Neue Handymasten ohne Verkablung - Anwohner klagen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 10.07.2013, 23:50 (vor 3492 Tagen) @ charles

Eine Antenne, der noch gar nicht aam Netz angeschlossen ist, kann wie eine sekundäre Antenne funktionieren. Sie emfangt *Signale* und sendet sie wieder ab.
Das ist viel und viel zu wenig um mit telefonieren zu können, aber manchmal genug um bei elektrosensitive Personen eine Reaktion hervorrufen zu können.

*räusper*

Die Älteren unter uns, also ab 30 aufwärts, dürften noch die Antennenwälder auf den Dächern kennengelernt haben. Was heute die Sektorantenne beim Mobilfunk ist war damals die Yagi-Antenne fürs Fernsehen. Dabei ist es tatsächlich so, dass die Metallstäbe der Direktoren vom Dipol des Yagis erregt wurden und die empfangenen Funkwellen wieder abstrahlten. Insofern behaupten Sie da nichts Falsches, "Charles".

Aber richtig ist es dennoch nicht. Denn die Erregung einer "sekundären" Antenne funktioniert praktisch nur dann, wenn die "primäre" Antenne in so unmittelbarer Nähe ist, dass sie nennenswert Energie in die "sekundäre" Antenne einkoppeln kann. Irgendein nächstbester Mobilfunksendemast, der aus sagen wir mal 50 Meter Entfernung in die noch nicht angeschlossene Antenne einkoppelt, so dass der EHS, der im Liegestuhl direkt nebenan die Antennenmonteure beobachtet, von den "weiter geleiteten" Funkwellen getroffen wird, das ist ein Technik-Märchen.

Überlegen Sie "Charles". Kann eine nicht angeschlossene Antenne ein empfangenes Signal verstärkt wieder abstrahlen? Wir sind uns sicher einig, sie kann es nicht. Die "sekundäre" Antenne kann also bestenfalls so stark strahlen, wie es die "primäre" Antenne am Ort der "sekundären" Antenne ohnehin tut. Damit kann der ganze Humbug mit der "sekundären" Antenne ersatzlos entfallen, der E-Smog-Spion Ihres EHS schlägt ganz einfach auf das Feld der "primären" Antenne an und der EHS denkt sich: "Mist, schon wieder Alarm, gleich geht's mir schlecht".

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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