Zu spät, "Kompetenzinitiative", Elektrosensiblen-Schutzbund (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 22.11.2016, 23:36 (vor 1113 Tagen) @ H. Lamarr

Das Gejammere der Ko-Ini wird an der Niederlage vom 21. Januar 2015 nichts mehr ändern. Das wissen selbstverständlich auch die reifen Jungs um den reifen Karl Richter, sie spekulieren daher bereits auf den nächsten Anlauf im EWSA. Doch dazu müssen sie erst einmal einen Berichterstatter finden, der sich so einwickeln lässt, wie zuletzt der Spanier Bernardo Hernández Bataller.

Man sollte es nicht für möglich halten! Bald zwei Jahre nach der Abstimmungsniederlage vom 21.01.2015 stimmt jetzt ein Bündnis aus Elektrosensiblen und Anti-Mobilfunk-Bürgerinitiativen ein mehrseitiges Gezeter (PDF, zehn Seiten) an, öffentlich selbstverständlich, die Abstimmung sei ungültig. Der Wahrheitsgehalt des PDFs ist für mich schon allein deshalb höchst fraglich, weil hierzulande die üblichen Verdächtigen mit von der Partie sind, Leute, die sich bislang nicht 1-mal mit Ruhm bekleckert haben. Wer denn nun eigentlich die "Arbeit" an dem Originaltext geleistet hat und die Verantwortung dafür trägt ist nur schemenhaft erkennbar und damit ein erster Kopfschüttler. Die stets auf öffentliche Beachtung erpichte Szene will jetzt, auch dies mag man kaum glauben, eine "europäische Vereinigung zur Verteidigung der Rechte elektrohypersensibler Menschen (EHS)" hervorgebracht haben, die sich auf europäische EHS-Gruppen und Bürgerinitiativen stützt, knapp 50 insgesamt. Da es sich hierbei um kleine und kleinste Gruppen von Elektrosmog-Phobikern handelt ist der Tiger, der da entfesselt wurde, aus Papier. Oder anders gesagt: 50 Kinderpostämter ergeben zusammen ein größeres Kinderpostamt, gültige Briefmarken gibt es dort jedoch noch immer nicht.

Die Story, die hier aufgebrüht wird, ist ebenso alt wie die Abstimmungsniederlage der EHS-Lobbyisten im EWSA. Was es faktisch dazu zu sagen gab, wurde hier im Strang bereits gesagt. Ob sich das EWSA-Mitglied Sir Richard Adams tatsächlich eines Fehlverhaltens schuldig gemacht hat, wie es in dem PDF oben behauptet wird, ist keineswegs klar, ich empfehle dazu dringend die Original-Stellungnahme der Ombudsfrau zu Rate zu ziehen und dem PDF nicht blind Glauben zu schenken. Doch wenn jetzt ein Altpapiertiger nach rund zwei Jahren "brüllt" und den Rücktritt von Sir Richard fordert, dann ist dies für mich einer dieser typischen lächerlichen Auftritte einer Szene, die sich über ihre fortwährend desaströse Außenwirkung nicht im Klaren ist und deshalb dieselben mildernde Umstände erwarten darf, die anderen psychisch Kranken ohne Murren zugebilligt werden.

Mein Eindruck ist, durch selektives Zitieren der Ombudsfrau versuchen Mobilfunkgegner wieder einmal ein Fass aufzumachen – dem der Inhalt fehlt. Diese Methode, die dem Hang der Leute zum hemmungslosen Dramatisieren entspricht, erntet außerhalb der Szene Missfallen und Ablehnung. Ich gehe deshalb davon aus: Dieser Protest wird zu ein paar milden Worten seitens des EWSA führen, vielleicht zu einer Korrektur der Satzung, doch dann wird die Aufregung schnell ausperlen, es gibt in diesem Ausschuss gewiss Wichtigeres zu tun, als Wichtigtuer zu pampern.

Hintergrund
Original-Stellungnahme der Ombudsfrau (englisch)
Deutschsprachige Selbstdarstellung des Europäischen Bürgerbeauftragten (Ombudsfrau)
Sogenannte Presseerklärung des Vereins für Elektrosensible zum Sturm im Wasserglas

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
EHS, Kinderpost, Ko-Ini, Protest, VEM


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