LTE-Basisstationen richtig messen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 13.10.2010, 15:51 (vor 4114 Tagen) @ Eva Weber

Wie weit "die Grenzwerte im Nahbereich durch LTE-Sendeanlagen ausgeschöpft werden", sei eine der zentralen Fragestellungen der Studie, die das IZMF im Sommer 2010 in Auftrag gegeben habe, so Wiebusch.

Dass Grenzwerte nicht überschritten werden, dafür sorgt die Bundesnetzagentur!

Wen interessiert eigentlich tatsächlich die zentrale Fragestellung der Studie "Wie weit Grenzwerte im Nahbereich durch LTE-Sendeanlagen ausgeschöpft werden?" Die Grenzwerte sind doch festgelegt, und sie gelten als sicher. Diese Messung ist wieder nichts weiter als eine Beruhigungspille für die Bevölkerung.

Ja, das kann man aus Ihrem Blickwinkel wohl so sehen. Wahrscheinlicher scheint mir jedoch ein ganz anderes Motiv zu sein: LTE ist nicht UMTS und erst recht nicht GSM. Bei der 4. Generation der Mobilfunksysteme wird ein neues Modulationsverfahren angewendet und soweit ich das verstanden habe auch die MiMo-Technik, also die Nutzung mehrerer räumlich versetzter Sende-/Empfangsantennen anstelle von einzelnen Antennen.

Da stellt sich, meine ich, technisch durchaus die Frage: Wie messe ich solche komplexen Anlagen/Signale überhaupt richtig? Bei GSM war dies noch relativ einfach, bei UMTS wurde es schon schwieriger (es dauerte ziemlich lange, bevor amtliche Messanweisungen herauskamen) und bei LTE ist es nochmal um ein paar Nummern komplexer. Deshalb könnte ich mir gut vorstellen, dass IMST hier Basisarbeit leisten soll die am Ende jeden etwas nutzt, auch Baubiologen, der frequenzselektive und damit genaue Messungen an LTE-Basisstationen ausführen muss.

Wenn wir Glück haben, erfahren wir vielleicht auch etwas darüber, wie die gängigen "Breitbandmessgeräte" die neuen Signale denn "vertragen", ob sie diese krass über- oder unterbewerten oder so neben der Spur liegen, dass wir unsere geliebten "Messgurken" der 300-Euro-Klasse verschrotten müssen. Antworten auf solche Fragen scheinen mir jedenfalls wichtiger zu sein als dicke Abhandlungen darüber, ob in 152,7 Meter Abstand (Sichtkontakt) zu einer LTE-Basis nun 123,45 µW/m² gemessen werden oder 217,31 µW/m².

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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