Mobilfunk Gräfelfing: Bauch gewinnt 22:3 gegen Hirn (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 28.03.2010, 18:59 (vor 3544 Tagen) @ KlaKla

Das Gräfelfinger Mobilfunk-Standortkonzept ist beschlossen. Der Gemeinderat billigte das in einem Werdegang von zehn Jahren erarbeitete Konstrukt mit 22:3 Stimmen.

Neben dem Konzept beschloss der Gemeinderat auf Antrag des Bürgervereins, das Umweltinstitut München solle mit Messungen dauerhaft überprüfen, dass die Mobilfunkbetreiber sich an die Vorgaben hielten.

Die AIG-Gemeinderäte Hans Furbach und Ralf Brandtner führten in der Sitzung am Dienstag einen Schlagabtausch unter der Gürtellinie. Furbach warf Frank Sommer (Grüne), der die Gemeinde auch anwaltlich vertritt, vor, aus wirtschaftlichen Interessen zu handeln. „Wieviel Geld haben uns die beiden schon gekostet“, fragte der AIG-Chef bezogen auf Sommer und Gutachter Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München.

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Kommentar: Ich finde diese Anfrage nach den Kosten dieses nicht enden wollenden Standortkonzepts für wichtig und richtig. Und auch die heftige Reaktion auf diese Anfrage kommt mir sehr bekannt vor, sogar der Journalist, der den Beitrag verfasste, konnte sich die persönliche Wertung nicht verkneifen, es habe einen "Schlagabtausch unter der Gürtellinie" gegeben. Die AIG-Leute haben da einen Nerv getroffen, die Lobby der Sendemastengegner hat das aber schon ganz routiniert im Griff, wie an den empörten Kommentaren zu einer ähnlichen Anfrage in Attendorn zu erkennen ist. Meine Meinung: Die unpopuläre Anfrage der AIG-Gemeinderäte richtet sich gegen eine "heilige Kuh", die von nicht wenigen gemolken wird, und deren Bedeutung landauf landab von den hinlänglich bekannten Angstpredigern künstlich groß geredet wird.

Das ist schon faszinierend! Die Wissenschaft ist gerade dabei, nach endlosen Untersuchungen das Theater um biologische Folgen von Sendemasten weil harmlos als erledigt zu den Akten zu legen, und dennoch tönt ein Politiker in Gräfelfing noch immer: ... das Gräfelfinger Modell gebe „der Gesundheit der Bevölkerung Vorrang vor Partikularinteressen“ und sei das deutschlandweit bestgeprüfte Konzept seiner Art. Ächtz, da bleibt einem die Luft weg! Wenn dabei nicht zigtausende von Euros sinnlos versenkt würden, wäre diese Fehleinschätzung keine Zeile wert, so aber vergeudet die Gemeinde munter weiter Geld, indem sie jetzt auch noch auf eigene Kosten regelmäßige Kontrollmessungen will. Es kommt anscheinend auf die richtigen Berater an, dann lässt sich auch Unsinniges mit großer Mehrheit verabschieden. Der Trick ist mMn der: Die Leute werden dort mit irgendwelchen Details derart zugemüllt, dass es ihnen gar nicht mehr auffällt, dass dem ganzen Zirkus die Grundlage fehlt: Es gibt keinerlei ernst zu nehmende Hinweise, dass Mensch, Flora und Fauna von Mobilfunk-Sendemasten in irgendeiner Weise biologisch nachteilig beeinflusst werden. Um dies so zu sehen, muss man allerdings in der Lage sein, permanentes substanzlose Gefasel von Angst- und Geschäftemachern auszublenden, die sogar vor interessensgelenkten Fälschungen nicht zurückschrecken, wie hier an einem Beispiel nachzulesen ist.

22:3 gewinnt diesmal Bauch gegen Hirn, ein schöner Erfolg der jahrelangen Desinformation in der Mobilfunkdebatte, die Zeche zahlen die Bürgerinnen und Bürger von Gräfelfing.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Umweltinstitut München, Krötenwanderung, Bauleitplanung, Standortkonzept, Gräfelfing, Bauernfängerei, Immissionsgutachten, Gräfelfinger-Modell, Steuerverschwendung, Umweltverbänd


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