Was qualifiziert den Mann? (Allgemein)

M. Hahn, Donnerstag, 21.12.2006, 14:29 (vor 5230 Tagen) @ Doris

Aber wen haben wir von der Kritikerseite denn momentan noch überhaupt zu bieten, der in Ihren Augen gute Aufklärungsarbeit macht? Auch wenn ich wie Sie der Meinung bin, dass wir dringendst Leute mit einem besseren Konzept brauchen, halten die momentanen AKteure wenigstens die Suppe am Köcheln.

Doris, das sieht mir nach einem Zirkelschlusses aus.
Was war eher da, das Ei (Bewusstsein möglicher Gefahren legal betriebener Funktechnik) oder die Henne (Menschen, die davon reden)?

Ich gehe davon aus, dass Sie keine Ideologin sind, nach deren Meinung dieses "Bewusstsein" jedem "richtig" denkenden Menschen a priori selbstverständlich sein muss, also eine Art Axiom oder Offenbarung, dass gar keiner Begründung bedarf.

Dann muss es doch Äußerungen von Menschen geben/gegeben haben, die Ihnen -unterstützt durch eigenes Nachdenken- diese Begründung geliefert haben. Durch die Sie zu der Erkenntnis gekommen sind, dass in Bezug auf EMF-erzeugende Technologien bestimmte Dinge getan werden sollten. Richtig?

Sollten nicht genau diese Menschen geeignet sein, die Ihrer Meinung nach erforderliche Aufklärungsarbeit zu leisten?

Nun kann es passieren, dass wesentliche Begründungen/Aussagen/Behauptungen mancher dieser Leute sich als unwahr/ohne Prüfung nacherzählt heraus stellen. Damit meine ich nicht kleine Irrtümer, sondern zentrale Dinge, schlimmstenfalls bewusst erzählte Unwahrheiten.

Wäre es dann nicht erforderlich, zunächst einmal seine eigene Überzeugung kritisch zu beleuchten, soweit sie auch durch Aussagen solcher Leute zustande kam?
Wäre es nicht ebenso erforderlich, solche Leute aus der Liste seiner "Akteure" konsequent zu streichen?
Wenn Sie sich nicht konsequent von fragwürdigen "Frontleuten" trennen, können Sie zwar lange köcheln. Aber: Wozu?

Auch wenn die eigene Überzeugung durch solche unangenehmen Realitäten vielleicht nur marginal sich ändert:
Es kann doch nicht angehen, dass man sagt: Zweitrangig ob die "Frontleute" immer die Wahrheit reden, Hauptsache die Suppe bleibt am Köcheln. Dort wo sie Unsinn erzählen, sind es "nützliche Idiotien". Solange die Zuhörer nichts bemerken, ist alles in Ordnung.

Diese Sichtweise: "Ich verstehe auch lange nicht alles von der Sache, aber schon mal ein bisschen mehr als die Zuhörer im Dorfkrug. Lass die mal einstweilen DAS hören, solange wir keine besseren Frontleute haben"... da sollten Sie mal drüber nachdenken, meine ich. Gefällt mir ganz und gar nicht.

Ich kann doch eine Sache nur dann ernsthaft vertreten, wenn ich auch davon überzeugt bin. Ich kann sie nur dann redlich vertreten, wenn ich bereit bin, die Grundlagen dieser Überzeugung jederzeit kritisch zur Disposition zu stellen.

Alles andere hat entweder religiöse und/oder totalitäre Züge.

Religiös:
Schon, da sind die vielen Zweifel, ich kann das eigentlich nicht mehr von Herzen glauben. Aber: Zu lange hat mich dieser Glaube begleitet, ich mag nicht loslassen, denn eine Leere und das Gefühl verschenkter Lebenszeit blieben übrig. Und: Niemand kann widerlegen, dass nicht DOCH etwas daran sein könnte

Totalitär:
Einen Kampf gewinnt man nicht, indem man die Massen verunsichernde Diskussionen im eigenen Lager laut führt. Das eigene Ziel auch nur im Detail in Frage zu stellen ist der Anfang vom Ende. Die Frontleute sind Autoritäten. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Lieber vergröbert, überzeichnet, nützliche Idioten vor die Karre gespannt, als die Karre im Dreck. Der Gegner macht´s auch nicht anders.

Solche totalitären Auffassungen findet man immer wieder in dieser Diskussion; gerade wieder wollte jemand KlaKla entlarven und exkommunizieren.

Die Auffassung, dass das BfS ja vielleicht schon genug Empfehlungen in Richtung persönlicher Vorsorge gebe, aber weil das verblendete,konsumgeile,träge,ungebildete (suchen´s sich was aus) Volk diese leisen Stimmen nicht wahrnehmen wolle, müsse mit dem Holzhammer nachgeholfen werden... das ist im Grunde elitär bis totalitär. Genauso wie Greenpeace gegen grüne Gentechnik vorgeht, aber weiß: Den Leuten kann man nicht mit Artenvielfalt kommen, das langweilt. Also: Gesundheitsgefahr durch Genfood propagiert. Da ist die Beweislage zwar mehr als dürftig, aber da kriegen wir ihn den Michel, bei seiner Angst.
Das mal übersetzt auf Handy vs. Funkmast. Die Reflex-Studie oder Salfords Ratten als Argumente gegen den Funkmast. Fühle ich mich doch intellektuell verarscht, auf deutsch gesagt.

Wenn Sie eine Sache nicht mit integeren und wirklich fachkundigen Leuten vertreten können, dann... gibt´s diese Sache gar nicht!

M.H.

Tags:
Warnung, Menschenverstand, Totalitär, Nachgefragt, Kritik, Aufklärung, Blut-Hirn-Schranke, Zirkelschluss, Salford, Fanatismus, nützliche Idioten


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum