12. April: Netzausbau wird länger dauern (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 09.09.2018, 21:24 (vor 280 Tagen) @ H. Lamarr

Swisscom-Chef Urs Schaeppi wird von der Handelszeitung interviewt (Auszug):

Handelszeitung: Der Ständerat hat Ihnen kürzlich einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Lockerung der Mobilfunkgrenzwerte abgelehnt. Was lief falsch?
Schaeppi: Die Branche konnte den Ständerat nicht über­zeugen, dass eine Lockerung der Grenzwerte keine Gesundheitsgefährdung bedeutet. Die vorgeschlagene moderate Anhebung der Grenzwerte wäre immer noch dreimal unter dem Vorsorgewert der WHO gelegen, der in den meisten Ländern ­Europas gilt.

Die Folgen?
Der Netzausbau wird viel länger dauern und das Potenzial von 5G wird nicht voll erschlossen werden können.

Sie wollten Ende Jahr mit schnellen 5G-Verbin­dungen loslegen. Ihr Plan ist jetzt Makulatur?
Den ursprünglichen Fahrplan können wir so nicht einhalten. Der Entscheid heisst, dass wir substanziell mehr Antennen bauen müssen. Dies macht man nicht ohne Einsprache; im Einzelfall kann ein Bewilligungsprozess zwei bis drei Jahre dauern.

Ein Jahr Verzögerung beim Ausrollen von 5G?
Wir halten am Plan fest, bis Ende 2018 erste Orte mit 5G auszurüsten. Die Branche wird in der Schweiz gewisse technische Möglichkeiten jedoch nicht nutzen können, die 5G bietet. Es geht nicht nur um mehr Bandbreite und Kapazitäten, sondern auch darum, dass wir keine spezifischen Leistungen auf einen einzelnen Kunden ausrichten können, damit er mehr Bandbreite erhält. Dies bedeutet für die Kundschaft eine reduzierte Servicequalität.

Sie haben sicher einen Plan B?
Klar. Er ist simpel. Wir werden viel mehr Standorte für neue Antennen suchen müssen – das braucht Zeit und Geld.

Wie viele zusätzliche Antennen? Heute sind es 300 Stück im Jahr.
Exakte Zahlen will ich keine nennen. Was ich ­sagen kann: Der Ausbau wird viel teurer. Weil sich das Datenvolumen auf dem Netz fast jedes Jahr verdoppelt, sind wir mit Hochdruck am Ausbau, zumal wir auf drei bis vier Jahre hinaus planen und bauen müssen

Wie hoch wird Ihr zusätzlicher Investitionsbedarf?
Wir reden von deutlichen Mehrinvestitionen. Die Konkurrenten haben dasselbe Problem; auch sie müssen mehr investieren.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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