Bürgerwelle 2011: ETH-Studie mit Sonderdruck disqualifizieren (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 29.10.2019, 13:02 (vor 43 Tagen) @ H. Lamarr

Seit mehr als zehn Jahren versuchen nun die Anti-Mobilfunk-Szene und ihre Helfer dieses für sie unerfreuliche Studienresultat mit anekdotischen Erfahrungsberichten von Studienteilnehmern zu zerreden, zuletzt im Juni 2015 Gesundheitstipp-Reporterin Baumann.

Wer mit der Angst vor Elektrosmog Geschäfte macht kann auf "Elektrosensible" schlecht verzichten. Es liegt daher auf der Hand, dass solche Profiteure das Ergebnis der ETH-Studie mit allen Mitteln anzweifeln. Peter Schlegel ist einer dieser Zweifler. Als Schweizer Baubiologe ist es für ihn und seine Kollegen existenziell wichtig, dass der Elektrosmog-Angstpegel in der Bevölkerung infolge entwarnender Studien nicht fällt. Was tun?

Da die Qualifikationen fehlten, die ETH-Studie substanziell mit harten Fakten anzugreifen, griffen Schlegel und die "Bürgerwelle" Deutschland auf das zurück, was die Anti-Mobilfunk-Szene schon immer gut konnte: Munkeln & Raunen. Für die anspruchslose Zielgruppe "besorgte Laien" ist dies ausreichend, denn diese weiß über Elektrosmog noch weniger als organisierte Zweifler mit kommerziellen Interessen.

Das Ergebnis der Bemühungen ist ein 2011 gratis verbreiteter 13-seitiger Sonderdruck aus der Mitgliederzeitung der "Bürgerwelle", mit dem in der Bevölkerung Zweifel an der Integrität der Wissenschaft im Allgemeinen geweckt werden sollten und im Speziellen an der ETH-Studie.

Dumm gemacht ist dieses Papier nicht. Um das Ziel der Verunsicherung zu erreichen, tischt es Behauptungen, Unterstellungen und Verdrehungen nicht ununterbrochen auf, sondern streut in die verabreichte Desinformation stellenweise echte und leicht nachprüfbare aber nebensächliche Informationen ein. Dieser bekannte Propagandatrick funktioniert wie das Trojanische Pferd: Das Misstrauen der Leser wird beruhigt, die Desinformation reist im Gepäck der für gut befundenen wahren Information mit ins Hirn ein. Dort bleibt sie haften und prägt später das, was wir als "Meinung" in irgendwelchen Streitfragen kennen, ohne noch genau zu wissen, woher wir sie haben.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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