Forschungsprojekt 3620S82476: Kommunikationsstrategie 5G (Forschung)

H. Lamarr @, München, Montag, 22.06.2020, 01:24 (vor 899 Tagen) @ H. Lamarr

3620S82476
WR5
Mobilfunkkonflikte aus der Vergangenheit als Lehrbeispiel für Kommunikationsstrategie 5G?

Kurzbeschreibung

Zur Durchführung seiner gesetzlichen Aufgaben lässt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) technisch-wissenschaftliche Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für den Schutz des Menschen vor den Gefahren nichtionisierender Strahlung klären.

Mit der Versteigerung der Frequenzen für das 5G-Netz (Mobilfunknetz der 5. Generation) Anfang 2019 in Deutschland ergeben sich für die kommenden Jahre weitreichende Veränderungen. Der Ausbau wird derzeit geplant beziehungsweise es wurden bereits einige Areale für einen Testbetrieb installiert. Zur Verwirklichung des neuen Standards werden mehr beziehungsweise ein anderer Typ von Mobilfunk-Sendestationen und –antennen benötigt als bisher im 4G LTE-Netz vorhanden sind. Die Einführung dieses neuen Mobilfunkstandards 5G geht mit zahlreichen konflikthaften Auseinandersetzungen einher, da Auswirkungen auf Mensch und Natur befürchtet werden.

Eine ähnliche Protestwelle gab es bereits in der Vergangenheit. Ende der 1990er, Anfang der 2000er Jahre kam es zu zahlreichen Protesten gegen den damals boomenden Ausbau der Mobilfunknetze. Gesundheitsrelevante Argumente gegen die damals neue Mobilfunktechnologie wurden laut proklamiert.

Gegner des 5G-Standards treten sehr massiv auf, fast noch aggressiver als zu den Anfangszeiten des Mobilfunks.

Angaben zur Leistung
Ziel dieses Vorhabens ist eine Aufbereitung historischer wie rezenter Diskurse um Gesundheitsfragen beim Ausbau des Mobilfunks mithilfe einer Medienresonanzanalyse. Aspekte, die hierfür relevant sind, sind herauszuarbeiten. Sie bieten die sozialwissenschaftliche Grundlage, um wissenschaftliche Positionen den Sorgen und Befürchtungen der Bevölkerung gegenüberzustellen. Das Vorhaben soll klären, in wie fern die derzeitigen Diskussionen bei der Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G lediglich eine Wiederholung darstellen oder sich durch neue Argumente, andere Akteure und/oder veränderte Diskussionskultur verändert haben. Der Schwerpunkt soll auf diskutierten gesundheitlicher Wirkungen von Mobilfunk allgemein und 5G im Speziellen und wissenschaftlicher Unsicherheiten in der Risikobewertung von Mobilfunk allgemein und 5G im Speziellen fokussiert sein, aber auch Begleitfaktoren (Technikdiskussion, Netzabdeckung, Sicherheitsfragen, Freiwilligkeit der Exposition, Zeitgeist, etc.) berücksichtigen. Die Bedeutung neuer Kommunikationswege und -mittel (Social Media) im Vergleich zur Einführung des flächendeckenden Mobilfunks in der Vergangenheit ist zu bewerten. Auf der Basis der Ergebnisse werden allgemein verständliche Empfehlungen für eine verständliche Wissenschaftskommunikation zu 5G/Mobilfunkfragen entwickelt.

Laufzeit: maximal 12 Monate, beginnend ab dem 01.10.2020

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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BMUV


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