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<title>Forum Faktencheck Elektrosmog - 20 Der Wissenschaftsornamentiker</title>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/</link>
<description>Faktenchecks von Behauptungen, die von Mobilfunkgegnern und Mobilfunkkritikern aufgestellt werden</description>
<language>de</language>
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<title>20 Der Wissenschaftsornamentiker (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><blockquote><p>Problematisch ist dabei weniger der individuelle Irrtum als seine Wirkung. Wenn ein Vereinsfunktionär, der sich öffentlich als wissenschaftliche Autorität inszeniert, mit unqualifizierten Risikoabschätzungen auftritt, produziert er Ängste, keine Aufklärung. Dass solche Texte offenbar ohne fachliche Kontrolle veröffentlicht werden, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Verein Diagnose-Funk. Für eine Organisation, die für sich den Anspruch eines Verbraucherschutzvereins reklamiert, ist diese Entwicklung nicht nur unerquicklich, sondern substantiell beunruhigend.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Beunruhigend für wen? Diagnose-Funk? Die sind doch schon lange immun gegen Kritik oder Selbst-Kritik. &quot;Wir wissen es besser&quot; ist doch deren Credo. Ohne Grundlage, mal eben so dahergesagt. Na ja, Wirkungen haben die &quot;Pressemitteilungen&quot; des Verein ohnehin nicht, also kann man sie in ihrem Sandkasten enfach spielen lassen. Es tut keinem weh.</p>
</blockquote><p>Nein, Diagnose-Funk ist nicht gemeint, sondern die Bevölkerung. Denn wenn ein aufgeregter Anti-Mobilfunk-Verein, der sich als Verbraucherschutzverein ausgibt, mit unqualifizierten Ratschlägen Menschen in den Tod treiben kann, dann ist das mMn substantiell beunruhigend. Wobei der Vorwurf nicht allein Diagnose-Funk trifft, sondern alle Mobilfunkkritiker, die öffentlich &quot;Elektrosensibilität&quot; als reale Folgeerkrankung von HF-EMF-Exposition propagieren. Die Versuchung ist groß, diese Leute als Spinner abzutun, das wird denen aber nicht gerecht, weil sie mindestens einen &quot;Elektrosensiblen&quot; auf dem Gewissen haben. Diesen Sachverhalt darf man nicht vergessen. Das rein hypothetische Risikogeschwätz organisierter Mobilfunkkritiker, wie aktuell die Schwangere, die angeblich von einem LoRaWAN-Funkzähler gefährdet wird, darf man hingegen getrost in die Tonne entsorgen, diesen Blödsinn nimmt eh keiner ernst.</p>
<p>Tragisch hingegen das Schicksal des evangelischen Pfarrers von Oberammergau. Dem wurde 2006 so lange eingeredet, er sei &quot;elektrosensibel&quot;, bis er nachts zum Schlafen mit dem Auto in die Wälder flüchtete. Nach seiner Pensionierung zog er nach Norddeutschland, 2013 wählte er dort wegen der Einführung von LTE den Freitod. Um sicherzugehen, nicht auf ein Gerücht hereinzufallen, hatte ich seinerzeit ein Gespräch mit dem zuständigen Staatsanwalt. Und der bestätigte mir: Der Ex-Pfarrer hatte einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem er sein Tun mit der Verdichtung der LTE-Netze begründete.</p>
<p>Ein konkreter Schuldiger lässt sich nicht ausmachen, viele haben mit ihrem Risikogeschwätz den verzweifelten Mann in seiner Wahnvorstellung bestärkt und damit unabsichtlich in den Tod getrieben. Nur wenige Mobilfunkkritiker haben daraus gelernt und halten sich seitdem mit öffentlichem Risikogeschwätz zurück. Die meisten aber machen weiter und nehmen damit billigend in Kauf, dass es wieder passiert.</p>
<p>Weniger eindeutig ist ein anderer Freitod. Am 11. Juni 2015 wurde Jenny Fry (15) in einem Wald bei Chadlington, England, tot aufgefunden. Sie hatte sich an einem Baum erhängt. Aus Sicht ihrer Eltern war der Anlass für Jennys Suizid das W-Lan an ihrer Schule, die Jugendliche soll &quot;elektrosensibel&quot; gewesen sein. <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=72052">Es gibt aber auch Stimmen</a> die sagen Jenny könnte noch leben, wäre sie nur rechtzeitig richtig behandelt worden, nämlich wegen Depressionen.</p>
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<pubDate>Wed, 04 Feb 2026 12:13:25 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
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<title>20 Der Wissenschaftsornamentiker (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Problematisch ist dabei weniger der individuelle Irrtum als seine Wirkung. Wenn ein Vereinsfunktionär, der sich öffentlich als wissenschaftliche Autorität inszeniert, mit unqualifizierten Risikoabschätzungen auftritt, produziert er Ängste, keine Aufklärung. Dass solche Texte offenbar ohne fachliche Kontrolle veröffentlicht werden, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Verein Diagnose-Funk. Für eine Organisation, die für sich den Anspruch eines Verbraucherschutzvereins reklamiert, ist diese Entwicklung nicht nur unerquicklich, sondern substantiell beunruhigend.</p>
</blockquote><p>Beunruhigend für wen? Diagnose-Funk? Die sind doch schon lange immun gegen Kritik oder Selbst-Kritik. &quot;Wir wissen es besser&quot; ist doch deren Credo. Ohne Grundlage, mal eben so dahergesagt. Na ja, Wirkungen haben die &quot;Pressemitteilungen&quot; des Verein ohnehin nicht, also kann man sie in ihrem Sandkasten enfach spielen lassen. Es tut keinem weh.</p>
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<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 19:06:21 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>Alexander Lerchl</dc:creator>
</item>
<item>
<title>20 Der Wissenschaftsornamentiker (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Peter Hensinger trat der Anti-Mobilfunk-Szene im Jahr 2006 bei. Damals war der gelernte Drucker ein Neuling, der mit Ganzkörper-SAR und Teilkörper-SAR nichts anzufangen wusste. Heute sieht sich der Stuttgarter als &quot;Wissenschaftler&quot; auf dem Gebiet der Bioelektromagnetik. Dieser Rollenwechsel ist bemerkenswert – und er bleibt nicht folgenlos.</strong></span><br />
 <br />
Der Einbau digitaler Zähler zur Erfassung von Strom, Wasser und Wärme ist gesetzlich vorgeschrieben. Für EMF-Phobiker sind digitale Zähler an sich nicht das eigentliche Problem, sondern der Umstand, dass inzwischen angeblich ausschließlich funkende Geräte installiert werden. Einige Mieter und Hausbesitzer wehren sich dagegen und verlangen Alternativen. Der Messstellenbetreiber Minol reagierte auf solche Forderungen mit dem Hinweis, die Strahlenbelastung sei extrem gering und daher unbedenklich. Konkret geht es um Zähler mit LoRaWAN-Funkmodulen.</p>
<p>An dieser Stelle betrat Peter Hensinger die Bühne. Auf Bitten eines Mitglieds seines Vereins Diagnose-Funk belehrte er Minol wortreich und unter Berufung auf zwei wissenschaftliche Studien. LoRaWAN sei keineswegs gesundheitlich unbedenklich, selbst weit unterhalb geltender Grenzwerte könnten zelltoxische Effekte auftreten. Ein LoRaWAN-Gerät in der Wohnung einer Schwangeren stelle daher eine erhebliche Gefährdung dar. Die entsprechende &quot;wissenschaftliche&quot; Stellungnahme ist in voller Länge <a href="https://www.diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail?newsid=2317#"><span class="underline">hier</span></a> nachzulesen.</p>
<p>Die entscheidende Frage lautet allerdings: Weiß Hensinger eigentlich, wovon er spricht? Die Antwort liegt nahe. Denn hätte er auch nur ein rudimentäres Verständnis der eingesetzten Technik, hätte er sich diese öffentliche Belehrung vermutlich erspart.</p>
<p>Ein Blick auf die technischen Grundlagen genügt. LoRaWAN-Funkzähler sind batteriegespeist und auf extreme Energieeffizienz ausgelegt. Die Lebensdauer der eingesetzten Batterien liegt nicht bei zwei oder drei Jahren, sondern bei mindestens zehn, häufig sogar bei 15 bis 20 Jahren. Möglich ist das nur durch den Einsatz von Lithium-Thionylchlorid-Zellen mit hoher Energiedichte und äußerst geringer Selbstentladung. Ein Funkmodul, das über zwei Jahrzehnte hinweg aus einer einzelnen Batterie betrieben wird, sendet zwangsläufig extrem selten und extrem kurz.</p>
<p>Tatsächlich werden Heizkostenverteiler sowie Wasser- und Wärmezähler in der Regel einmal täglich aktiv, meist zur Übermittlung des Zählerstands um Mitternacht. Rauchwarnmelder melden ihren Status zweimal im Monat. Weitere Funktelegramme werden nur bei besonderen Ereignissen wie einem Batteriealarm ausgelöst. Die Sendezeit liegt jeweils im Bereich von ein bis anderthalb Sekunden.</p>
<p>Minol betreibt nach eigenen Angaben gemeinsam mit Partnern rund zehn Millionen solcher Sensoren im weltweit größten LoRaWAN-Netz. Dass ein Unternehmen dieser Größenordnung seine Kunden systematisch einer relevanten Gesundheitsgefährdung aussetzt, ist nicht nur unbelegt, sondern angesichts der technischen Randbedingungen schlicht absurd (<a href="https://www.minol.de/blog/funkauslesung-ungefahrlich-kein-risiko-fur-bewohner/">Quelle</a>).</p>
<p>Vor diesem Hintergrund wirkt Hensingers Warnung vor einer angeblich erheblichen Gefährdung Schwangerer nicht wie eine kritische Risikoabwägung, sondern wie eine Projektion. Selbst unter unrealistischen Extremannahmen – etwa einer dauerhaften unmittelbaren Nähe zum Funkmodul – zerfällt die Argumentation. Übrig bleibt eine pseudowissenschaftliche Dramatisierung, die mit technischer Realität nichts mehr zu tun hat.</p>
<p>Problematisch ist dabei weniger der individuelle Irrtum als seine Wirkung. Wenn ein Vereinsfunktionär, der sich öffentlich als wissenschaftliche Autorität inszeniert, mit unqualifizierten Risikoabschätzungen auftritt, produziert er Ängste, keine Aufklärung. Dass solche Texte offenbar ohne fachliche Kontrolle veröffentlicht werden, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Verein Diagnose-Funk. Für eine Organisation, die für sich den Anspruch eines Verbraucherschutzvereins reklamiert, ist diese Entwicklung nicht nur unerquicklich, sondern substantiell beunruhigend.</p>
]]></content:encoded>
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<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=75373</guid>
