Forschungsprojekt 3620S92410: Magnetfelder/Kinderleukämie (Forschung)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.05.2020, 21:42 (vor 402 Tagen) @ H. Lamarr

3620S92410
WR5
Untersuchung zum Auftreten von Leukämie bei prädisponierten, Magnetfeld-exponierten Tiermodellen

Kurzbeschreibung

Bei der Entstehung von Leukämien im Kindesalter handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen, wobei genetische Veranlagung, weitere endogene Faktoren sowie äußere Umwelteinflüsse zusammenwirken. Trotz der verschiedenen Anstrengungen in unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaft sind die genauen Ursachen für die Erkrankung und ihr Zusammenspiel nach wie vor unklar. Die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugeordnete Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) bewertet Magnetfelder als „möglicherweise kanzerogen“ beruhend auf epidemiologischen Studien, die konsistent einen statistischen Zusammenhang von Leukämien im Kindesalter mit schwachen niederfrequenten Magnetfeldern (ELF MF) beobachten konnten. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dieser Umwelteinwirkung und dem Risiko für Leukämien bei Kindern ist jedoch nach dem Stand der Wissenschaft bisher nicht erklärbar. Hier besteht Handlungsbedarf im Bereich des Strahlenschutzes.

In dem EU-geförderten Projekt „Advanced Research on Interaction Mechanisms of electroMagnetic exposures with Organisms for Risk Assessment“ (ARIMMORA) sollte ein möglicher kausaler Zusammenhang zwischen ELF MF und Leukämie im Kindesalter genauer untersucht werden. Dafür wurde u.a. ein Mausmodell entwickelt, welches das häufigste Fusionsgen in kindlicher akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL), ETV6-RUNX1, spezifisch in hämatopoietischen Stamm-/Vorläuferzellen exprimiert. Dieses Mausmodell wurde im ARIMMORA-Projekt eingesetzt, um zu überprüfen ob eine Exposition mit niederfrequenten Magnetfeldern Leukämie in prädisponierten Mäusen auslöst. Über den Beobachtungszeitraum von 2 Jahren entwickelte eine von 30 exponierten Mäusen, aber keine der nicht exponierten Mäuse eine B-Zell ALL. Dieses Ergebnis war jedoch aufgrund geringer Versuchstierzahlen nicht statistisch signifikant. Um die Ergebnisse aus dem ARIMMORA-Projekt zu überprüfen, soll in diesem Vorhaben eine größere Anzahl an Mäusen, die eine häufige Leukämie-spezifische chromosomale Translokation tragen, gegenüber ELF MF exponiert und auf das Auftreten von Leukämie untersucht werden.

Laufzeit: maximal 36 Monate, beginnend ab dem 01.08.2020

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Kinder, Leukämie, Forschungsprojekt


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