Überzogene Prognose: Und er schrieb es doch! (Allgemein)

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 04.01.2012, 20:19 (vor 3982 Tagen) @ H. Lamarr

Und: natürlich wäre es so (gewesen), dass bei einer Bestätigung der DNA-Schädigungen bei SAR-Werten drastisch unterhalb der Grenzwerte die entsprechenden Gremien die elektromagnetischen Felder von Handys wie ionisierende Strahlung einstufen würden. Mit den entsprechenden Konsequenzen.

Gut, aber es war doch Franz Adlkofer selbst, der, - sehr zum Ärger begeisterter Sendemastengegner ;-) - mehrfach zu bedenken gab, dass sich die Ergebnisse (s)einer Studie an Zellkulturen nicht 1:1 auf den Menschen übertragen lassen. Ich habe das bisher so verstanden, dass, selbst wenn "Reflex" unstrittig DNA-Schäden unterhalb geltender Grenzwerte festgestellt hätte und dies auch reproduziert worden wäre, dass selbst dann daraus noch keine Sofortreaktion abzuleiten gewesen wäre. Erst wenn am lebenden Organismus ein zweifelsfreier Nachweis der gleichen Effekte (DNA-Schäden) gelänge, dann wäre dies ein Grund für eine Grenzwertsenkung oder sogar für mehr. Irgendwas muss ich da wohl missverstanden haben, aber was?

Sie haben vergessen, dass F.A. ein gewiefter Taktiker ist. Erstens glaube ich nach wie vor, dass ihm die Ergebnisse seinerzeit selbst spanisch vorkamen und er deshalb vorsichtig war, nicht so zu tun, als ob gleich jeder Handynutzer mit einem Kopftumor rechnen müsste. In der wissenschaftlichen Öffentlichkeit hingegen machten sich sofort massive Skepsis oder Besorgnis breit, je nach Vorwissen. Denn: Dass sich derart massive DNA-Schäden nur in der Petri-Schale, nicht aber im Organismus zeigen sollten, ist gaga. Er war also nach beiden Seiten (Wissenschaft bzw. Öffentlichkeit) der besorgte, aufrichtige Forscher, der selbst noch nicht 100% sicher war und mit väterlich-sonorer Stimme Besorgnis und Bedenken verströmte. Zweitens war es natürlich schlau, in seine Skepsis gleich das avisierte Nachfolgeprojekt einzuweben (welches ja bekanntlich - nicht zuletzt wegen der Vorwürfe gegen Reflex- scheiterte).

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert


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