<pubDate>Mon, 02 Feb 2026 19:32:56 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>19 Desinformation mit Om P. Gandhi (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Trau keinem organisierten Mobilfunkgegner. Wünscht einer dir einen guten Morgen, schau bevor du antwortest zum Fenster hinaus, ob es nicht Abend ist.</p>
<p><img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/2024090115074866d48344f2c26.jpg" class="left" alt="[image]" width="300" height="168" /></p>
<p>Der US-Wissenschaftler Om P. Gandhi zählt seit mindestens 20 Jahren weltweit zu den Lieblingen organisierter Mobilfunkgegner. Denn Gandhi publizierte <a href="https://core.ac.uk/download/pdf/276285064.pdf">1996 eine Studie</a>, die mit einer eindrucksvollen Simulation das Eindringen der Strahlung eines Mobiltelefons in den Kopf eines 5-Jährigen, eines 10-Jährigen und eines Erwachsenen zeigt. Am stärksten wurde der Kopf des Jüngsten durchdrungen.</p>
<p><span style="font-size:smaller;">◄ Der Screenshot aus dem &quot;Webinar&quot; Nr. 3 von Diagnose-Funk zeigt die berühmt-berüchtigte Simulation von Gandhi.</span></p>
<p>Das Bild dieser Simulation fand sich mit der Bildersuche bereits vor zehn Jahren auf etwa 450 Websites als angeblich wissenschaftlicher Beleg für die Schädlichkeit von Mobiltelefonen besonders für Kinder. </p>
<p>Auch Peter Hensinger kam im &quot;Webinar&quot; Nr. 3 seines Vereins Diagnose-Funk einmal mehr an dem inzwischen 25 Jahre alten Bild nicht vorbei und präsentiert es ab <strong>Minute 21:48</strong> jedem Betrachter des Videos.</p>
<p><!--[if IE]>
    <object type="application/x-shockwave-flash" data="https://www.youtube.com/v/O3Ibn6OmBjk&amp;t=10s" width="640" height="360">
    <param name="movie" value="https://www.youtube.com/v/O3Ibn6OmBjk&amp;t=10s" />
    </object>
    <![endif]-->
    <!--[if !IE]>-->
    <object type="application/x-shockwave-flash" data="https://www.youtube.com/v/O3Ibn6OmBjk&amp;t=10s" width="640" height="360"><param name="movie" value="https://www.youtube.com/v/O3Ibn6OmBjk&amp;t=10s" />
    </object>
    <!--<![endif]--></p>
<p>Hensingers holprig vorgetragene Kommentare zum Bild vermitteln die populistisch simple Botschaft für Eltern, Kinder seien noch viel mehr gefährdet als Erwachsene:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>[...] Ich komme nun zur körpernahen Nutzung Smartphones, Handys, Tablets. Man muss wissen, das führe ich nachher nicht genau aus, einfach, dass Kinder natürlich viel viel mehr gefährdet sind aufgrund des Knochenbaus im Gehirn, im Schädel. Sie sehen hier die berühmte von Gandhi, die berühmte Studie und die Messungen, wie weit die Strahlung eindringt bei einem fünf Jahre alten, zehn Jahre alten Kind und beim Erwachsenen, dass da die Strahlung nicht so weit in den Körper eindringt. Das muss man einfach als Hintergrund wissen, dass Kinder noch viel mehr gefährdet sind. [...]</strong></em></span></p>
<p>Gandhis Simulation ist ein Musterbeispiel für den Missbrauch einer wissenschaftlichen Veröffentlichung. Denn bereits 1999 hatte der US-Wissenschaftler <a href="https://ncrponline.org/?albdesign_popup_cpt=chung-kwang-chou">Chung-Kwang Chou</a> gegenüber Gandhi Zweifel an dem fraglichen Bild geäußert. Aus seiner Sicht konnte die Exposition im Nahfeld nicht zu derart großen Unterschieden in den SAR-Absorptionsmustern führen. Gandhi reagierte 2002 auf die Kritik <a href="https://www.ursi.org/proceedings/procGA02/papers/p1327.pdf">mit einer neuen Veröffentlichung</a>*), die wie von Chou erwartet nun korrigierte und ähnliche SAR-Werte für den Kopf von Erwachsenen und Kindern nennt. Doch kein Mobilfunkgegner verwendet die korrigierte, jüngere Simulation. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil dort die dramatischen Bilder fehlen. Mobilfunkgegner und Medien greifen stattdessen noch heute auf die überholte ältere Simulation zurück, um Laien, besonders Eltern, mit plakativer Desinformation zu verunsichern. Ob Unvermögen dahinter steckt oder Absicht, das wissen der Himmel und die Desinformanten.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt, der gegen die plakative Simulation spricht: Das Bild entstand zu einer Zeit, als GSM900 Standard war (1G). Die effektive Sendeleistung der Mobiltelefone ist bei allen seither aufgespannten Mobilfunknetzen (2G bis 5G) deutlich kleiner als bei GSM900, das in vielen Ländern am Ende seiner Lebenszeit angekommen ist und für privaten Gebrauch nur noch in prekären Versorgungsgebieten genutzt wird.</p>
<p>Das &quot;Webinar&quot; Nr. 3 dauert 90 Minuten. Welche Irrtümer Peter Hensinger in dieser Zeit noch verbreitet kann ich mir ausmalen, wissen kann ich es nicht. Denn dazu hätte ich mir das Video in voller Länge anschauen müssen. Habe ich mir nicht angetan, Forumteilnehmer &quot;KlaKla&quot; <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&amp;id=70695">aber anscheinend schon</a>.</p>
<p>*) <strong>Nachtrag vom 04.09.2024</strong>: Wie Chung-Kwang Chou mitteilt, zeigt der von mir gefundene  Link zu Gandhis Studie aus dem Jahr 2002 nicht den Volltext der Studie, sondern eine von 18 auf vier Seiten gekürzte Fassung für Konferenzen. Eine Quelle mit frei verfügbarem Volltext konnte ich nicht finden. Hier die bibliografischen Angaben der Studie: O.P. Gandhi and G. Kang, &quot;Some present problems and a proposed experimental phantom for SAR compliance testing of cellular telephones at 835 and 1900 MHz,&quot; Physics in Medicine and Biology, vol. 47(8), pp. 1501-1518, May 7, 2002.<br />
 <br />
<em>[Admin: In einer älteren Version dieses Postings hieß es, im Original sei das Bild von Gandhis Simulation schwarzweiß gewesen. Um die Dramatik der Durchstrahlung des Gehirns zu steigern, sei die Eindringzone nachträglich von Mobilfunkgegnern farbig hervorgehoben worden. Diese Passage erwies sich als unzutreffend und wurde deshalb am 03.09.2024 gelöscht]</em></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=74220</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=74220</guid>
<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 15:25:02 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>18 Desinformation mit Erwin Schliephake (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Wer nichts weiß und deshalb alles glauben muss, was Peter Hensinger über das &quot;Risiko Mobilfunk&quot; im Plauderton erzählt, kann die Desinformation des zweiten Diagnose-Funk-Vereinsvorsitzenden in folgendem Textfragment nicht erkennen. Das Fragment habe ich in dem &quot;Webinar&quot; Nr. 3 des Stuttgarter Anti-Mobilfunk-Vereins bei Minute 11:39 gefunden. Hensinger behauptet dort für den Transkriptalgorithmus von YouTube nahezu unverständlich, da auf schwäbisch, satzbautechnisch unmöglich und anscheinend heftig von Sodbrennen geplagt:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>[...] Allerdings ist schon seit 1932 bekannt [*Würg*] war die erste [*Würg*] Veröffentlichung von Schliephake, der hatte ne Professur dazu [*Würg*] auch schon [*Würg*] die Untersuchung von elektrobiologischen Phänomenen; 32 veröffentlichte er bereits die Schädigungen von Menschen, [*Würg*] die in der Nähe von Kurzwellensendern gewohnt haben. [...]</strong></em></span></p>
<p><!--[if IE]>
    <object type="application/x-shockwave-flash" data="https://www.youtube.com/v/O3Ibn6OmBjk&amp;t=10s" width="640" height="360">
    <param name="movie" value="https://www.youtube.com/v/O3Ibn6OmBjk&amp;t=10s" />
    </object>
    <![endif]-->
    <!--[if !IE]>-->
    <object type="application/x-shockwave-flash" data="https://www.youtube.com/v/O3Ibn6OmBjk&amp;t=10s" width="640" height="360"><param name="movie" value="https://www.youtube.com/v/O3Ibn6OmBjk&amp;t=10s" />
    </object>
    <!--<![endif]--></p>
<p>Dass niemand die &quot;<em>Schädigungen von Menschen</em>&quot; veröffentlichen kann, sondern nur Berichte über diese Schädigungen, wollen wir dem Stuttgarter, der eigenen Angaben zufolge Germanistik studiert haben will, nochmal durchgehen lassen. Nicht aber die Falschbehauptung, diese Menschen hätten &quot;<em>in der Nähe von Kurzwellensendern</em>&quot; gewohnt. Denn der Mediziner Erwin Schliephake berichtete 1932 in dem Fachblatt <em>Deutsche Medizinische Wochenschrift</em> mit seiner nur wenige Zeilen umfassenden Fallschilderung keineswegs von den Symptomen geplagter Anwohner von Kurzwellensendern, sondern von &quot;<em>Personen, die längere Zeit hindurch an solchen Sendern ohne genügende Schutzmittel haben arbeiten müssen.</em>&quot; Weil es ihm so besser in den Kram passt, transformiert Hensinger Sendetechniker (mutmaßlich meinte Schliephake sogar stärker exponierte Antennentechniker) im Vorübergehen zu Anwohnern von Kurzwellensendern <img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/smilies/no.gif" alt=":no:" />. </p>
<p>Wer die unverschämte Verdrehung Hensingers nicht glauben mag, findet <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&amp;id=67642#p67642"><span class="underline">hier</span></a> die Bestätigung durch den Originaltext Schliephakes und darf verwundert zur Kenntnis nehmen, wie schamlos auch andere Granden der Anti-Mobilfunk-Szene mit Erwin Schliephakes kurzer Fallschilderung systematisch Schindluder treiben.</p>
<p>Mit Sicherheit verbreitet Hensinger in dem Webinar noch mehr Desinformation. Da es aber schon wieder nach Mitternacht ist und das Geplappere des Stuttgarters anstrengt, muss sein bereits entdeckter 19. Irrtum noch ein Weilchen auf die verdiente Würdigung warten.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=74219</link>
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<pubDate>Sat, 31 Aug 2024 22:15:43 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Selektives Zitieren: eine seit langem übliche Praxis (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.luechow-dannenberg.de/home/aktuelles/pressemitteilungen/5g-infoveranstaltung-vom-15-september-2020-videos-und-vortraege-2469.aspx">Kommentar von Robert K.</a></p>
