26. September: Mobilfunkgegner sehen sich ausgeschlossen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.09.2018, 16:00 (vor 261 Tagen) @ H. Lamarr

Bern, 20.09.2018 - Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), hat entschieden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die über den Bereich Mobilfunk und Strahlung diskutieren wird. Sie soll insbesondere Bedürfnisse und Risiken beim Aufbau von 5G Netzen analysieren und bis Mitte 2019 einen Bericht mit Empfehlungen dazu verfassen.

Gigaherz-Präsident Jakob hat die Aufgaben der Arbeitsgruppe (siehe oben) augenscheinlich gründlich missverstanden wenn er sich am 26. September aus den Fingern saugt:

Einerseits soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, um dem Bundesrat in Sachen Grenzwertgestaltung bis Mitte 2019 einen Bericht über die zulässige Strahlenbelastung des Mobilfunkstandards 5G abzuliefern [...]

In der Arbeitsgruppe sollen die betroffenen Kreise vertreten sein.

Gigaherz-Jakob befürchtet nicht ohne Grund von der Teilnahme an der Arbeitsgruppe ausgeschlossen zu werden:

Gespannt sein darf man auch auf die Zusammensetzung der angekündigten Arbeitsgruppe aus «betroffenen Kreisen». Wetten dass Frau Leuthard mit «Betroffenen» die Mobilfunkbetreiber, deren Zulieferfirmen und weitere Industriekreise meint. Vielleicht auch noch das dürrenbergerische Industrie-finanzierte Forum Strom- und Mobilkommunikation. Vertreter von Gigaherz.ch, Bürgerwelle oder Diagnose-Funk sind damit mit Bestimmtheit nicht gemeint.

Die Befürchtung Jakobs ist nicht von der Hand zu weisen, denn Gigaherz, Bürgerwelle und Diagnose-Funk haben aus unterschiedlichen Gründen in der Arbeitsgruppe nichts zu suchen:

- Kompetenzgefälle: Es kann nicht Aufgabe der Arbeitsgruppe sein, selbsternannten Experten fachliche Nachhilfe zu geben.
- Interessenkonflikt: Kommerzielle Trittbrettfahrer der Mobilfunkdebatte sollten generell Hausverbot haben.
- Querulantentum: Von Querulanten in der Arbeitsgruppe ist kein Mehrwert zu erwarten, sondern fruchtlose Endlosdiskussionen.
- Fehlende Legitimation: Niemand außer sie selbst hat die Drei jemals legitimiert, als kritische "Volksvertreter" in Erscheinung zu treten.

Dennoch würde ich Vertreter der drei "Baubiologen-Initiativen" in die Arbeitsgruppe holen, um sie ruhig zu stellen und ihnen den Eindruck zu geben, wichtig zu sein und ernst genommen zu werden. Derweil könnten andere, so das Kalkül, etwas ungestörter vernünftig arbeiten. Dr. Paul Steffen würde ich nach Auflösung der Arbeitsgruppe für seinen Einsatz einen Verdienst- oder Tapferkeitsorden verleihen ;-).

Ungewollt hat Gigaherz-Jakob mit seiner Auflistung der drei "Baubiologen-Initiativen" Einblick in die Kräfteverhältnisse der eidgenössischen Anti-Mobilfunk-Szene gegeben, denn er hat seinen sogenannten Dachverband "funkstrahlung.ch" vergessen – bei dem auch Gigaherz Mitglied ist. Zum Glück, denn der selbsternannte Tiger funkstrahlung.ch ist von allen Papiertigern der Szene der mit der schlechtesten Kompetenzausstattung. Deshalb gehört funkstrahlung.ch mMn unbedingt mit hinein in diese Arbeitsgruppe, sollte diese tatsächlich therapeutischen Beschäftigungszwecken dienen.

Fazit: Dr. Paul Steffen steckt in der Zwickmühle und muss die Quadratur des Kreises irgendwie bewerkstelligen. Nimmt er die vier "Baubiologen-Initiativen" mit in die Arbeitsgruppe hinein, wird er viel Arbeit haben und ein mühsam ausgehandelter Konsens an Substanzmangel leiden. Lässt er sie draußen, sind substanzielle Ergebnisse denkbar, die Geschassten aber werden flammende Proteste verfassen und mit Steinen werfen. Bei solchen Gemengelagen kommt es meist zu einem Kompromiss. Im konkreten Fall könnte dieser z.B. so aussehen, dass von den vier "Baubiologen-Initiativen" die vernünftigste teilnehmen darf. Und die wäre? Aus meiner Sicht wäre dies trotz des klar kommerziellen Hintergrunds die 1-Mann-Initiative Peter Schlegel (bürgerwelle.ch). Schlegel wäre der einzige, der im Umgang mit Meinungsgegnern sich nicht im Ton vergreifen würde, der die funktechnischen Grundlagen kennt und der seit vielen Jahren im Elektrosmog-Geschäft ist, also Erfahrung hat. Es müsste Paul Steffen nur gelingen, ihn nachhaltig am Erzählen von Märchen für Erwachsene zu hindern, wie zuletzt diesem hier.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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