Verharmlosung der Sachverhalte (Allgemein)

KlaKla, Mittwoch, 26.07.2006, 09:08 (vor 6034 Tagen) @ Raylauncher

Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen. Es ist unumstritten, dass Handys Einflüsse auf die Gehirnströme haben. Wenn dies nicht so wäre, dann hätten Sie sich doch sicher im anderen Forum beim entsprechenden Thema zu Wort gemeldet.

Ausschnitt aus dem Buch "Das große Strahlen - Handy & Co" Seite 263 - 267

Im Laufe der Jahre hat sich die Bevölkerung mehr und mehr für das Problem Elektrosmog interessiert. Bis heute bewegt sich die Diskussion zwischen Verharmlosung - oft wider besseren Wissens - auf der einen und Übertreibungen auf der anderen Seite. Wo liegt die Wahrheit? Die Politik und die Industrie repräsentieren sie jedenfalls nicht.

Die gängige Handlungspraxis auf industrieller Seite ist die Verharmlosung der Sachverhalte, und zu diesem Zweck geht man durchaus so weit, kritische Wissenschaftler zu diffamieren. So wird bis heute zum Beispiel Lebrecht v. Klitzing, Medizinphysiker von der Universität Lübeck, immer wider vor der Industrie vorgeführt, Er hatte vor fast 10 Jahren als erster in Deutschland auf Effekte im Gehirn durch Handystrahlung hingewiesen. Seit Jahren wird von Vertretern der Industrie kolportiert, ein Proband seines Experimentes zur Untersuchung der Mobilunkwirkung auf das Gehirn sei eingeschlafen. Auf kaum einer Veranstaltung zum Thema Mobilfunk fehlt dieser Hinweis, so noch im Februar 2002 während eines Hearings in Siegburg durch Gerd Friedrich, den Geschäftsführer der Forschungsgemeinschaft Funk (FGF). Die FGF ist ein Verein, dessen Mitglieder vorwiegend aus Industrie und Politik kommen. Mitglieder sind unter anderem Mobilfunkbetreiber und -hersteller. Der Verein betreibt Öffentlichkeitsarbeit und vergibt Forschungsaufträge...

Die Vorgehensweise von Politik und Industrievertretern ist fahrlässig und unverantwortlich. Nicht auf Warnzeichen zu achten bedeutet, wertvolle Zeit im Sinne der Vorsorge zu vergeuden. Die Industrie - mit den Politikern im Schlepptau - wird die Gefahren erst zu geben, wenn sie genug mit den vorhandenen Techniken verdient hat, beziehungsweise wenn die Marksättigung eingetreten ist und neue Geräte die Marktreife erlangt haben.

Die Aussage der Ergebnisse von epidemiologischen Untersuchungen lautet: Durch Elektrosmog treten etwa 1 % mehr Leukämiefälle pro Jahr auf. Das wären bei 620 Fällen in Deutschland 3 bis 4 zusätzliche durch Elektrosmog. Ist das nicht Grund genug, die Bevölkerung zu warnen? Und vor allem Grund genug für die Gesundheitspolitiker, strengere Grenzwerte zu ermitteln und andere Maßnahmen zu ergreifen, um diese Fälle zu verhindern?


Quelle: Das große Strahlen - Handy & Co von Katalyse
ISBN N 3-462-03168-6 aus dem Jahr 2002.

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Verantwortung, Leukämie, Effekte, Klitzing, Literatur


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