<p><strong><span style="color:#399;">Ich bitte um eine ausgewogene Diskussion des Themas auf wissenschaftlicher Grundlage. Die beiden Vorträge werden diesem Anspruch bei weitem nicht gerecht. Die Referenten zitieren selektiv und falsch. Beispiel: Das Zitat von Herrn Hensiger zur &quot;Post Voting Society&quot; hat nichts mit den Plänen der Bundesregierung und nichts mit der Smart City Charta zu tun. Es findet sich in einem verschriftlichen Vortrag eines Mitarbeiters einer Denkfabrik, der auf einer Dialog-Veranstaltung zur Smart City Charty gehalten wurde. Der Referent hat verschiedene, mögliche zukünftige Entwicklungen der Smart Cities vorgestellt. Der verschriftliche Vortrag findet sich in der Dokumentation einer Dialogveranstaltung zur Smart City, die der Smart City Charta aus Transparengründen angehängt ist. Das Zitiat steht nicht, wie Herr Hensinger sagt und auf seinem PP-Slide suggeriert, in der Charta selbst. Zu vielen Zitaten liesse sich bei genauer Recherche ähnliches herausfinden.</span></strong></p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sat, 18 Feb 2023 06:42:52 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>Gast</dc:creator>
</item>
<item>
<title>17 &quot;Es gibt keine 30.000 Studien, wie die Industrie behauptet&quot; (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Behauptungen, die ein roter Faden verbindet, obwohl 21 Jahre sie trennen.</p>
<p>Anno 2001 behaupte der Schweizer EMF-Desinformant Hans-U. Jakob (<a href="https://www.gigaherz.ch/die-ecolog-studie-ein-schuss-der-nach-hinten-losging/">Gigaherz</a>):</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>[...] Das heisst die von den Mobilfunkern stets gehandhabte Behauptung, es gebe 10'000 wissenschaftliche Studien zum Thema Mobilfunk und keine einzige habe irgendwelche Schäden nachweisen können, sollte einmal mehr gestützt werden. [...]</strong></em></span></p>
<p>Mehr als zwei Jahrzehnte später behauptet der deutsche EMF-Desinformant Peter Hensinger (<a href="https://www.diagnose-funk.org/download.php?field=filename&amp;id=1231&amp;class=NewsDownload">Diagnose-Funk</a>, dort Seite 11):</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Es gibt keine 30.000 Studien, wie die Industrie behauptet, die alle keine Effekte zeigen. [...]</strong></em></span></p>
<p>Wer sich Hensingers Blödelei gerne auf schwäbisch anhören möchte, der kommt ab Minute 6:29 <a href="https://www.youtube.com/watch?v=f_1yUgHuhuU"><span class="underline">hier</span></a> auf seine Kosten.</p>
<p>Weder Jakob noch Hensinger belegen mit einem Link ihre Unterstellung, sie begnügen sich schlicht mit dem Behaupten einer Tatsache, die sich in der getroffenen Form niemals beweisen lässt und deshalb getrost als frei erfunden gewertet werden kann. Denn ganz gewiss nicht lässt sich bei Jakob &quot;<span class="underline">den Mobilfunkern</span> die <span class="underline">stets</span> gehandhabte Behauptung&quot; jemals nachweisen, noch viel weniger bei Hensinger der &quot;<span class="underline">Industrie</span>&quot;. Dafür sind die Unterstellungen viel zu schwammig und zu umfassend formuliert. Mag schon sein, dass irgendwann einmal irgendein Mitarbeiter irgendeines Mobilfunknetzbetreibers oder Herstellers von Mobiltelefonen sinngemäß die beanstandete Behauptung gesagt hat, das hat jedoch nichts mit der pauschalen Universalität zu tun (<em>Mobilfunker</em>, <em>Industrie</em>), welche Jakob und mehr noch Hensinger einem unterschieben wollen. </p>
<p>Unter diesen Umständen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass beide Desinformanten selbst nicht nur eine Unterstellung in die Welt setzen, sondern eine glatte Lüge, nur zu dem Zweck, um diese Lüge zulasten der Beschuldigten sogleich selbst als Lüge zu brandmarken. Wenn ich mich nicht irre, praktizieren Jakob und Hensinger einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zirkelschluss">Zirkelschluss</a>, indem die Voraussetzungen ihrer Unterstellungen das zu Beweisende (Lüge) bereits enthalten.</p>
<p>Gigaherz-Jakob trieb <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=65922">die Blödelei mit Zirkelschlüssen</a> bereits im Jahr 2000 auf die Spitze. Er setzte damals zuerst die freche Lüge in die Welt, Icnirp würde sich als &quot;<em>Unterorganisation der WHO</em>&quot; bezeichnen. Dann fragte er bei der WHO nach, ob diese Lüge wahr sei und feierte sich, nachdem die WHO dies verneinte, als den größten Skandalaufdecker aller Zeiten. Das ist so irre, dass einem die Tränen kommen können. Dennoch fand die Blödelei seinerzeit einen Sickerweg bis in den Deutschen Bundestag. So weit ist Hensinger zwar noch nicht gekommen, aber er arbeitet fleißig daran <img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/smilies/smile.png" alt=":-)" />.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=71868</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=71868</guid>
<pubDate>Sun, 03 Apr 2022 17:34:11 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>15 Hensinger vs. Gutbier: Mindestversorgungspegel (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Eine belastbare Lösung kann ich leider nicht anbieten. Im Gegensatz zu Hensinger nennt Gutbier aber immerhin die Quelle für seinen Wert. Doch diese ist nicht etwa eine deutsche Behörde, eine Universität oder ein seriöses Grundlagenwerk der Nachrichtentechnik, sondern das private &quot;<a href="http://www.emf-institut.de/">EMF-Institut</a>&quot; von Dr. Peter Nießen in Köln. Im Vergleich zu Gutbier und Hensinger darf Nießen aus meiner Sicht zwar durchaus als EMF-Experte gelten, in Fachkreisen hat der Kölner allerdings dem Vernehmen nach nicht den allerbesten Ruf, zumindest was sein frühes Wirken anbelangt. Da dies nur eine unbelegte Behauptung ist, hier eine <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=posting&amp;id=70216&amp;back=thread">konkrete Kritik</a> an frühen W-Lan-Gutachten Nießens aus der Zeit 2001 bis 2004.</p>
</blockquote><p>2005 springt dann Isabel Wilke <a href="http://www.strahlentelex.de/Stx_05_448_E02-04.pdf">(ElektrosmogReport)</a> aufs Trittbrett auf. Und wie soll es auch anders sein, diese alte Dame gehört heute zu Diagnose:Funk. Sie hat sich in der Echokammer hochgearbeitet. Sie und Peter Hensinger veröffentlichten eine WLAN-Übersichtarbeit. Diagnose:Funk machte daraus eine Studie und die lieben Mitstreiter aus der Echokammer überschlugen sich mit <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=65403">Lobhudelei</a>. Erschienen ist diese Arbeit in der befreundeten Verbandszeitschrift Umwelt Medizin und Gesellschaft. <img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/smilies/wink.png" alt=";-)" /> </p>
<p><strong>Verwandte Threads</strong><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=50451">Elektrosmog-Report verbreitet Falschinformation</a><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=68322">SPD lud, Isabel Wilke kam aber nicht...</a><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=67079">Dersees Erben: Elektrosmog-Report nun von Diagnose-Funk</a><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69100">EMF:Data korrigiert heimlich Fehler</a></p>
<p><strong>Video:</strong> <a href="https://www.facebook.com/DerInfoblog/videos/351437045453834/">Risiko 5G: Interview mit Isabel Wilke, Diplom Biologin</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=71084</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=71084</guid>
<pubDate>Mon, 16 Aug 2021 05:30:10 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>KlaKla</dc:creator>
</item>
<item>
<title>15 Hensinger vs. Gutbier: Mindestversorgungspegel (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wir sehen in dem Screenshot gelb markiert, wovon der Schwabe redet: <strong>0,000 05 µW/m²</strong></p>
</blockquote><p>Das sei, sagt Hensinger, der Mindestversorgungspegel, mit dem es sich mit einem Mobiltelefon noch ganz ordentlich telefonieren lässt. Woher er den Wert hat, verrät uns der Stuttgarter nicht. Na gut, hoffen wir mal, dass er nicht selbst gerechnet, sondern sich medienkompetent informiert hat, z.B. bei <em>Jugend forscht</em> <img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/smilies/smile.png" alt=":-)" />.</p>
<p>Szenenwechsel. Doch wir bleiben in Bad Feilnbach und bei Diagnose-Funk. Diesmal aber ist es Diagnose-Funker Jörn Gutbier, der am 19. Mai 2021 in Bad Feinbach persönlich antrat, also wenige Monate nach Hensingers Fernberatung, um den verstörten Bürgern dort seinen &quot;reinen Wein&quot; über das schreckliche Risiko Mobilfunk einzuschenken.</p>
<p>Und wie der Zufall es will, zaubert auch Gutbier den Bad Feilnbachern einen Mindestversorgungspegel aus dem Hut. Welchen, das kann man sich in <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=71016">diesem Posting</a> von Forumteilnehmer &quot;KlaKla&quot; ansehen.</p>
<p>Wahrscheinlich werden es die wackeren Bad Feilnbacher nicht bemerkt haben, doch Gutbier verkauft ihnen mit 0,0005 µW/m² plötzlich einen 10-mal höheren Mindestversorgungspegel als sein Vereinskollege Hensinger. Wie kommt das? Hat einer von beiden die Anzahl der Nullen falsch abgeschrieben? Rasender technischer Fortschritt in der Halbleitertechnik (Empfängerempfindlichkeit der HF-Eingangsstufe) kann es nicht sein, denn dieser müsste Gutbiers Wert im Vergleich zu Hensingers Darstellung absenken und nicht, wie es der Fall ist, anheben. Was aber könnte sonst noch den Widerspruch in den Darstellungen der beiden Diagnose-Funker erklären?</p>
<p>Eine belastbare Lösung kann ich leider nicht anbieten. Im Gegensatz zu Hensinger nennt Gutbier aber immerhin die Quelle für seinen Wert. Doch diese ist nicht etwa eine deutsche Behörde, eine Universität oder ein seriöses Grundlagenwerk der Nachrichtentechnik, sondern das private &quot;<a href="http://www.emf-institut.de/">EMF-Institut</a>&quot; von Dr. Peter Nießen in Köln. Im Vergleich zu Gutbier und Hensinger darf Nießen aus meiner Sicht zwar durchaus als EMF-Experte gelten, in Fachkreisen hat der Kölner allerdings dem Vernehmen nach nicht den allerbesten Ruf, zumindest was sein frühes Wirken anbelangt. Da dies nur eine unbelegte Behauptung ist, hier eine <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=posting&amp;id=70216&amp;back=thread">konkrete Kritik</a> an frühen W-Lan-Gutachten Nießens aus der Zeit 2001 bis 2004.</p>
