-Haus


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