Prof. K. Hecht bei Wikipedia von Mobilfunkgegnern vereinnahmt (Allgemein)

Spatenpauli @, München, Sonntag, 15.04.2012, 00:45 (vor 2412 Tagen) @ Spatenpauli

Prof. Hechts Wirken wird bei "seinem" ohnehin ziemlich kargen Eintrag in der Web-Enzyklopädie im Wesentlichen auf das eingedampft, was ihn lange nach seiner aktiven Laufbahn angefangen hat zu beschäftigen: Elektrosmog.

Irritierend finde ich vor allem diese Passage aus seinem Eintrag:

"Bekannt wurde Hecht durch seine Auswertung russischer Studien zu Langzeitwirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder. Er vertritt die These, dass die derzeitigen Grenzwertbestimmung [sic!] nicht ionisierender Strahlung untauglich sind zum Schutz vor schädlichen EMF-Strahlung für den Menschen."

Irritierend deshalb, weil einen solchen tendenziösen Text eigentlich nur ein Außenstehender geschrieben haben kann, jemand der wenig Durchblick (bei Hecht) hat, ein Mobilfunkgegner vielleicht, auf jeden Fall kein unvoreingenommener Mensch.

Ich habe mir deshalb die Verfasser der "Hecht-Seite" etwas genauer angesehen.

Gewachsen ist der Eintrag am 3. April 2010 um 12:07 Uhr auf dem Mist eines "Enzyklopädist", der die schräge Textpassage jedoch noch nicht drinstehen hatte. "Enzyklopädist" wurde am 21. März 2011 als Autor von Wikipedia-Beiträgen dauerhaft gesperrt, es sei bei ihm "kein Wille zur enzyklopädischen Mitarbeit erkennbar gewesen" schreibt einer der Admins lakonisch.

Doch schon am 7. April tritt ein "Gregor Bert" auf den Plan, jemand, der spontan zu Werke gegangen sein muss, denn in 18 Minuten schafft er es, nicht weniger als fünf Versionen des Hecht-Eintrags zu fabrizieren.

Sein erster Schritt um 21:35 Uhr war ein Link auf den Lebenslauf von Hecht bei "hese". Dies ist mMn auch ein deutlicher Hinweis darauf, wo der gute Mann anzusiedeln ist.

Um 21:50 Uhr hudelte er die oben zitierte schräge Passage ein, um 21:53 Uhr krönte er sein Werk abschließend mit einem Link zu der Anti-Mobilfunk-Bürgerinitiative Pulsschlag.

Unser Mann war so sehr darauf fixiert, seine Anti-Mobilfunk-Spuren eilends einzubringen, dass er den kapitalen Bock, der im vorhandenen Beitrag an exponierter Stelle stand, nicht bemerkte:

"Karl Hecht studierte von 1950 bis 1995 an der Charité Humanmedizin ...".

Demzufolge wurde Prof. Hecht noch vor Ende seiner Studienzeit an der Charité von dieser bereits wieder in den Ruhestand geschickt. Wahrscheinlich Weltrekord.

Der kuriose Fehler stand von Anfang an drin und hielt sich dort bis 15. Februar 2012, als ein Unbekannter mit einer Berliner IP-Adresse sich erbarmte und Hechts Studienzeit von 45 Jahren auf fünf verkürzte. Der von "Gregor Bert" gekonnt eingeflochtene Grammatikfehler hat jedoch auch diesen Eingriff unbeschadet überstanden.

"Gregor Bert" kümmert sich seit seinem missratenen Spontanauftritt bei Wikipedia wieder um Themen, von denen er hoffentlich mehr Peilung hat.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Fehler, Hecht, Voreingenommen


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