<p>Nießen beschäftigte sich bereits früh mit der Frage, welchen Mindestversorgungspegel Mobiltelefone benötigen. Ein Beispiel, das auf verschlungenen Wegen zur Stadt Füssen gelangte, <a href="https://www.stadt-fuessen.de/fileadmin/1_Homepage_neu/Stadt_und_Verwaltung/Mobilfunk/strahlungsintensitaeten.pdf">ist hier zu lesen</a>. Fakt ist, Nießen hat damit etliche Mobilfunkgegner befruchtet, die seine Erkenntnisse meist 1:1 übernommen haben. Aber: Nießens Überlegungen stammen aus dem GSM/UMTS-Zeitalter (GSM900) und den von ihm bevorzugt genannten Mindestversorgungspegel hat er nicht bei der deutschen BNetzA abgegriffen, sondern bei dem Schweizer Bundesamt für Kommunikation (Bakom). Warum dort, das erklärt er in seinen Ausführungen nicht. So begegneten mir bei meiner Recherche im www die schon erwähnten Mobilfunkgegner, die allesamt mit dem Mindestversorgungspegel des südlichen Nachbarlandes argumentieren, einen hierzulande gültigen Wert konnte ich nirgends ausmachen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass der Mindestversorgungspegel eines Landes auch von politischen und technischen Erwägungen abhängt, der Schweizer Wert also nicht wie ein physikalisches Gesetz weltweit Gültigkeit hat. Doch das ist wieder eine andere Geschichte, die ich vielleicht später einmal angereichert mit Fakten erzählen werde. Hier und jetzt geht es mir nur darum zu zeigen, wie das EMF-Institut seit mehr als zehn Jahren das Gerede von Mobilfunkgegnern über den Mindestversorgungspegel in Deutschland geprägt hat.</p>
<p>Der von Nießen für GSM900 verbreitete Bakom-Pegel beträgt weder 0,00005 µW/m² (Hensinger) noch 0,0005 µW/m² (Gutbier), sondern 0,0001 µW/m². Gutbier umschifft diese Abweichung um Faktor fünf, indem er in seiner Darbietung von einer &quot;<em>überarbeiteten Vorlage</em>&quot; Nießens redet. Was überarbeitet wurde, warum und von wem, darüber hält er sich bedeckt. Unklar ist auch, warum die von Nießen (siehe verlinktes PDF) und Gutbier genannten &quot;Minimierungsfaktoren&quot; teils merklich voneinander abweichen.</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Der von Mobilfunkgegnern propagierte Mindestversorgungspegel für Mobilfunk beruht mehrheitlich auf frühen Überlegungen von Peter Nießen, der sich wiederum auf eine alte Wertangabe des Schweizer Bakom stützt. Heute findet sich beim Bakom-Webauftritt für das Suchwort &quot;Mindestversorgungspegel&quot; kein einziger Treffer mehr, bei der BNetzA gibt es zwar zwei, jedoch wenig substanzielle Treffer. Nicht viel besser sind die Ergebnisse für das Suchwort &quot;Mindestversorgungsfeldstärke&quot;. Da die Funkausbreitungseigenschaften stark frequenzabhängig sind, halte ich die Nennung eines einzigen Werts (noch dazu ohne Frequenzangabe) ohnehin für äußerst fragwürdig, mir erscheint ein Graph des Mindestversorgungspegels abhängig von der Trägerfrequenz mit der Modulation als Parameter die sinnvollere Angabe. Auffällig: Bei meiner Internetrecherche wurden die ohnehin wenig ergiebigen Trefferlisten je nach gesuchten Wortkombinationen teils stark von unqualifizierten Kolportage-Websites der Anti-Mobilfunk-Szene &quot;verseucht&quot;.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 15 Aug 2021 21:30:48 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>16 Triggerwort identifiziert Hensinger als Autodidakten (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Am 19. Juli 2019 hielt Peter Hensinger auf Einladung ortsansässiger Bürgerinitiativen in Freiburg einen Vortrag über &quot;Die biologischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung&quot;. Das hat etwas Faszinierendes an sich: Zwei Bürgerinitiativen laden einen gelernten Drucker ein, damit dieser ihnen etwas erzählt, wovon er nichts versteht. Ein derart unprofessionelles Unterfangen kann nur &quot;funktionieren&quot;, verstehen die Zuhörer von der vorgetragenen Sache noch weniger als der Referent. Dies ist bei Vorträgen für Laien in aller Regel der Fall. Üblicherweise werden solche Veranstaltungen aus gutem Grund nicht aufgezeichnet, was Zuhörer aushalten müssen bleibt so unentdeckt. Anders isses, übersteigt der Geltungsdrang eines Referenten seine Selbstzweifel an seinen überragenden Fähigkeiten. Dann kommen auch Zaungäste über YouTube in den Genuss grenzwertiger Darbietungen.</p>
<p>Referiert ein Drucker 1½ Stunden über medizinisch-biologische Sachverhalte, kann das nicht gut gehen. Eine kurze Schlüsselszene findet schon ab Minute 8:05 statt, als Hensinger seine Zuhörer wissen lässt:<br />
 <br />
<span style="color:#399;"><em><strong>[...] Im Mobilfunk und auch beim Radio sind wir bei nicht-ionisierender Strahlung. Diese Strahlung hat nicht die Energie, sofort Zellen zu schädigen, unter fünf Elektrovolt, und trotzdem ist sie schädlich, weil sie Zellprozesse verändert [...]</strong></em></span><br />
 <br />
<!--[if IE]>
    <object type="application/x-shockwave-flash" data="https://www.youtube.com/v/PH1sYrGlhZQ" width="640" height="360">
    <param name="movie" value="https://www.youtube.com/v/PH1sYrGlhZQ" />
    </object>
    <![endif]-->
    <!--[if !IE]>-->
    <object type="application/x-shockwave-flash" data="https://www.youtube.com/v/PH1sYrGlhZQ" width="640" height="360"><param name="movie" value="https://www.youtube.com/v/PH1sYrGlhZQ" />
    </object>
    <!--<![endif]--><br />
 <br />
Hensinger vestümmelt an dieser Stelle den naturwissenschaftlichen Fachbegriff <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronenvolt">Elektronenvolt</a> zu Elektrovolt. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, denn ein Drucker muss sich nicht mit Energiebetrachtungen aus der Teilchenphysik auskennen. Doch Hensinger will imponieren und den Eindruck von einem Referenten vermitteln, der sich in der Mobilfunkdebatte von A bis Z auskennt. Das Triggerwort Elektrovolt, und das ist das Schöne daran, belegt ohne umständliche Herleitung, dass es dem Mund eines Blenders entsprungen ist. </p>
<p>Weil falsch gebraucht, wird aus dem prestigeträchtigen Fachbegriff eine nette kleine Lachnummer, denn Hensinger ist Autodidakt, er hat sich seine Kenntnisse über das &quot;Risiko Mobilfunk&quot; im Selbststudium angelesen. Das kann in Einzelfällen zu herausragenden Leistungen führen. Hensinger aber glaubt anscheinend, er könne mit Googles Hilfe ein reguläres Hochschulstudium ersetzen. Ich sehe darin eine kapitale Fehleinschätzung, denn Hensinger kann sich seinen Lehrstoff nach Gutdünken selbst zusammenstellen, er muss sich keiner Prüfung seiner Kompetenzen unterziehen und weil ihm die Auseinandersetzungen mit Professoren und Kommilitonen fehlen, bleiben bei ihm Fehler  im Kompetenzerwerb unberichtigt. Aus Elektronenvolt wird so irrtümlich Elektrovolt – und niemand war da, der Hensinger auf seinen Irrtum vorsorglich aufmerksam machen konnte.</p>
<p>Für sich allein genommen ist der Fehler nicht weiter tragisch. Er zeigt jedoch, wie schnell allzu selbstgewisse Autodidakten an ihre Grenzen kommen. Das simple Triggerwort ist lediglich ein Indikator für Laien, dass in Hensingers Darbietungen der Wurm drin ist. Wer in der Mobilfunkdebatte kein Laie ist, braucht das Triggerwort nicht, er erkennt in den Darbietungen auf Anhieb viele andere Irrtümer, Verdrehungen und Falschinformationen des Stuttgarters.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 15 Aug 2021 16:08:14 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>13 Hensinger beschuldigt BfS einseitiger Studiendarstellung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Behauptung, das BfS stelle die Forschungslage einseitig dar, schlägt dem Fass den Boden aus. Fast könnte man meinen, Peter Hensinger habe bei Schopenhauer einen Kunstgriff entdeckt, der da lautet: &quot;Werfe deinem Argumentationsgegner das vor, was du selber tust&quot;.</p>
</blockquote><p>Nein, nicht Schopenhauer, sondern Walter Ötsch.</p>
<p>Was der Stuttgarter sich da erlaubt, taucht in Prof. Walter Ötschs &quot;Handbuch für Populisten&quot; in der <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=40392">Liste der 100 vielversprechendsten Populistentricks</a> unter Nummer 91 auf:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Werfen Sie den FEINDEN das vor, was Sie gerade tun.</strong></em></span></p>
<p>Das ist nur der am besten passendste Treffer in der Liste, mindestens ein Dutzend weitere treffen ebenfalls sehr gut auf den schwäbischen Sprücheklopfer zu.</p>
<p>Wie viele der auf EMFdata gelisteten Studien qualitativ minderwertige &quot;Schrottstudien&quot; sind weiß niemand. Hensinger kann zwischen schlechten und guten Studien nicht unterscheiden und kein anerkannter Wissenschaftler hat sich je die Mühe gemacht, den Bestand der bedeutungslosen Alarmstudiendatenbank systematisch zu prüfen. Und was mir (Nachrichtentechniker) bei der <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69100">Prüfung von zwei Stichproben</a> vor die Flinte kam, hat mir, weil ungenießbar, den Appetit auf mehr gründlich verdorben. Möglicherweise dient diese inhaltlich und sprachlich abschreckende Sammlung von Alarmstudien auch gar nicht der Information verstörter Wutbürger, sondern erstrangig der Selbstbefriedigung von Peter Hensinger, der sich für seine wie er sagt &quot;<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69682">wissenschaftlichen Arbeiten</a>&quot; gerne in die Abgeschiedenheit von Birkendorf zurückzieht.</p>
<p>Die intensive Beschäftigung mit dem &quot;Risiko Mobilfunk&quot; hat auf einige Teilnehmer der Debatte eigenen Angaben zufolge verblüffende Auswirkungen. Beispiele, die mir spontan eingefallen sind:</p>
<p>► <strong>Peter Hensinger</strong>: Startete als Rentner in die Mobilfunkdebatte und sieht sich inzwischen als Wissenschaftler.<br />
