Leszczynskis Blog: das Schweigen der Prominenz (Forschung)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.01.2012, 15:17 (vor 2867 Tagen) @ H. Lamarr

Wie "Merlin" im hese-Forum entdeckte, hat sich Dariusz Leszczynski in seinem Blog über die jüngste Studie von Rubin Gedanken gemacht.

Leszczynski ist dort wie die Wand beim Squash: Wer dagen drischt, kriegt den Ball garantiert zurück, manchmal an den Kopf. Erstaunlich, wie er das schafft, der Mann steht noch voll im Arbeitsleben und hat sicher mehr zu tun als die Ruheständler, die sich normalerweise in der Elektrosmog-Debatte abarbeiten.

Das Schweigen der Wortführer
In den 5 Tagen seit Einstellen seines Beitrags am 3. Januar haben sich Leszczynski und 21 andere dort 71-mal zu Wort gemeldet. Das ist für den Blog eines international bekannten Wissenschaftlers, der auch an "Reflex" beteiligt war, eigentlich nicht umwerfend viel. Noch viel verblüffender aber ist, wer dort die Diskussion mit Leszczynski sucht: Es findet sich kein einziger Name, der hierzulande bekannt ist, es findet sich kein einziger Wissenschaftler, kein einziger aus der sogenannten "Kompetenzinitiative" (KOI), keiner von dem Verein "Diagnose-Funk", niemand vom Verein der Elektrosensiblen, keiner von der Bürgerwelle oder von Gigaherz. Als ob der Blog Leszczynskis auf einem anderen Stern stattfindet. Ähnlich erging es Lerchl im IZgMF- und Gigaherz-Forum: Er stellte sich für jedermann als Diskussionspartner zur Verfügung. Und Hinz und Kunz nutzten und nutzen auch die Gelegenheit, ich kann mich aber nicht erinnern, dass Szenegrößen, z.B. von der KOI oder Sprecher des Vereins Diagnose-Funk sich mit Lerchl messen wollten. Die kritisieren lieber risikolos im Monolog einer Flut von Druckwerken.

Kontroversen im www meiden
Das finde ich nach wie vor bemerkenswert, dass hierzulande die, die in der E-Smog-Debatte am lautesten sind, konsequent durch Abwesenheit in den drei E-Smog-Foren glänzen (Ausnahme: Sigi Zwerenz gab im IZgMF mal ein Intermezzo). Es herrscht da eine in Absprache getroffene Einigkeit, lieber zu kneifen, als sich unter Beschuss nehmen zu lassen. Beliebte Ausrede ist, man wolle sich nicht mit anonymen Postern abgeben, oder man habe keine Zeit, sich in Foren herum zu treiben. Leszczynski aber ist einflussreicher Wissenschaftler - dennoch sucht die Prominenz der E-Smog-Szene in den D-A-CH-Ländern auch mit ihm keinen Dialog in dem ansonsten gerne bis zur Erschöpfung diskutierten Thema Elektrosensibilität.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß
Ich sehe darin eine weitere Bestätigung für den begründeten Verdacht, dass von Frontleuten der Mobilfunkgegnerei die Diskussion mit echten Fachleuten gemieden wird, weil es nichts zu gewinnen aber viel zu verlieren gibt. Gesellschaftlicher oder finanzieller Gewinn lässt sich für die Schweigsamen sogar viel besser einfahren, wenn man riskanten Sachdiskussionen aus dem Weg geht. Denn damit wird die mit großer Sicherheit eintretende Niederlage, die im www noch dazu konserviert wäre, vermieden, und man kann vor Laienpublikum weiterhin den "Experten" geben, ohne unangenehme Fragen fürchten zu müssen.

Zivilcourage in Diffamierlust umdeuten
Diese "Experten" möchten natürlich in Ruhe gelassen werden, um ungestört die von Vereinen angebotene Desinformation über Elektrosmog verbreiten zu können. Wer dennoch stört wird in aller Regel jedoch nicht direkt angegriffen, sondern indirekt, indem z.B. Klagen über ein "diffamierfreudiges Forum" gebetsmühlenartig wiederholt werden. Ich frage mich dagegen, wenn Scharlatane, Schwindler, Pseudoexperten, Geschäftemacher "diffamiert" werden, ist das andernorts nicht viel eher unter dem Begriff "bürgerliche Zivilcourage" bekannt?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Monolog, Hinterzimmer, Laienpublikum


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