Roger Santini widerlegt posthum "Fee" (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 19.03.2010, 23:23 (vor 3723 Tagen) @ Fee

Auch bei Betrachtung der selbsteingeschätzten Entfernung der Wohnung zur nächsten Basisstation der Eltern als Expositionsmaß waren in der Gruppe der Kinder keine statistisch signifikanten Assoziationen mit den chronischen Beschwerden zu erkennen (Abbildung 48).

Das mit den Schätzungen der Entfernung ist auch wieder einmal so ein Trick solcher Studien, um den Leuten unterschieben zu können, ihre gesundheitlichen Beschwerden kämen nur von der Angst.

Diesen Einwand halte ich für polemisch. Woher kommen denn z.B. die 400 Meter, die Dr. Eger stets um seine von ihm untersuchten Sendemasten zirkelt, egal mit welcher Leistung die senden, um den angeblich gefährlichen Nahbereich vom ungefährlichen Fernbereich zu trennen? Dieser magische Wert ist eine Spätfolge der Santini-Studie (PDF). Santini hatte die Zone bis 300 Meter Abstand um einen Sendemasten in 5 Ringe separiert und die Leute, die dort wohnten, nach ihren Beschwerden gefragt. Also sozusagen die Mutter der Selbitz-Studie von Dr. Eger. Santini stellte fest, dass mit geringerem Abstand die Leute mehr Beschwerden nannten. So weit, so gut. Schlecht ist, dass Santini jedoch nicht gemessen hat, wie weit seine Probanden vom Masten weg wohnten (heute wäre so etwas mit Google-Earth auf den Meter genau mühelos möglich), er verließ sich einfach auf die von den Probanden geschätzten Werte. Noch klar?

Wenn es nun aber so ist, dass Leute eine fremde Bedrohung (Mast) näher empfinden, als diese tatsächlich ist, dann kann diese Fehleinschätzung die Symptomzuordnung zu Entfernungszonen stark verfälschen, sprich, einen steilen Anstieg in den dem Mast nahen Zonen nur vortäuschen.

Fazit: Wenn es ein "Trick" sein sollte, Probanden Entfernungen zum Masten schätzen zu lassen, dann hat der von Sendemastengegnern so hoch geschätzte Santini ebenfalls getrickst. Aus meiner Sicht hat er dies jedoch nicht, er war einfach nur leichtfertig und war sich nicht bewusst, dass er den Entferungsangaben seiner Probanden eben nicht blind trauen darf. Dieser Fehler entwertet seine Studie erheblich. Merken Sie was "Fee"? Sendemastengegner bzw. EHS stecken mit ihren Argumenten immer öfter in einer Zwickmühle fest. Vielleicht ist auch dies ein Grund dafür, dass der Ton in letzter Zeit so scharf geworden ist.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Trick


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