Ein Teufelskreis (Allgemein)

Fee, Donnerstag, 22.02.2007, 09:10 (vor 4964 Tagen) @ AnKa

Dafür, wie einer auf Lärm reagiert (bzw. ab wann er überhaupt diesen Lärm als solchen empfindet), trägt zu einem erheblichen Teil dessen persönliche Konstitution und Einstellung bei, ebenso ist es bei Stress. Für Lärm, Medikamente, Rauch, Wärme, Kälte sind die Überdosen in dB, Grad C, mg/Körpergewicht etc. oft recht genau benennbar, die die Wahrscheinlichkeit abschätzen lassen, ob und ab wann einer erkrankt bzw. Schlimmeres einsetzt. So kann man doch z.B. recht genau voraussagen, ab wann ein Mensch im kalten Wasser zu erfrieren beginnt.

Und beim Elektrosmog sollen dann persönliche Konstitution, genetische Kompomenten und Vorbelastungen keine Rolle spielen? Auf Beipackzetteln von Medikamenten wird erwähnt, welche Nebenwirkungen oft, gelegentlich, selten vorkommen und welche Personen besonders vorsichtig sein müssen.

Die beim Mobilfunk emittierten Leistungen gehen im Untergrundrauschen all dieser stressenden Einflüsse auf den Körper sowieso unter.

Da kann man ja gleich der Menscheit noch jede Menge weitere toxische Einflüsse zumuten, was auch den Vorteil hat, dass dann kein Verursacher mehr zur Verantwortung gezogen werden kann.

Dass von ein paar Tausend Anwohnern nur "5 bis 10" herauszudeuten sind, die (angeblich! Wer beweist es?) "ES"-erkrankt sind, zeigt schon von selbst, dass wahrscheinlich an der ganzen "ES"-Sache nichts dran ist. Solche Zahlen sind viel zu klein, um irgendeine statistische Relevanz haben zu können.

Ich kenne einen Menschen mit einer seltenen Krankheit, von der nur 5 weitere Menschen betroffen sind. Die Häufigkeit sagt nichts aus, ob es eine Krankheit gibt oder nicht.

Und übrigens, ein paar Tage in der Sonne (UV-Licht ist ionisierende Strahlung --> Krebs!) dürften im Verlauf eines Jahres im menschlichen Körper das x-Tausendfache der durch Mobilfunksender emittierten Minimalstrahlung anrichten, DNA-Strangbrüche inclusive. Alles nichts Neues, nur redet beim Anblick von Menschen im Sonnenbad niemand von einer drohenden "Epidemie", und es geistert deswegen auch keine Dr. Waldmann-Selsam durch die Lande.

Und wissen Sie weshalb: weil es freiwillig ist, ob und wie lange sich jemand der Sonne aussetzen will und man bereits unter einem Sonnenschirm und noch viel eher in einem Gebäude davor geschützt ist.

Man sollte sich also klar machen, in welchem Risiko man mit Mobilfunkstrahlung lebt. Nämlich in so einem minimalen, dass man es gegen 0 ansetzen kann.

Für bereits Betroffene gilt diese Risikodiskussion nicht, die sind bereits geschädigt davon.

Wer wirklich wirksam seine persönlichen Stressfaktoren herabsetzen will, der stellt das Rauchen ein, trinkt nur mäßig (z.B. ab und zu einen Bourdeaux), steht eine Erkältung auch mal durch ohne sie gleich mit Medikamenten wegzudrücken, verschafft sich Bewegung und sorgt für ein ausgeglichenes Liebes- und glückliches Beziehungsleben. Demgegenüber können sich Leute, die das ganze Jahr über nur ihr Allübel Mobilfunk im Kopf haben, um diese ihr Alltagsleben wesentlich beeinflussenden Faktoren naturgemäß nicht recht kümmern. Da fehlt es alleine schon an der nötigen Entspanntheit. Diese Leute setzen sich schon per ihrem Eifer selbst unter Stress. Das verbissene Auftreten ist ein Indiz dafür. In der Tat dürften sie dann krank werden. Diesen Zustand mögen sie schliesslich als "ES" bezeichnen, helfen wird ihnen diese selbstverliehene "Diagnose" jedoch nicht. Und mangels Innehalten, mangels Selbstreflexion und mangels Einsicht wird die Hilfe dann von außen eingefordert, also wird die Umgebung in Aufruhr versetzt.

ES leben oft besonders gesund, in der Hoffnung ihre Empfindlichkeit etwas reduzieren zu können. Ich möchte Sie und manche andere Befürworter sehen, wie entspannt sie mit den schweren gesundheitlichen Beschwerden, welche ES unter Elektrosmog haben, umgehen würden. Man sollte nicht Ursache und Wirkung vertauschen.

Es ist ein Teufelskreis. Diese Leute bemitleide ich bisweilen auch, noch mehr allerdings die von ihnen abhängigen Kinder, denen nämlich unnötige Ängste fürs Leben eingejagt werden.

Wirklich rührend Ihre Anteilnahme, mir kommen gleich die Tränen. Kinder, die in noch rel. unverstrahlter Umgebung ohne Handy, DECT und W-Lan aufwachsen, ohne den Eltern ständig am elektronischen Gängelband zu hangen, ohne Happy-Slapping- und Porno-Bildchen auf dem Handy, die per Schnurtelefon telefonieren und drahtgebunden ins Internet gehen, grenzt ja fast schon an Kindsmisshandlung:-D.


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