Angriff auf Argument und Person (Allgemein)

Doris @, Donnerstag, 03.04.2008, 13:39 (vor 4090 Tagen) @ H. Lamarr

Und weil einige Mobilfunk-Frontleute selbst von solchen geharnischten Worten völlig unbeeindruckt weitermachen als sei nichts gewesen, flüchten sich deren Kritiker auch schon mal ganz gerne in den Zynismus. So jedenfalls sehe ich das.

Herr Hahn ist m.E. ganz sicherlich nicht angetreten, um Dr. Bergmann überzeugen zu wollen, sonst hätte er den direkten Weg gewählt. Er hat das RDW-Forum gewählt, also nicht einmal ein mobilfunkkritisches Forum - um den Lesern zum wiederholten Mal Schwächen der "Szenenaktiven" aufzuzeigen. Herr Hahn "flüchtet" sich nicht wegen der Kritikresistenz in den Zynismus, Herr Hahn ist bekennender "Zyniker". Auch wenn ich Zyniker als eher schwierige Menschen kennengelernt habe, steht Herr Hahn für fachliche Kompetenz, seine Beiträge habe ich schon mehrfach an verschiedene Kritiker weitergeleitet. Was ich an ihm schätze, er kritisiert vorrangig die Leute in der Kritikerszene, die Öffentlichkeitsarbeit betreiben und Laien mit Falschaussagen auch mal in Angst und Schrecken versetzen. Wie von Fee hier bereits angemerkt und wie auch im RDW-Forum nachzulesen, lässt er sich nicht auf polemische ES-Schelte ein und stellte sich dort auch mal schützend vor eine Elektrosensible. Seit ich mich mit dem Thema beschäftige, hat er drei derartige "Werke" erstellt, einmal einen Beitrag zur "Lilienfeld-Studie", dann die Kritik an den "Mobilfunk-Grenzwerten von Dr. Bergmann" und zuletzt die Kritik an der Prof. A./Lutz Arbeit "Einwände gegen die Grenzwerte"

Wenn die 2G Kritiker die Kritikresistenz der 1 G Kritiker anprangern, dann müssten diese korrekterweise die "Kritisierten" gezielt mit dem "Werk" konfrontieren und eine Stellungnahme dazu einfordern. Ein "offener Brief" zu dem Vorgang würde einen gewissen Druck ausüben und "offene Briefe" sind ja bei manchen Kritikern sehr beliebt. Nur dann - wenn trotz Aufforderung - keine Stellungnahme eingeht, kann mit "belegbaren Fakten" bewiesen werden, dass die Kritisierten nicht gewillt sind ihre Arbeit zu hinterfragen und gezielt falsche Informationen verbreiten. Das wäre eine - zumindest versuchte - Diskussion mit den anderen und nicht eine Diskussion über andere. Das mag alles mühselig und zeitaufwändig sein, aber Beiträge in den Foren verfassen ist oft auch sehr zeitaufwändig. Und es wäre m.E. ein echter Fortschritt von der 1. Generation zur 2. Generation, denn alleine durch das pauschale Kritisieren der ARbeit derartiger Kritiker wird die eigene Arbeit leider nicht besser. Das soll jetzt keine Kritik an bestimmten Personen sein, denn ich mache es ja oft auch nicht besser. Und die gezielte Nachfrage auf dem Mailweg macht es oft auch nicht einfacher, da sich da wiederum dann andere Probleme einstellen, da eben eine "private" Kontaktaufnahme eben oft auch eine "private" Antwort nach sich zieht.

Etwas frustriert bin ich selber eigentlich darüber, dass die letzte ARbeit von Herrn Hahn "Einwände gegen die Grenzwerte" hier im Forum nicht ausführlich diskutiert wurde. Denn die Forderung der beiden Herren nach Grenzwerten von 1 mW/m² wird ja auch von seriöseren mobilfunkkritischen Institutionen gefordert. Dass diese Forderung offensichtlich zu Lasten der Handynutzer geht, die nach aktuellem wissenschaftlichen Stand als gefährdetere Gruppe gesehen werden, als die Anwohner einer Basisstation, halte ich schon für einen echt diskussionswürdigen Aspekt. Auch hier müssten Dr. Lutz und vor allem Dr. Prof. A. um eine Stellungnahme gebeten werden. Deshalb hätte ich mir hier speziell zu diesem Punkt eine Diskussion gewünscht, denn ich kann das nur ableiten aus der Antwort von Herrn Hahn, es gibt hier durchaus fähige LEute, die Herr Hahns Aussage bestätigen könnten und dann wäre ein Herantreten an die beiden Herren auch für einen Laien wie mich einfacher. Denn wie heißt es so schön "wer nichts weiß muss alles glauben" und "dem kann man auch alles erzählen".
Ich frage mich z.B. auch, ob sich das ECOLOG-Institut deshalb neuerdings aus Grenzwertforderungen rausnimmt, weil immer mehr erkannt werden muss, dass es vermutlich schwierig sein wird, Grenzwerte auf einen derartig tiefen Wert zu senken und gleichzeitig den Handytelefonierer zu schützen.
Abschließend ist für mich aus Herrn Hahns Beitrag trotzdem eine Sache noch nicht ganz geklärt

Und was hören wir an Forderungen zur Begrenzung der Exposition durch Handys ? Bezeichnenderweise nichts. Dafür wohlfeile Forderungen zu Mobilfunkmasten. Das "Salzburger Milliwatt" für Basisstationen fordern. Prima.
Empfehle dann, Dr. Bornkessel nochmals zu konsultieren, der kann sicher ausrechnen wie durch solche Mätzchen die kumulative Belastung der Handynutzer sich erhöhen würde.

Wird sich die kumulative Belastung der Handynutzer alleine schon durch geforderte Senkung auf 1 mW/m² erhöhen oder nur in Verbindung der Grenzwertsenkung und der ebenfalls geforderten Standortplatzierung mind. 300 m weg von bebauten Wohngebieten?

Nach diesem Beitrag müsste doch auch das IZgMF seine Haltung überdenken, denn auch dieses steht/stand für 1 mW/m² und stellt gleichzeitig das Handy in den Mittelpunkt seiner Kritik.

Tags:
ECOLOG-Institut, Neitzke, Bergmann, Lilienfeld-Studie, Falschaussage, Kritikresistent


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