► <strong>Jörn Gutbier</strong>: Startete als Architekt in die Mobilfunkdebatte, ließ sich auf eigene Kosten vom IBN zum sogenannten Baubiologen fortgebildet und ist heute mutmaßlich hauptberufliches Sprachrohr von Diagnose-Funk.<br />
► <strong>Karl Richter</strong>: Startete als emeritierter Literaturprofessor die sogenannte Kompetenzinitiative und wurde im Laufe der Zeit &quot;elektrosensibel&quot;.<br />
► <strong>Cornelia Waldmann-Selsam</strong>: Startete als Wanderärztin und befragte so viele &quot;Elektrosensible&quot;, bis sie schließlich selbst &quot;elektrosensibel&quot; wurde.<br />
► <strong>Siegfried Zwerenz</strong>: Startete in die &quot;Bürgerwelle&quot; als Radio- und Fernsehtechniker, auch er wurde im Laufe der Zeit &quot;elektrosensibel&quot;.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=71071</link>
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<pubDate>Wed, 11 Aug 2021 20:39:25 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>15 Peter Hensinger rechnet ... (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Am 14. Januar 2021 referierte Peter Hensinger per Video für die Gemeinde Bad Feilnbach über das angebliche Risiko Mobilfunk und belegte dieses (ab Minute 15:00) unter anderem mit technischen Ausführungen über die Emission von Funkmasten und die Empfängerempfindlichkeit von Mobiltelefonen. </p>
<p><!--[if IE]>
    <object type="application/x-shockwave-flash" data="https://www.youtube.com/v/iGCq-YnHKqY&amp;feature=youtu.be" width="640" height="360">
    <param name="movie" value="https://www.youtube.com/v/iGCq-YnHKqY&amp;feature=youtu.be" />
    </object>
    <![endif]-->
    <!--[if !IE]>-->
    <object type="application/x-shockwave-flash" data="https://www.youtube.com/v/iGCq-YnHKqY&amp;feature=youtu.be" width="640" height="360"><param name="movie" value="https://www.youtube.com/v/iGCq-YnHKqY&amp;feature=youtu.be" />
    </object>
    <!--<![endif]--></p>
<p>Das folgende Bild vor Augen sagt er, vom Satzbau her halsbrecherisch, ab Minute 16:00:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Weil ich kann, sehen Sie dies oben, bei einem Fünfzigtausendstel Mikrowatt noch ganz ordentlich telefonieren, des is so ein Minimum, des in die Verträge angegeben wird.</strong></em></span></p>
<p><strong>Screenshot von Minute 16:00 des Videos</strong><br />
<img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/20210215145315602a8adbdaa16.jpg" alt="[image]" width="600" height="340" /></p>
<p>Wir sehen in dem Screenshot gelb markiert, wovon der Schwabe redet: <strong>0,000 05 µW/m²</strong></p>
<p>Doch ist das ein Fünfzigtausendstel Mikrowatt, nur weil dort irgendwo nach dem Komma eine 5 steht?</p>
<p>Nein, selbstverständlich nicht!</p>
<p>Rechnen wir's aus. Ein Fünfzigtausendstel ist nach allgemeinem Verständnis der 50ste Teil eines Tausendstels. Ein Tausendstel ist 0,001, der 50ste Teil davon ist ...</p>
<p>0,001/50 = 0,000 02 oder einfacher: 1/50'000 = 0,000 02</p>
<p>Hensinger hätte also seinen angezeigten Zahlenwert mit einem Zwanzigtausendstel Mikrowatt pro Quadratmeter in Worte fassen müssen.</p>
<p>Egal, Hensingers Publikum kapierte aller Voraussicht nach ohnehin nur Bruchteile seiner teils unqualifizierten und irreführenden Ausführungen, welche Einäugige allerdings häufig zu Königen unter Blinden machen, wie die außerordentlich lobende Danksagung der Bürgerinitiative Bad Feilnbach am Ende des Videos deutlich macht.</p>
<p>Mutmaßlich sind die geistigen Kopfstände, die Zuhörer bei Begriffen mit dem Wortbestandteil <em>Tausendstel</em> anstrengen müssen, mit ein Grund dafür, warum das Wort Tausendstel gemäß <a href="https://www.wortbedeutung.info/tausendstel/">dieser Quelle</a> im Deutschen nur noch &quot;sehr selten&quot; (5ter von 5 Rängen) gebraucht wird. Wäre Hensinger nicht Drucker, sondern Elektrotechniker, hätte er die Klippe mühelos umschiffen können, indem er seine 0,000 05 µW/m² in Worte gefasst einfach als fünfzig Pikowatt pro Quadratmeter verkauft hätte <img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/smilies/smile.png" alt=":-)" />. Seinem Laienpublikum wär's wohl egal gewesen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=70216</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=70216</guid>
<pubDate>Mon, 15 Feb 2021 16:06:43 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>14 Hensinger: &quot;Über Strahlung zu reden ist nichts Esoterisches&quot; (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="https://www.suedkurier.de/region/hochrhein/uehlingen-birkendorf/moegliche-gefahren-von-funkmasten-beschaeftigen-birkendorfer-buerger;art372622,10613303">Südkurier</a> zitierte am 14. September 2020 Peter Hensinger, als dieser sich öffentlich nicht etwa zu Sachfragen einer Drucktechnik äußerte, sondern zu Sachfragen einer Technik, von der er nichts versteht:</p>
<blockquote><p>&quot;Über Strahlung zu reden ist nichts Esoterisches.&quot;</p>
</blockquote><p>Doch, nämlich dann, wenn ein gelernter Drucker im Ruhestand, der sich für einen Wissenschaftler hält, über Strahlung redet, obwohl es sich gar nicht um gefährliche Strahlung handelt, sondern um harmlose elektromagnetische Funkfelder weit unterhalb zulässiger Grenzwerte.</p>
<blockquote><p>&quot;Leute, die in der Nähe eines Funkmastens wohnen, sind stärker belastet als die mit Abstand über 300 Meter“, so Hensinger.</p>
</blockquote><p>Nein, so pauschal lässt sich das nicht behaupten, denn der horizontale Abstand allein ist kein zuverlässiges Maß für eine Funkimmission. Bei GSM, UMTS und LTE hängt die maximale Immission auch stark vom Downtilt und vom Typ einer Antenne ab sowie von der Höhe des Messorts über dem Erdboden, gar nicht zu reden von starken Nebenkeulen in bis zu etwa 30 Meter Entfernung vom Funkmasten. Und bei 5G mit smarten Antennen versagt Hensingers irreführende Pauschalprognose sowieso völlig.</p>
<blockquote><p>Technisch sei es problemlos möglich, die Masten außerhalb von Wohngebieten zu errichten.</p>
</blockquote><p>Was für ein Blödsinn. Einen Funkmasten z.B. im unbewohnten Außenbereich mit Strom zu versorgen und ans Kernnetz anzuschließen ist ungleich aufwendiger als im Innenbereich. Entscheidend ist aber etwas anderes: Wird ein Funkmast wegen irrationaler Einwände nicht in einem Wohngebiet errichtet, sondern z.B. im Außenbereich oder in einem abseits gelegenen Gewerbegebiet, müssen alle Mobiltelefone im Wohnbereich unnötig stark senden, um den Funkmasten dort zu erreichen. Auch der Funkmast muss seinerseits unnötig stark senden, um die Telefone zu erreichen. Wer wie Peter Hensinger den hohen Energiebedarf von Smart Citys beweint, zugleich aber predigt, Funkmasten dürften nicht in Wohngebieten stehen, der hat ein substanzielles Verständnisproblem. Ich empfehle Herrn Hensinger für die gesunde Verdauung meiner Erwiderung <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=67046">dieses vertiefende Posting</a>.</p>
<blockquote><p>„Da diese höher gebaut werden könnten, erreichten sie außerdem einen größeren Umkreis“, betonte Hensinger.</p>
</blockquote><p>Irgendjemand sollte Herrn Hensinger einmal erklären, wie zelluläre Funknetze funktionieren und dass es keineswegs immer von Vorteil ist, einen &quot;größeren Umkreis&quot; zu erreichen. Mobilfunksender sind keine Rundfunksender. Ein &quot;größerer Umkreis&quot; kann insbesondere bei älteren Funksystemen wie GSM und UMTS zu empfindlichen Empfangsstörungen an den Zellenrändern führen (Stichwort: Interferenzstörungen).</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69683</link>
<guid>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69683</guid>
<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 15:47:55 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>13 Hensinger beschuldigt BfS einseitiger Studiendarstellung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der Präsentation der <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&amp;id=69535#p69563">Thill-Metastudie</a> zum Insektensterben veranstaltete Diagnose-Funk eine Pressekonferenz. Die <em>Schwäbische Zeitung</em> war zugegen und schreibt am 18. September 2020 (Auszug):</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>[...] Hinsichtlich des Streits in der Wissenschaft über die tatsächliche Schädlichkeit der Strahlung unterstellte Hensinger dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das für die Abwehr von Gefahren durch Strahlung zuständig ist, in der Pressekonferenz vor allem Interessen der Wirtschaft zu verfolgen. Laut Hensinger stelle das BfS die Forschungslage einseitig dar. [...]</strong></em></span></p>
<p>Die Behauptung, das BfS stelle die Forschungslage einseitig dar, schlägt dem Fass den Boden aus. Fast könnte man meinen, Peter Hensinger habe bei Schopenhauer einen Kunstgriff entdeckt, der da lautet: &quot;Werfe deinem Argumentationsgegner das vor, was du selber tust&quot;. Wenn hierzulande einer die Forschungslage einseitig darstellt, dann zweifelsfrei Diagnose-Funk, niemand praktiziert das so perfekt einseitig und damit irreführend wie dieser Verein.</p>
<p>Als Verantwortlicher für die <a href="https://www.emfdata.org/de">Diagnose-Funk-Alarmstudiendatenbank EMFdata</a> sitzt Steinewerfer Hensinger in einem so zerbrechlichen Glashaus, dass es schon von einer Knallerbse zum Einsturz gebracht werden kann. Denn EMFdata listet <span class="underline">ausschließlich</span> Studien auf, die schädliche Wirkungen von Funkwellen gefunden haben wollen. Gegenwärtig umfasst der Bestand 509 Studien, die aus Sicht von Hensinger die Schädlichkeit von Funkfeldern belegen. Gäbe es allein diese 509 Studien, könnte man Hensinger ernst nehmen. Doch so ist es nicht.<br />
 <br />
<strong>Für den Frequenzbereich &gt; 10 MHz liefert das EMF-Portal gegenwärtig 4796 Studien.</strong><br />
<img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202009221638485f6a2898c6042.jpg" alt="[image]" width="600" height="300" /><br />
 <br />
<strong>EMFdata: So schmerzhaft einseitig wie einseitige Liebe</strong><br />
