Und es gibt sie doch: D43-Statistik gefunden (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 04.11.2014, 00:14 (vor 1858 Tagen) @ H. Lamarr

Im Klartext: Die Krebsstatistik auf Socialstyrelsen kann mMn nichts über D43 auswerfen. Um sicher zu gehen habe ich in Schweden nachgefragt.

Soeben kam Antwort in Gestalt einer neuen Tabelle (wie die erste in dem PDF), die jetzt bis 2013 reicht. Die Anzahl der neuen D43-Krebsfälle ist von 968 (2012) auf 1004 (2013) angestiegen. Doch leider wurde meine Frage nicht beantwortet, wie auch wir hier in Deutschland die Web-Krebsstatistik auf Socialstyrelsen befragen müssen, um zu diesen Ergebnissen zu kommen. Ich habe noch einmal nachgehakt.

Mona Nilsson war so freundlich, mir den Link zu der richtigen Statistik zu geben, nämlich zur Krankenhausstatistik:

www.socialstyrelsen.se/statistik/statistikdatabas/diagnoserislutenvard

Weil es wegen der schwedischen Sprache nicht so ganz einfach ist, dort die richtigen Einstellungen zu treffen, mag der folgende Screenshot allen eine Hilfe sein, die die Angaben zu den Fallzahlen selbst nachprüfen möchten. Worauf es ankommt sind die blauen Einstellungen und die gelben Markierungen. Wer übermütig vorschnell auf die Resultatanzeige klick wird bestraft, alle Eingaben müssen dann nämlich neu gesetzt werden:

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Mit den gezeigten Einstellungen lassen sich Monas Daten jetzt reproduzieren. Der folgende Screenshot zeigt die Trendanalyse dieser Daten, wobei ich so weit wie möglich in die Vergangenheit zurück gegangen bin. Auf der vertikalen Achse ist die Anzahl der Patienten mit der Diagnose D43 aufgetragen (vermutlich Patienten mit neuer Diagnose).

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Der Trend ist eindeutig. Ab 2008 hat die Anzahl plötzlich stark zugenommen. Das kann niemand bestreiten, das ist ein Fakt. Die Frage ist jetzt: Warum kam es ab 2008 zu dieser Zunahme und wieso verläuft sie, wenn EMF im Spiel ist, nicht parallel zur Verbreitung des NMT/GSM-Mobilfunks in Schweden, sondern so seltsam zickzackförmig.

Welch verborgenen Einflüsse da am Werk sein können, zeigte sich vor einigen Jahren bei den Fallzahlen für Prostatakrebs. Auch die schnellten plötzlich stark nach oben, dass es einem Angst werden konnte. Ursache war der damals neu eingeführte PSA-Bluttest, mit dem Prostatakrebs in einem sehr frühen Anfangsstadium diagnostiziert werden kann. Der plötzliche Anstieg war also in Wahrheit keiner, er war nur die Vorwegnahme von Diagnosen, die ohne PSA-Test in späteren Jahren getroffen worden wären. Möglicherweise ist ein ähnlicher Effekt auch für den D43-Anstieg in Schweden verantwortlich, etwa eine neu eingeführte apparatemedizinische Diagnosehilfe für D43-Tumoren

Anhand der Trendkurve lässt sich jetzt weiter forschen, ob die Diagnose D43 in anderen Ländern einen ähnlich sprunghaften Anstieg zeigt wie in Schweden. Bislang ist es mir allerdings nicht gelungen eine zweite eigenständige D43-Statistik aufzutreiben. Im weiter oben gezeigten Screenshot einer UK-Krebsstatistik wird D43 nur im Paket mit anderen Tumoren angeboten. Der Trend dort ist zwar insgesamt fallend, das muss aber nicht heißen, dass die D43-Fallzahlen in UK ebenfalls fallen. Denn ein deutlicher Anstieg bei D43 (jedoch auf niedrigem Werteniveau) könnte durch fallende Fallzahlen (auf hohem Werteniveau) bei anderen Tumoren der gleichen Gruppe verdeckt werden.

Fazit: Der D43-Knick nach oben ist ein Fakt, der uns möglicherweise noch eine zeit lang beschäftigen wird. Freiwillige? Okay, okay, ich ziehe die Frage zurück, kann aber nicht versprechen, den Faden weiter zu verfolgen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Schweden, Krebsstatistik, D43, Krankenhaus


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