Stellungnahmen emeritierter Professoren: Weisheit mit Lücken (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 11.03.2019, 21:59 (vor 193 Tagen) @ H. Lamarr

In der mündlichen Beschwerdeverhandlung wurde in der von den BF vorgelegten Beilage 24 zur Verhandlungsschrift (Stellungnahme von Dr. Frentzel-Beyme) darauf hingewiesen, dass epidemiologische Studien eine Risikoerhöhung bei Kindern zwischen dem Einwirken magnetischer Felder und dem Auftreten von Leukämiefällen gefunden hätten. Dazu erklärte der SV Humanmedizin in seiner während der mündlichen Verhandlung verfassten Stellungnahme (Beilage 57 zur VH-Schrift), dass er derartiges auch nicht bestreitet. Aufgrund epidemiologischer Studien wurden niederfrequente magnetische Wechselfelder 2002 von der IARC auch als „möglicherweise kanzerogen“ eingestuft. Neuere Studien zeigen jedoch keine derartige Assoziation mehr oder eine Abnahme des Risikos im Vergleich zu früheren Ergebnissen.

Ich finde diese Wertung des Gerichts ist ein schönes konkretes Beispiel dafür, dass emeritierte Professoren nicht unbedingt auf dem aktuellen Stand des Wissens seien müssen. Stellungnahmen emeritierter Professoren können kompetent sein, müssen es aber nicht. Je länger ein Ruhestand andauert, desto größer das Risiko. Besondere Vorsicht ist mMn nach angebracht, wenn ein Ruheständler bekanntermaßen Ergebnisoffenheit vermissen lässt, noch viel mehr, wenn er, wie etwa Prof. Klaus Buchner zudem nicht vom Fach ist. Der Epidemiologe Prof. em. Rainer Frentzel-Beyme wird in Kürze 80, er wurde 2003 in den Ruhestand versetzt.

Hintergrund
Prof. Dr. Rainer Frentzel-Beyme zum 75. Geburtstag

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Risiko, Epidemiologie, Frentzel-Beyme, emeritiert, Ruhestand, Ergebnisoffenheit


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