Das <a href="https://www.emf-portal.org/de">EMF-Portal</a> der RWTH Aachen ist eine seriöse Datenbank für EMF-Studien, es listet alarmierende und entwarnende Studien friedlich nebeneinander auf. Eingeschränkt auf Studien für den Frequenzbereich ab 10 MHz und darüber zeigt das EMF-Portal gegenwärtig 4796 experimentelle und epidemiologische Studien an. Ziehen wir davon Hensingers 509 Alarmstudien ab, bleiben 4287 Studien übrig, die mutmaßlich nicht alarmierend sind, weil sie sonst von Hensinger seiner eigenen Datenbank einverleibt worden wären. Unter diesen Voraussetzungen stehen jeder einzelnen von Hensingers 509 Alarmstudien nicht weniger als 8,4 Studien gegenüber, die der Diagnose-Funker seinen Besuchern vorenthält, weil sie seiner Einschätzung nach nicht zum Alarmieren taugen. Diese unerträgliche Verzerrung des tatsächlichen Wissensstandes in der EMF-Forschung ist eine Manipulation ersten Ranges. Denn Wissenschaft ist ein kumulativer Prozess, bei dem fachkompetente Personen gegensätzliche Studienergebnisse regelmäßig analysieren, bewerten, gewichten und gegeneinander abwägen. Das Ergebnis ist das, was gemeinhin als Stand des Wissens in einem Fachgebiet gilt.<br />
 <br />
<strong>Suchabfrage im EMF-Portal für das obige Suchergebnis von 4796 Studien.</strong><br />
<img src="https://www.izgmf.de/scripts/forum/images/uploaded/202009221641085f6a292406a67.jpg" alt="[image]" width="600" height="425" /><br />
 <br />
Hensinger und seinen Helfern fehlt es mehr oder weniger an allem, was zu qualifizierten Bewertungen erforderlich ist und erschwerend kommt hinzu, dass er keinerlei Ergebnisoffenheit zeigt, sondern im Gegenteil auch banale Alarmstudien dramatisiert. Um eine abgegriffene Metapher zur Verdeutlichung heranzuziehen: Wer im III. Reich allein den Reichsrundfunk hörte, nicht aber die deutschsprachigen Sendungen der BBC, der irrte bis zum bitteren Ende desorientiert durch dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte. Das tausendjährige Reich ist nach zwölf Jahren in Schutt und Asche versunken, seine Methoden der Desinformation haben hingegen heute Hochkonjunktur.</p>
<p><strong>Publikationsverzerrung</strong><br />
Um zu validen Ergebnissen zu kommen, mühen sich seriöse Wissenschaftler ab, möglichst viele Störgrößen auszuschließen, die ihre Studien verfälschen könnten. Eine dieser Störgrößen ist bei Literaturstudien die &quot;Publikationsverzerrung&quot;. Gemeint ist damit laut <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Publikationsbias">Wikipedia</a> die statistisch verzerrte Darstellung der Datenlage in wissenschaftlichen Zeitschriften infolge einer bevorzugten Veröffentlichung von Studien mit &quot;positiven&quot; bzw. signifikanten Ergebnissen. Hensinger ist so dreist, auf EMFdata sämtliche entwarnende Studien wegzulassen, also Studien mit &quot;negativen&quot; Ergebnissen (nichts Schlimmes gefunden), das Ergebnis ist eine lupenreine Publikationsverzerrung von 100 Prozent. Mit anderen Worten: Desinformation eiskalt pur (on the Rocks).</p>
<p><strong>EMFdata-Personal fragwürdig</strong><br />
In Anbetracht der schon vom Ansatz her auf Meinungsmanipulation ausgelegten Alarmstudiendatenbank EMFdata spielt die Qualifikation des Diagnose-Funk-Personals, das die Datenbank befüllt, keine tragende Rolle mehr. Diagnose-Funk hält sich äußerst bedeckt, dieses Personal beim Namen zu nennen. Bekannt ist, Peter Hensinger sonnt sich darin &quot;Leiter des Ressorts Wissenschaft&quot; von Diagnose-Funk zu sein. Einem gelernten Drucker diese Aufgabe anzuvertrauen weist deutlich auf a) Selbstüberschätzung, b) Fehleinschätzung und c) einen Mangel an fachkompetentem Personal hin. Mit dem Tagesgeschäft der Datenbank hat Hensinger also nichts zu tun, er beherrscht es schlichtweg nicht. Bleibt nur als zweiter und letzter bekannte Name Isabel Wilke übrig, eine Dipl.-Biologin im Ruhestand.</p>
<p>Für Frau Wilke spricht ihre Ausbildung, wenngleich diese ihr in Sachfragen der Dosimetrie nicht weiterhilft. Gegen sie spricht, dass sie rund zwölf Jahre lang Redakteurin des kostenpflichtigen &quot;Elektrosmog-Report&quot; war, eines EMF-Kampfblättchens, das 25 Jahre lang Nutznießer der Angst vor Elektrosmog monatlich mit frischen Argumentationshilfen versorgte, bevor der Herausgeber es 2019 an Diagnose-Funk vererbte. Ergo war in dem dünnen Blättchen nie von Entwarnung gegenüber EMF die Rede, sondern nur von vielen Gründen zu tiefer Besorgnis. Man kann sich leicht vorstellen, wie ergebnisoffen Frau Wilke am Ende ihrer beruflichen Laufbahn noch ist, das Risiko Mobilfunk kundig und neutral zu bewerten.</p>
<p>Der Aufforderung, das Personal der Diagnose-Funk-Studienbewertungen zu benennen, damit sich jeder ein Bild von dessen Qualifikation und von möglichen Interessenkonflikten machen kann, kam der Verein nicht nach. Wegen seiner dünnen Kompetenzdecke ist EMFdata aus meiner Sicht nicht imstande, Studien umfassend fachkundig zu beurteilen und qualitativ minderwertige von vornherein auszuschließen, wie das die professionellen interdisziplinären Studienbewerter in nationalen/internationalen Expertenkommissionen machen. Im Gegensatz zu Profis lässt Diagnose-Funk auch völlig im Dunkeln, nach welchen Kriterien Studien ausgewählt werden, um auf EMFdata übernommen zu werden. Mutmaßlich kann Diagnose-Funk diese Kriterien gar nicht benennen, der Verein würde sich damit selbst belasten. </p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69100">Studiendatenbank EMF:data auf dem Prüfstand</a> (2020)<br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=65154">BfS-Leitfaden - Beurteilung von Studienergebnissen</a> (2018)<br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=64553">BfS &amp; Krebspromotion: Falschinformation von Diagnose-Funk</a> (2017)<br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=64037">Cora: Objektive Wertung von Mobilfunkreviews durch Laien</a> (2017)<br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=61446">Diagnose-Funk: Studienrecherchen, sogenannte</a> (2016)<br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=59950">EMF für Dummies: Die W-LAN-Studien des Peter Hensinger</a> (2015)<br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=56363">Studienreport - mit Jugend-Forscht Experimente</a> (2014)<br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=54861">www.mobilfunkstudien.de - Totgeburt von Diagnose-Funk</a> (2013)</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Tue, 22 Sep 2020 16:32:37 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>12 Große Literaturstudie beunruhigt Drucker im Ruhestand (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Mit beträchtlichem Rummel haben der Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg und der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk am 17. September 2020 eine <a href="https://cache.pressmailing.net/content/4ab826ba-1d81-407a-8fd8-3138aa7f0e19/Thill_2020_Review_Insekten.pdf">Literaturstudie</a> vorgestellt, die eine biologische Schadwirkung elektromagnetischer Felder auf Insekten gefunden haben soll. <a href="https://www.google.com/search?q=Nabu+Diagnose-Funk+Insekten+Funk&amp;client=firefox-b-d&amp;pws=1&amp;tbs=qdr:w,sbd:1&amp;tbm=nws&amp;sxsrf=ALeKk020Fp_uKoU-5FOPD4HLD_49TjEj2Q:1600628828413&amp;source=lnt&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwib-u-Ft_jrAhUP_qQKHRXpDz4QpwUIJQ&amp;biw=1920&amp;bih=956&amp;dpr=1">Einige Medien</a> bevorzugt in Baden-Württemberg berichteten. Die <a href="https://www.presseportal.de/pm/134366/4709185">Pressemitteilung</a> zum Ereignis zitiert Peter Hensinger  mit den Worten: &quot;<em>Es ist beunruhigend, dass bereits geringe Strahlenbelastungen weit unterhalb der Grenzwerte Insekten schädigen.</em>&quot; Studienautor Alain Thill konnte demnach einen gelernten Drucker beunruhigen. Doch gelingt ihm das auch bei härteren Nüssen?</p>
<p>SWR-Wissenschaftsredakteur Uwe Gradwohl hat sich die Mühe gemacht, die knapp 30 Seiten umfassende Studie zu lesen. Sein Fazit widerspricht der dramatischen Pressemitteilung deutlich. Gradwohl sagt am Ende seines <a href="https://www.swr.de/swr2/wissen/faktencheck-schadet-mobilfunk-strahlung-den-insekten-100.html">studienkritischen Podcasts</a>: &quot;<em>Die Art und Weise wie mit dieser Studie durch die Auftraggeber Naturschutzbund Baden-Württemberg und Diagnose-Funk e.V. verfahren wurde, nährt bei mir den Eindruck, als ob hier schlichtweg das bereits prominente Thema Insektensterben für die Zwecke der Mobilfunkskeptiker gekapert werden sollte. Zuverlässig informiert fühlte ich mich bezüglich dieser Studie nicht, sie aber jetzt hoffentlich schon.</em>&quot; </p>
<p>Gradwohls Podcast dauert nur 4½ Minuten, die aber genügen ihm, um Diagnose-Funk und Nabu wegen ihrer unqualifizierten Pressemitteilung als Marktschreier abzukanzeln. Die Begründungen dafür liefert das Transcript seines Podcasts: </p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Der Naturschutzbund Baden-Württemberg, kurz Nabu, und der Verein Diagnose-Funk kündigten in ihrer Pressemitteilung eine sogenannte Metastudie an, deren Autor 190 Einzelstudien gesichtet habe, um die Wirkung von Mobilfunk und W-Lan-Strahlung auf Insekten bewerten zu können. Bei der Pressekonferenz wird dann schnell klar: Es sind nicht 190, es sind 83. Okay, Schwamm drüber, kann passieren. Von den 83 Studien haben demnach 72 Anzeichen für Veränderungen im Stoffwechsel und im Verhalten von Insekten gefunden. Ja, das haben sie, aber liest man genau nach stellt man fest, die 72 Studien wurden von nur 26 unterschiedlichen Forscherinnen und Forschern geleitet. Das kann zu einer sogenannten Publikationsverzerrung führen. Aber da kommen wir gleich noch drauf. Schauen wir uns stattdessen das nächste Statement in der Pressemitteilung an. Nach Auswertung der 83 Studien stünde fest, dass Mobilfunk- und W-Lan-Strahlung den Fluss von Calciumionen im Insektenkörper so beeinflussen, dass deren Orientierung und Reproduktion darunter leidet. Nein, für dieses Ergebnis ist nicht die Auswertung aller 83 Studien verantwortlich, nur der kleinere Teil der 26 Forscher hat Arbeiten vorgelegt, die sich molekularbiologischen Fragen widmen. Und die Gesamtschau der Studien hat der Forschungslage keine neue Erkenntnis hinzugefügt. Was aber in der Pressemitteilung so geschrieben steht. Die vorgelegte Studie hat überhaupt nicht versucht die Ergebnisse einzelner Studien so zusammenzuführen, dass in der Gesamtschau ein neues Ergebnis sichtbar werden könnte. Die Mobilfunk-Insektenstudie von Nabu und Diagnose-Funk listet lediglich die experimentellen Ansätze von 26 Forscherinnen und Forschern und deren Forschungsergebnisse in Ultrakurzform auf. Sie ist also bestenfalls eine Übersicht der Forschungslage. Und das schreibt der Autor auch selbst.