Risiko auf die geisteswissenschaftliche Art (Allgemein)

caro, Freitag, 27.02.2009, 17:12 (vor 5091 Tagen) @ H. Lamarr

Wie kommen Sie beide nur darauf, dass das Thema des SWR-Beitrags "starke Beeinträchtigung des Befindens" gewesen sei? Ich sehe das überhaupt nicht so. Für mich ist das ein Beitrag über die verzerrte Wahrnehmung von Risiken, wie es Prof. Renn ja schon mehrfach auch im Zusammenhang mit Mobilfunk berichtet hat.

Das sehe ich auch so. Allerdings finde ich es problematisch, sich dabei ausschließlich auf Ortwin Renn zu beziehen. Ortwin Renn ist von Haus Sozialwissenschaftler. Ich hatte persönlich auch schon mehrfach mit ihm zu tun. Meines Erachtens ist es fraglich, wie tief er bei seinen "Analysen" tatsächlich in technische Zusammenhänge und Erkenntnisse einsteigt. Er verfolgt einen geisteswissenschaftlichen Ansatz.
Auch seine Aussage, dass es wegen des erheblichen Aufwandes wenig Sinn mache, Atomkraftwerke ein kleines bisschen sicherer zu machen, finde ich fragwürdig. Natürlich ist theoretisch gesehen das Risiko eines Super-Gaus relativ gering. Wer aber schon Mal in Tschernobyl war, wird die Ansicht teilen, dass man so etwas um jeden Preis zu vermeiden versuchen sollte. Da mutet eine "Risiko-Abwägung" á là Renn schon etwas zynisch an.


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