Information aus Schweden (Allgemein)

Ex-Mobilfunker, Mittwoch, 21.07.2010, 18:26 (vor 3429 Tagen) @ Fee

Fee,

2. Beweisen Sie, daß Ihre Behauptung stimmt, daß "es mobilfunkkritischen Forschern meist nicht gut ergeht", wenn...

http://gigaherz.ch/pages/posts/wenn-sie-nicht-schiessen-dann-kaufen-sie1629.php

3. Belegen Sie mir bitte Ihre Behauptung, "da das was den Betroffenen mit der ständigen Zunahme von Elektrosmog angetan wird, sonst unter Menschenrechtsverletzungen fallen könnte".

Hierzu kann ich auch einmal mit einem Buchtipp aufwarten:
http://medien.diagnose-funk.org/2010/ein-schoenes-gefaengnis.php

... mit Ihnen bleibt es wenigsten immer witzig, wenn Sie sich mit "Fakten" Ihrer eigenen Organisation oder Partnerorganisationen begründen. Wie wärs denn mal mit Beweisen aus Primär-, Sekundärquellen oder unabhängigen Tageszeitungen oder Magazinen?

Ich empfände es als elementare Menschenrechtsverletzung, wenn eine hypochondrische Minderheit mir meine Zugänge zu Informationen reglementieren könnte. Diese Informationen sind elementarer Bestandteil der politischen Willensbildung einer Demokratie.

Beweisen Sie bitte Ihre Behauptung "hypochondrisch"!

Hypochondrie (gr. ὑποχόνδρια: Gegend unter den Rippen) ist eine somatoforme Störung und bezeichnet nach den internationalen Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-IV eine psychische Störung, bei der die Betroffenen unter ausgeprägten Ängsten leiden, eine ernsthafte Erkrankung zu haben, ohne dass sich dafür ein objektiver Befund finden lässt. (Soweit zur Definition)

Im Alltagssprachgebrauch wird unter Hypochondrie eine von Angst dominierte Beziehung zum eigenen Körper und zu dessen Funktionieren verstanden. Die Betroffenen, bezeichnet als Hypochonder, sind um ihre Gesundheit besorgt, achten vermehrt auf geringe Veränderungen von Körperfunktionen und interpretieren auch geringfügige Körpersignale als möglichen Ausdruck schwerer Erkrankungen.

Eine übertriebene Selbstbeobachtung führt oft zu häufigen Arztbesuchen, wobei auch ausführliche und wiederholte Untersuchungen keine körperliche Ursache der Beschwerden ergeben. Der Hauptgegenstand der Befürchtungen ist meist über längere Zeit konstant, beispielsweise Angst vor Krebs (Karzinophobie), vor AIDS oder eine Angst, überhaupt zu erkranken (Nosophobie), wobei alltägliche körperliche Wahrnehmungen als Krankheitszeichen fehlgedeutet werden.

Die leicht zugänglichen Möglichkeiten, sich über Internetportale zu Krankheitsymptomen zu erkundigen, führt zu einer neuen Ausprägung der Hypochondrie: Cyberchondrie.

Man spricht laienhaft von einer eingebildeten Krankheit (siehe Molière, Der eingebildete Kranke), als ob Hypochonder „nichts“ hätten. Tatsächlich erleben Hypochonder Missempfindungen, aber die Bedeutung, die sie ihnen überbesorgt beimessen, erscheint der Umgebung nicht nachvollziehbar, und Heilfachkundige können gewöhnlich keine auffälligen Organbefunde feststellen. Typischerweise haben die Betroffenen bereits viele medizinische Untersuchungen hinter sich und wechseln häufig den Arzt („Doctor Hopping“ oder „Doctor Shopping“ genannt).

Das entsprechende Krankheitsbild wurde früher als Hypochondrie bezeichnet, wird aber heutzutage entsprechend der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) unter F45.2 als Hypochondrische Störung definiert. Jeder 20. Patient bildet sich sein Leiden nur ein - Heilung von nicht vorhandenen Krankheiten ist aber nicht möglich.

Definitionsgemäß sollte man die hypochondrische Störung von Wahnstörungen oder der übermäßigen Beschäftigung mit der eigenen körperlichen Erscheinung (Dysmorphophobie) abgrenzen. Besonders wichtig ist auch die Abgrenzung zu den anderen somatoformen Störungen.

Bei nachhaltiger Ausprägung ist Hypochondrie eine ernst zu nehmende Störung, die quälend sowohl für die Betroffenen als auch – manchmal noch mehr – für ihre Umgebung sein kann. Nach den Ergebnissen einer großen WHO-Studie (Gureje et al., siehe Literatur) zählt Deutschland international zu den Spitzenreitern für hohe Krankheitsangst. Die Krankheit tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf.

Literatur:
Susan Baur: Die Welt der Hypochonder. Über die älteste Krankheit der Menschheit, dtv, München 1994, ISBN 3-423-30429-4
O. Gureje, T.B. Üstün, G.E. Simon: The syndrome of hypochondriasis: A cross-national study in primary care, Psychological Medicine, 27, 1997, 1001–1010
John Naish: Hypochondrie kann tödlich sein. Handbuch für eingebildete Kranke (Satirische Betrachtung, kein Sachbuch), Rowohlt Verlag, Reinbek 2005, ISBN 3-499-61994-6
Autark Magazin: "Hypochondrie" (Monothematisches Magazin mit Beiträgen zum Thema, Bestellung online), 2004
Gaby Bleichhardt, Florian Weck: "Kognitive Verhaltenstherapie bei Hypochondrie und Krankheitsangst" Springer, 2007, ISBN 978-3-540-46854-7
Reichel, Ben (2004). Autark Magazin // Ausgabe Eins: Hypochondrie. (Nur zu beziehen über: www.hypochondrie.de)
Kaufs, Ernst L. (2006): "Ich habe Angst vor Krankheiten - Erfahrungen eines Hypochonders", Tribut Verlag, ISBN 3-9809863-1-4

Und das beste zum Schluß:
"So weist die Gruppe der Teilnehmer, die die Wohndistanz zum nächsten Sender auf 100 Meter oder weniger schätzen, signifikant höhere Werte in den SCL-Skalen Somatisierung, Zwanghaftigkeit, Ängstlichkeit, Phobische Angst, dem Summenscore für psychische Belastung PST, sowie beim STAI-Summenscore für Zustandsangst auf. Zudem zeigen sich für die Ausgangswerte für Alpha-Amylase (erste Messphase mit minimaler Exposition) signifikant höhere Werte für “subjektive Anrainer”. Das bedeutet, dass Personen mit wahrgenommener Wohnnähe zu einem Mobilfunksender psychisch deutlich belasteter sind."
Quelle: Augner, Christoph: Psychische Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf den Menschen,Zentrum für Neuropsychologische Forschung, Trier 2009

Tags:
Symptome, Hypochondrie, Hypochonder, Schweden, Phobie, Ausland, Somatoforme Störung


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