Berliner 5G-Protest bei KenFM: kein Spiegel der Bevölkerung (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 25.09.2019, 15:04 (vor 79 Tagen) @ lex-5g

Interviewt wurden unter anderm eine Umweltmedizinerin und eine Heilpraktikerin.
https://kenfm.de/kenfm-am-set-stopp-5g-demo/

Wer sich das Video von der Kundgebung anschaut wird sich des Eindrucks nicht erwehren können: Dort waren keine Bürgerinnen und Bürger, die, neugierig geworden durch die Werbung für die Versammlung, sich unvoreingenommen selbst ein Bild von den Argumenten organisierter Mobilfunkgegner machen wollten. Nein, dort versammelten sich überzeugte Mobilfunkgegner aus ganz Deutschland, Leute, die durch beständige gezielte Berieselung mit Desinformation schon mit einer gefestigten Meinung in Berlin ankamen. Die Referenten aus der Szene hielten deshalb keine Reden, sie hielten Truppenansprachen. Insofern ist es irreführend, wenn KenFM schreibt:

Ob sich nun schlussendlich bei der Stopp5G – Demo am Sonntag nur Verstrahlte und Verwirrte oder schlicht besorgte und kritische Bürger einfanden, wollten wir persönlich erfahren.

Weil in Berlin eben kein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung anzutreffen war, war das Vorhaben von KenFM schon gescheitert, bevor sich der Reporter überhaupt auf die Socken machte. Wäre die Interviewsequenz eine epidemiologische Studie, würde sie bei der Peer-Review wegen der offensichtlichen Stichprobenverzerrung (Selection Bias) aus dem Verkehr gezogen worden sein. Ob KenFM sich dessen nicht bewusst war oder absichtlich so handelte, muss jeder selbst entscheiden. Auch, ob die Erwartungshaltung zutrifft, unter beseelten Mobilfunkgegnern etliche Mutanten anzutreffen, sinnloses Zeug stammelnde Wesen, haufenweise in metallische Rettungsdecken eingewickelte Personen oder sogar Skeptiker, die Mobilfunkgegner für Spinner halten. Allerdings: Der Cutter, der das Video geschnitten hat, könnte entsprechende Szenen rausgeschnitten haben, damit der gewünschte Eindruck von meist jungen, vernünftig wirkenden 5G-Besorgten nicht gestört wird.

Fakt ist: Nichts von dem, was die Interviewten, die offenkundig unbeirrbar unter dem Einfluss von Diagnose-Funk stehen, vorgetragen haben, hält einer kritischen Prüfung stand. So wurde der immer mal wieder im Interview (mit dem bei ihr obligatorischen Ärztekittel) auftauchenden Ärztin Barbara Dohmen, einer in der Szene bekannten Anlaufstelle für "Elektrosensible", in einer sozialgerichtlichen Auseinandersetzung von einem Sachverständigen vorgeworfen, sie festige bei ihren Patienten den Irrglauben, "elektrosensibel" zu sein. Das macht Dohmen in der winzigen Szene der "Elektrosensiblen" zur Lichtfigur. Außerhalb der Szene ist sie seit 20 Jahren wirkungslos.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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