</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Und weiter: Er habe gar keine Übersichtsanalyse erstellen können, weil die dafür notwendigen statistischen Angaben nur bei einer handvoll der analysierten Studien vorlägen. Und: Die von ihm betrachteten Einzelstudien kämen in vielen Fällen zu Ergebnissen, die erst noch von anderen Teams repliziert werden, also bestätigt werden müssten. Der Autor sagt auch, dass er aus demselben Grund, den von ihm aufgeführten statistischen Mängeln, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Publikationsbias">Publikationsverzerrung</a> nicht ermitteln konnte. Das meint folgendes: Studien, die einen Effekt von Mobilfunkstrahlung auf Insekten finden, werden meist auch publiziert. Studien, die jedoch keinen Effekt finden, werden oft gar nicht bis zur Publikation zu Ende geführt. Das verzerrt den Blick auf die tat, sächliche Forschungslage. Das Ausmaß dieser Verzerrung konnte in der Mobilfunk- und Insektenstudie von Nabu und Diagnose-Funk aber nicht bestimmt werden, weil Daten fehlen, sagt der Autor. Sagen uns aber nicht seine Auftraggeber. Weiter: Die Aussagen zur Schädlichkeit der Strahlung leiden nach Angaben des Autors darunter, dass die Mehrheit der Studien nicht nach den üblichen Sorgfaltskriterien durchgeführt wurde. Oha!</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Fazit: Es gab keine Möglichkeit die Daten der Einzelstudien zu einer Metaanalyse zusammenzuführen. Die Abschätzung der Publikationsverzerrung war nicht möglich. Der Autor schreibt von Einschränkungen bezüglich der Verlässlichkeit, mit der schädigende Effekte nachgewiesen werden konnten. Demgegenüber postulieren die Auftraggeber in ihrer Pressemitteilung, dass diese Studie erstmals aufzeige, dass Mobilfunkstrahlung ein wichtiger Faktor bei der Erklärung des Insektensterbens sein könnte.</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Was bleibt mir? Der Eindruck, dass hier einfach mal alles gebündelt wurde, was an Studien zum Thema Elektromagnetismus und Insekten in den letzten Jahrzehnten entstanden ist. So eine Bündelung kann zusammen mit der entsprechenden Pressemitteilung schon mal mediale Wirkung erzielen. Und dann hat man sich aber noch dazu verstiegen den Eindruck zu erwecken, als ob die Bündelung grundsätzlich Neues hinsichtlich der Ursachen des Insektensterbens aufzeigen würde. Tut sie aber nicht.</strong></em></span></p>
<p><strong>Hintergrund</strong><br />
<a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&amp;id=69535">Alain Thill: Von der Masterarbeit zur Metastudie</a></p>
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<pubDate>Sun, 20 Sep 2020 19:38:53 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>11 Die Kunst der selektiven Wahrnehmung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Müdigkeit, Nervösität, &quot;oxidativer Zellstress&quot; und &quot;möglicherweise&quot; krebserregende Wirkung sei in über 1000 biologisch-medizinischen und 310 epidemiologischen Studien beschrieben worden.</p>
</blockquote><p>Soso, das wären dann insgesamt 1310 Alarmstudien, die der gelernte Drucker ausgemacht haben will. Doch wo sind 801 davon abgeblieben? In seiner <a href="https://www.emfdata.org/de">Alarmstudiendatenbank</a>, die im Gegensatz zum <a href="http://www.emf-portal.de/">EMF-Portal</a> der RWTH Aachen ein Zerrbild des tatsächlichen Wissensstandes abgibt, listet Hensinger (Stand heute) lediglich 509 Studien auf, die er für alarmierend hält.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Sun, 20 Sep 2020 09:44:16 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>11 Die Kunst der selektiven Wahrnehmung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Angelika Brand ist Redakteurin von wendland-net.de, das über Lokalereignisse im östlichen Niedersachsen berichtet. Am 15. September 2020 besuchte sie eine Anti-5G-Veranstaltung, zu der Landrat Jürgen Schulz als Vertreter des Landkreises Lüchow-Dannenberg nach Hitzacker eingeladen hatte. Zwei Referenten aus der Anti-Mobilfunk-Szene durften dort ungestört ihre Sicht zum &quot;Risiko 5G&quot; vortragen, eine Gegenstimme hatte der Landkreis nicht eingeladen. Vielleicht war es diese einseitige Orientierung der &quot;Informationsveranstaltung&quot;, die Angelika Brand hellhörig machte. In bestem journalistischem Selbstverständnis begnügte sie sich jedenfalls nicht damit, die Behauptungen der Referenten als &quot;Superspreader&quot; ungeprüft weiter zu verbreiten, sie recherchierte stichprobenweise und <a href="https://wendland-net.de/post/5g-infoveranstaltung-angriff-auf-das-leben-an-sich-13534">schrieb erst dann ihren Artikel</a>. Das Ergebnis, was Peter Hensinger anbelangt, fiel deshalb so aus (Auszug):</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>[...] Dass durch 5G-Anwendungen Transparenz und Demokratie geschaffen würden, hält Hensinger für einen Mythos. Das Gegenteil sei der Fall. Als Beleg zitierte er einen Absatz aus der Smart City Charta der Bundesregierung, nach dem sich Wahlen durch die umfangreichen Dateninformationen erübrigen würden. Was Hensinger verschweigt: der zitierte Passus ist Teil des Beitrags eines finnischen Autoren, der für die Charta skizzierte, welche positiven - aber auch negativen - Auswirkungen die nächste Phase der Digitalisierung haben könnte - wenn nicht gegengesteuert wird.</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>In den Leitlinien der Charta wird dagegen klar definiert, dass durch die weitere Digitalisierung eine &quot;eine breite Teilhabe und Mitgestaltung der Zivilgesellschaft an kommunalpolitischen Prozessen erleichtert werden soll.&quot;</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Im Weiteren beschäftigte sich Hensinger hauptsächlich mit den (womöglichen) gesundheitlichen Folgen der erhöhten Strahlung durch 5G-Verteiler. Müdigkeit, Nervösität, &quot;oxidativer Zellstress&quot; und &quot;möglicherweise&quot; krebserregende Wirkung sei in über 1000 biologisch-medizinischen und 310 epidemiologischen Studien beschrieben worden. Hensinger räumte allerdings ein, dass es an Langzeitstudien fehlt, die eine konkrete Risikoabschätzung möglich machen würden.</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Auch was Nachhaltigkeit angeht, sei die 5G-Technologie kritisch zu betrachten. Es gäbe Studien, die negative Auswirkungen auf z.B. Insekten feststellen. Für Hensinger wirkt 5G &quot;als Brandbeschleuniger für nicht nachhaltige Entwicklungen&quot; wie z.B. der Abbau seltener Erden.</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Nicht nur in diesem Punkt gab es in dem Vortrag immer wieder Unklarheiten darüber, ob von 5G-Anwendungen die Rede ist oder allgemein von Mobilfunk- bzw. Smartphone-Nutzungen.</strong></em></span></p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Im Resümee forderte Hensinger einen Stopp des 5G-Ausbaus, denn: &quot;Der Stand der Technikfolgenabschätzung lässt eine Zulassung derzeit nicht zu.&quot; [...]</strong></em></span></p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69548</link>
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<pubDate>Sun, 20 Sep 2020 09:32:41 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>10 Sicherheitsabstand zu Tablets: 20 Zentimeter (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Peter Hensinger verkündete Ende 2015, es ist also schon eine Weile her, in einem Beitrag auf der Website des Baden-Württembergischen Philologenverbands PhV:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>Die Hersteller kennen die Risiken: für Smartphones wird in Gebrauchsanweisungen empfohlen, sie nur in 25 mm Abstand vom Körper zu nutzen. <span style="color:#f00;">Die US - Federal Communications Commission empfiehlt bei Laptops (Tablets) gar 20 cm Abstand</span>. Ist dies praktikabel? Wohl nicht, es ist eine juristische Absicherung für mögliche Folgeschäden.</strong></em></span></p>
<p>Es geht um die rot markierte Behauptung. Und kaum jemand wird Herrn Hensinger widersprechen, dass die Empfehlung, sicherheitshalber 20 Zentimeter Abstand zu Laptops und Tablets einzuhalten (wegen der Strahlung), ziemlicher Blödsinn ist. Doch darum geht es in dieser Kritik nicht, sondern darum, wo Peter Hensinger sein Wissen her hat, mit dem er vor den Philologen des Schwabenlandes brillieren wollte. Da die wenig schmeichelhaften Rechercheergebnisse zu dieser Frage bereits an anderer Stelle hier im Forum vergraben sind, setze ich kurzerhand <a href="https://izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=63375">einen Link dorthin</a> und erspare mir so eine Wiederholung.</p>
<p>Nachzutragen ist: Der Philologenverband hat sich inzwischen Hensingers Beitrag entledigt, der am obigen Linkziel genannte Link zu seinem Beitrag ist daher tot. Das ist schlecht, denn so könnte jemand auf die Idee kommen, ich legte dem &quot;Ressortleiter Wissenschaft&quot; des Vereins Diagnose-Funk etwas in den Mund, was er nie behauptet hat. Glücklicherweise aber hat der Beitrag im <a href="http://web.archive.org/web/20170108060040/http://www.phv-bw.de/Veroeffentlichung/Publikationen/GBW_2015_11/14-wlan.html">Webarchiv</a> überlebt (noch!), so dass sich jeder selbst davon überzeugen kann, der Stuttgarter hat tatsächlich das behauptet, weswegen er hier durch die Mangel gedreht wird.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69477</link>
