16. Juni – Tag der gutgläubigen gelben Kanarienvögel (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 17.06.2021, 00:51 (vor 385 Tagen) @ H. Lamarr

Ich nutze diese E-Mail auch, um Sie darüber zu informieren, dass das französische toxikologische Analyselabor Toxseek ein Forschungsprogramm zu einem EHS-Biomarker durchführt. Sie haben entdeckt, dass eine Metallkontamination (Metalle, Schwermetalle, seltene Erden...), die von Symptomen begleitet wird, ein Zeichen für EHS sein könnte. Toxikologische Analysen werden an Haaren durchgeführt. Das Labor möchte sich mit EHS-Verbänden austauschen (kontaktieren Sie Matthieu Davoli unter research-ehs@toxseek.com).

Die Idee mag in Frankreich neu sein oder ein neues Geschäftsmodell begründen, in unseren Breiten ist sie keineswegs neu.

Tja ... das sieht mir ganz nach Geschäftsmodell aus und Mme. Lesure ist die Kupplerin, egal ob bewusst oder unbewusst. Denn so ein Haaranalyseset von Toxseek kostet stolze 320 Euro pro Analyse, "EHS-Verbände" mögen vielleicht einen kleinen Mengenrabatt aushandeln können. Und dann? Dann weiß ein EHS, dass er z.B. mit dem einen oder anderen Metall oder Schwermetall "belastet" ist oder auch nicht. Die Branche der dubiosen Entgiftungskliniken wartet schon auf ihn, um die nächste Krötenwanderung in ihre Richtung in Gang zu setzen. Am Ende ist unser EHS möglicherweise "entgiftet" und mit ziemlicher Sicherheit noch immer "elektrosensibel", weil sich dieses psychische Problem mit Detox-Firlefanz ziemlich sicher nicht lösen lässt. Dennoch ist unser EHS erleichtert – schlimmstenfalls um ein paar tausend Euro.

Wie das Protokoll so einer Toxseek-Haaranalyse aussieht, hier kann man es sich anschauen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Biomarker


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