Ein Teufelskreis (Allgemein)

AnKa, Mittwoch, 21.02.2007, 23:58 (vor 4964 Tagen) @ Fee

Unterschiedliche Empfindlichkeiten von Menschen auf Ausseneinflüsse sind nun wirklich nichts Neues. Beispiele: unterschiedliche Lärmempfindlichkeit, unterschiedliche Reaktion auf Medikamente, unterschiedliche Reaktion auf Zigarettenrauch, unterschiedliche Reaktion auf Wärme und Kälte, unterschiedliche Reaktion auf Stress. Weshalb können Sie nicht akzeptieren, dass es diese Unterschiede auch bei der Reaktion auf Elektrosmog gibt?

Dafür, wie einer auf Lärm reagiert (bzw. ab wann er überhaupt diesen Lärm als solchen empfindet), trägt zu einem erheblichen Teil dessen persönliche Konstitution und Einstellung bei, ebenso ist es bei Stress. Für Lärm, Medikamente, Rauch, Wärme, Kälte sind die Überdosen in dB, Grad C, mg/Körpergewicht etc. oft recht genau benennbar, die die Wahrscheinlichkeit abschätzen lassen, ob und ab wann einer erkrankt bzw. Schlimmeres einsetzt. So kann man doch z.B. recht genau voraussagen, ab wann ein Mensch im kalten Wasser zu erfrieren beginnt.

Die beim Mobilfunk emittierten Leistungen gehen im Untergrundrauschen all dieser stressenden Einflüsse auf den Körper sowieso unter. Dass von ein paar Tausend Anwohnern nur "5 bis 10" herauszudeuten sind, die (angeblich! Wer beweist es?) "ES"-erkrankt sind, zeigt schon von selbst, dass wahrscheinlich an der ganzen "ES"-Sache nichts dran ist. Solche Zahlen sind viel zu klein, um irgendeine statistische Relevanz haben zu können. Und übrigens, ein paar Tage in der Sonne (UV-Licht ist ionisierende Strahlung --> Krebs!) dürften im Verlauf eines Jahres im menschlichen Körper das x-Tausendfache der durch Mobilfunksender emittierten Minimalstrahlung anrichten, DNA-Strangbrüche inclusive. Alles nichts Neues, nur redet beim Anblick von Menschen im Sonnenbad niemand von einer drohenden "Epidemie", und es geistert deswegen auch keine Dr. Waldmann-Selsam durch die Lande.

Man sollte sich also klar machen, in welchem Risiko man mit Mobilfunkstrahlung lebt. Nämlich in so einem minimalen, dass man es gegen 0 ansetzen kann.

Wer wirklich wirksam seine persönlichen Stressfaktoren herabsetzen will, der stellt das Rauchen ein, trinkt nur mäßig (z.B. ab und zu einen Bourdeaux), steht eine Erkältung auch mal durch ohne sie gleich mit Medikamenten wegzudrücken, verschafft sich Bewegung und sorgt für ein ausgeglichenes Liebes- und glückliches Beziehungsleben. Demgegenüber können sich Leute, die das ganze Jahr über nur ihr Allübel Mobilfunk im Kopf haben, um diese ihr Alltagsleben wesentlich beeinflussenden Faktoren naturgemäß nicht recht kümmern. Da fehlt es alleine schon an der nötigen Entspanntheit. Diese Leute setzen sich schon per ihrem Eifer selbst unter Stress. Das verbissene Auftreten ist ein Indiz dafür. In der Tat dürften sie dann krank werden. Diesen Zustand mögen sie schliesslich als "ES" bezeichnen, helfen wird ihnen diese selbstverliehene "Diagnose" jedoch nicht. Und mangels Innehalten, mangels Selbstreflexion und mangels Einsicht wird die Hilfe dann von außen eingefordert, also wird die Umgebung in Aufruhr versetzt.

Tja.

Es ist ein Teufelskreis. Diese Leute bemitleide ich bisweilen auch, noch mehr allerdings die von ihnen abhängigen Kinder, denen nämlich unnötige Ängste fürs Leben eingejagt werden.

Tags:
, Risikowahrnehmung, Kommunikation


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