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<pubDate>Tue, 08 Sep 2020 20:37:46 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>09 Hensinger schlägt Bitkom-Vertreterin 27:0 (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#666;"><strong>Die &quot;Frage der Woche&quot;, eine kleine <a href="https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/sollen-schulen-mit-wlan-ausgestattet-werden.html#topPosition">Meinungsumfrage</a> der Bayerischen Staatszeitung vom 20. August 2020, galt dem Thema &quot;<em>Sollen Schulen mit WLAN ausgestattet werden?</em>&quot;. Für &quot;Ja&quot; warb Nina Brandau, Referentin für Bildungspolitik des Digitalverbands Bitkom, für &quot;Nein&quot; sprach sich Peter Hensinger aus, zweiter Vorsitzender des Anti-Mobilfunk-Vereins Diagnose-Funk.</strong></span><br />
 <br />
Leser der beiden konträren Standpunkte hatten Gelegenheit mit Kommentaren ihre Meinung zum Thema einzubringen und diese Kommentare ergaben mit 27:0 eine überwältigende Zustimmung zu Hensingers Standpunkt. Mit diesem Posting will ich zeigen wie es dazu kam, denn abgesehen von den nicht-repräsentativen Meinungsbekundungen der Kommentatoren ist der vorläufige Endstand 27:0 (Stand: 5. September 2020, 16:12 Uhr) das Ergebnis von, nun sagen wir mal anstelle von Manipulation weniger hart, &quot;Nachhilfe&quot; durch Peter Hensinger, der das Duell mit Bitkom offenbar unbedingt gewinnen wollte. </p>
<p>Da ist zunächst das Medium <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Staatszeitung">Bayerische Staatszeitung</a> (BSZ), eine regionale Wochenzeitung mit einer verbreiteten Auflage von derzeit rd. 15'000 Exemplaren, davon 1640 bezahlte E-Papers, die vorwiegend in der Bau- und Bauzulieferwirtschaft gelesen wird. Mobilfunk, Elektrosmog oder elektromagnetische Felder sind Stichworte, die im aktuellen Themenplan der Zeitung nicht vorkommen, dennoch hat sich das Blatt seit 2013 klar aufseiten der Mobilfunkgegner positioniert und räumt Sprechern der Anti-Mobilfunk-Szene zuweilen Raum ein, ihre Standpunkte zu verbreiten. Das Motiv dafür ist nach Einschätzung des IZgMF in persönlichen Belangen des Chefredakteurs zu erkennen.</p>
<p>Üblicherweise ruft eine &quot;Frage der Woche&quot; der BSZ durchschnittlich zwei bis drei Kommentare hervor, bei Reizthemen wie &quot;<em>Sollen die Grundschulen ab sofort wieder komplett öffnen?</em>&quot;, können es auch deutlich mehr sein, im konkreten Beispiel sind es 42 durchaus kontroverse. Die hier betrachtete &quot;Frage der Woche&quot; zu W-Lan an Schulen rief bislang 35 Kommentare hervor: Zwei davon sind neutral, fünf habe ich nicht mitgezählt, weil diese von mir unter dem Pseudonym <em>Spatenpauli</em> eingetragen wurden und nicht der Frage gelten und einen Kommentar von &quot;Björn&quot; habe ich nicht mitgezählt, weil dieser ebenfalls mit der Sache nichts zu tun hat. Alle übrigen 27 Kommentare von 26 mutmaßlich unterschiedlichen Kommentatoren teilen Hensingers Standpunkt. Kein einziger teilt den der Bitkom-Vertreterin.</p>
<p>Die einhellige Meinung der 26 Kommentatoren ist leicht zu erklären, nimmt man an, dass diese 26 überzeugte Mobilfunkgegner sind. Und für diese Annahme gibt es konkrete Hinweise, denn in der Anti-Mobilfunk-Szene wurde auf die kleine Meinungsumfrage explizit aufmerksam gemacht:</p>
<p>► 21. August 2020: <a href="https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail?&amp;newsid=1601">Diagnose-Funk-Beitrag</a> &quot;Bayerische Staatszeitung: Sollen Schulen mit WLAN ausgestattet werden?&quot; verlinkt auf BSZ.<br />
► 21. August 2020: <a href="http://www.aufwach-s-en.de/2020/08/sollen-schulen-mit-wlan-ausgestattet-werden/">Bündnis für humane Bildung</a> (vertreten durch Peter Hensinger) verlinkt auf BSZ und auf den Diagnose-Funk-Beitrag.<br />
► 25. August 2020: Diagnose-Funk-Newsletter mit Link auf den Beitrag vom 21. August 2020.<br />
► 29. August 2020: Bürgerinitiative stoppt-5g.jetzt verlinkt in ihrem Newsletter auf BSZ und weist auf die Kommentarmöglichkeit hin.</p>
<p>Keiner der vier Multiplikatoren fordert gezielt dazu auf, Peter Hensingers Standpunkt in der BSZ wohlwollend zu kommentieren. Das ist in der Anti-Mobilfunk-Szene aber auch nicht nötig, denn jeder der kleinen verschworenen Gemeinschaft weiß auch so, was von ihm erwartet wird.</p>
<p>Was mich zu diesem Posting gebracht hat war die Frage: Hat auch der Verein Bitkom seine Reichweite dazu genutzt, seine Sympathisanten in Richtung BSZ in Marsch zu setzen? Nein, hat er nicht. Der Suchbegriff &quot;<a href="https://www.google.com/search?gws_rd=cr&amp;gl=us&amp;q=Staatszeitung%20site:bitkom.org">Staatszeitung</a>&quot; auf bitkom.com ergab keinen einzigen Treffer. Dies gilt auch für die Website <a href="https://www.google.com/search?gws_rd=cr&amp;gl=us&amp;q=Staatszeitung%20site:bitkom-research.de">bitkom-research.de</a>. Da niemand Nina Brandaus Standpunkt gut heißt, kann auch eine Mobilisierung von Sympathisanten auf irgendwelchen anderen Kanälen ausgeschlossen werden.  </p>
<p><strong>Fazit</strong>: Die extrem einseitige Kommentierung zugunsten von Peter Hensinger ist glaubhaft damit zu erklären, dass in erster Linie Websites, für die er mitverantwortlich ist, Gesinnungsgenossen zur BSZ schickten. Hensingers Gegenpart von Bitkom, eine Vertreterin &quot;der (bösen) Industrie&quot;, verzichtete darauf. Jeder kann sich nun selbst einen Reim darauf machen, ob diese Nachhilfe zum Erlangen der Deutungshoheit anständig ist oder nicht.</p>
<p>Unfreiwillig zeigt der Vorfall auch, wie gering die Reichweite von Anti-Mobilfunk-Vereinen entgegen dem Anschein tatsächlich ist. Dies wiederum erklärt, warum es der Szene seit gut 20 Jahren nicht gelingt, dauerhaft Rückhalt in der Bevölkerung zu bekommen. Der Rückhalt beschränkt sich auf zeitweise beispringende Wutbürger, die &quot;ihren&quot; – und nur &quot;ihren&quot; Sendemasten weg haben wollen, vielleicht 300 bis 400 überzeugte Mobilfunkgegner und &quot;Elektrosensible&quot; sowie auf ebenso viele Personen, deren Geschäftsmodelle auf irrationalen Ängsten gegenüber Elektrosmog beruhen. Wie schlimm es um die Argumentationsstärke der Szene bestellt ist, zeigen exemplarisch die Hensinger beipflichtenden Kommentare in der BSZ.</p>
<p>Anerkennung verdient die Kommentar-Moderation der BSZ, dass sie meine Kommentare, die stellenweise der Zeitung nicht gerade zum Vorteil gereichen, freigeschaltet hat. Bei anderen Medien, auch bekannten wie merkur.de, habe ich da schlechte Erfahrungen sammeln müssen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69457</link>
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<pubDate>Sat, 05 Sep 2020 17:36:37 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Wir sind von Grund aus, von alters her – ans Lügen gewöhnt (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Desinformation Hensingers ist diesmal besonders unverständlich ...</p>
</blockquote><p>Friedrich Nietzsche (1844–1900) erklärt das Unverständliche so ...:</p>
<p><span style="color:#399;"><em><strong>[...] Wer der Geschichte einer einzelnen Wissenschaft nachgegangen ist, der findet in ihrer Entwicklung einen Leitfaden zum Verständnis der[649] ältesten und gemeinsten Vorgänge alles »Wissens und Erkennens«: dort wie hier sind die voreiligen Hypothesen, die Erdichtungen, der gute dumme Wille zum »Glauben«, der Mangel an Mißtrauen und Geduld zuerst entwickelt – unsre Sinne lernen es spät, und lernen es nie ganz, feine treue vorsichtige Organe der Erkenntnis zu sein. Unserm Auge fällt es bequemer, auf einen gegebnen Anlaß hin ein schon öfter erzeugtes Bild wieder zu erzeugen, als das Abweichende und Neue eines Eindrucks bei sich festzuhalten: letzteres braucht mehr Kraft, mehr »Moralität«. Etwas Neues hören ist dem Ohre peinlich und schwierig; fremde Musik hören wir schlecht. Unwillkürlich versuchen wir, beim Hören einer andren Sprache, die gehörten Laute in Worte einzuformen, welche uns vertrauter und heimischer klingen: so machte sich zum Beispiel der Deutsche ehemals aus dem gehörten arcubalista das Wort Armbrust zurecht. Das Neue findet auch unsre Sinne feindlich und widerwillig; und überhaupt herrschen schon bei den »einfachsten« Vorgängen der Sinnlichkeit die Affekte, wie Furcht Liebe, Haß, eingeschlossen die passiven Affekte der Faulheit. – So wenig ein Leser heute die einzelnen Worte (oder gar Silben) einer Seite sämtlich abliest – er nimmt vielmehr aus zwanzig Worten ungefähr fünf nach Zufall heraus und »errät« den zu diesen fünf Worten mutmaßlich zugehörigen Sinn –, ebensowenig sehen wir einen Baum genau und vollständig, in Hinsicht auf Blätter, Zweige, Farbe, Gestalt; es fällt uns so sehr viel leichter, ein Ungefähr von Baum hinzuphantasieren. Selbst inmitten der seltsamsten Erlebnisse machen wir es noch ebenso: wir erdichten uns den größten Teil des Erlebnisses und sind kaum dazu zu zwingen, nicht als »Erfinder« irgendeinem Vorgange zuzuschauen. Dies alles will sagen: wir sind von Grund aus, von alters her – ans Lügen gewöhnt. Oder, um es tugendhafter und heuchlerischer kurz angenehmer auszudrücken: man ist viel mehr Künstler, als man weiß. – In einem lebhaften Gespräch sehe ich oftmals das Gesicht der Person, mit der ich rede, je nach dem Gedanken, den sie äußert, oder den ich bei ihr hervorgerufen glaube, so deutlich und feinbestimmt vor mir, daß dieser Grad von Deutlichkeit weit über die Kraft meines Sehvermögens hinausgeht – die Feinheit des Muskelspiels und des Augen-Ausdrucks muß also von mir hinzugedichtet sein. Wahrscheinlich machte die Person ein ganz andres Gesicht oder gar keins. [...]</strong></em></span> (<a href="http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Jenseits+von+Gut+und+B%C3%B6se/F%C3%BCnftes+Hauptst%C3%BCck.+Zur+Naturgeschichte+der+Moral/191-200">Quelle</a>)</p>
]]></content:encoded>
<link>https://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=69408</link>
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<pubDate>Fri, 28 Aug 2020 08:28:36 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>H. Lamarr</dc:creator>
</item>
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