Bürgermeister Eggert zur "Bücherei-Affäre" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 23.06.2011, 17:20 (vor 3991 Tagen) @ Gast

Bürgermeister Ralf Eggert (Gaildorf) hat, wie berichtet, mobilfunkkritische Literatur aus dem Bestand entfernen lassen. Eggert habe die mobilfunkkritische Literatur durch zwei Bücher von Alexander Lerchl ersetzt.

Wenn man sich die Aufregung ansieht, die die "Bücherei-Affäre" <hier> verursacht hat, dann gerät die Euro-Krise fast zur Nebensache. Bürgermeister Eggert nimmt den Streit indes eher gelassen, es gäbe, schreibt er auf Anfrage des IZgMF, allerdings einen gewissen Druck von weit weg lebenden Personen. Er sei der Meinung, Fachliteratur solle sich nur auf nachvollziehbare und reproduzierbare Studien stützen. Der Bürgermeister will jetzt die Abschlussberichte der Wiener-Ethikkommission zu "Reflex", die die Vorgänge um die Wiener Studien untersuchte, denjenigen Büchern beilegen, die den Fälschungsverdacht gegenüber "Reflex" ignorieren.

Eggert begründet diese Maßnahme damit, den Besuchern der Bücherei solle die Positionen beider Seiten angeboten werden. Ziel sei Neutralität der Stadtbücherei. Die Leute sollten sich dort auch einander Widersprechendes zeitgleich ausleihen können, und damit zum kritischen Nachdenken und zur eigenen Meinungsbildung angeregt werden. Welche Meinung sich der Leser dann letztlich bilde, sei allein dessen Sache.

Mit der beschriebenen Vorgehensweise, so Eggert, gelinge seiner Meinung nach eine angemessen pluralistische Meinungsbildung recht gut.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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