EWSA/EESC war EHS-Lobbyisten nicht zu Diensten (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 01.02.2015, 18:22 (vor 1724 Tagen) @ H. Lamarr

Was immer da am 21. Januar auf der Plenarsitzung des EWSA/EESC passiert ist, es ist ein Grund, sich die Stellungnahme genauer anzusehen.

Das habe ich soeben gemacht und kann nach den ersten zwei Seiten sagen: Da ist nicht mehr viel übrig geblieben, von dem missratenen Ursprungspapier und die befürchtete unbesehene Übernahme der fadenscheinigen Argumentationsphrasen, wie sie von EHS und ihren Lobbyisten bekannt sind, hat nicht stattgefunden.

Der von mir monierte Stuss auf höchster Ebene, wie er in der Initiativstellungnahme des spanischen Initiators nachzulesen ist, hat sich nicht bis in die Plenarsitzung des EWSA/EESC durchsetzen können. Das finde ich außerordentlich erfrischend, zeigt es doch, dass auch bei einem zähen Thema wie "Elektrosensibilität" gesunder Menschenverstand die Oberhand behalten kann gegenüber einem dichten Behauptungsdickicht, mit dem Interessengruppen und Pseudoexperten z.B. den Europarat überrumpelt haben.

Meine Achtung vor dem EWSA/EESC, dem ich ein Einknicken vor den EHS-Lobbyisten zugetraut hatte ist wiederhergestellt, der Ausschuss hat mMn das wichtige Signal gesetzt, dass es durchaus noch Politiker gibt, die Einflüsterungen standhalten. Allerdings fiel die Entscheidung zugunsten der Gegenstellungnahme mit 136 zu 110 Stimmen ziemlich knapp aus. Wobei nicht zu sagen ist, was das bedeutet: Ist der Gegenentwurf den Mitgliedern noch zu EHS-verständig gewesen, oder war er nicht EHS-verständig genug?

Tatsache ist, die "Elektrosensiblen" haben den EWSA/EESC nur in der Entwurfsphase der Stellungnahme für sich einspannen können. Spätestens bei der entscheidenden Sitzung am 21./22. Januar war damit Schluss, die jetzt verabschiedete Stellungnahme stützt sich weitgehend auf die Wertung von EHS durch den EU-Ausschuss SCENIHR, der über EHS z.B. sagt, häufig würde schon die Überzeugung der Betroffenen ausreichen, exponiert zu sein (ohne Feldeinwirkung), um Symptome auszulösen.

Womit klar ist: Diese Runde haben Mobilfunkgegner und EHS klar verloren. Entsprechend dürftig ist die Berichterstattung über die EWSA/EESC-Stellungnahme in den einschlägig bekannten Desinformationskanälen der Anti-Mobilfunk-Szene. Niderlagen werden dort häufig durch konsequentes Ausblenden der unerquicklichen Tatsachen verwunden.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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EWSA


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