Mobiltelefonnutzung und Hirntumorrisiko in Südkorea (Forschung)

Gast, Donnerstag, 23.09.2021, 23:46 (vor 442 Tagen)

Eine Autorengruppe in Südkorea untersuchte, ob sich im Zeitraum von 1984 bis 2017 zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen im Land und der Inzidenzrate von Hirntumoren eine Korrelation ausfindig machen lässt. Das Ergebnis veröffentlichten die Autoren im September 2021 in Bioelectromagnetics: Mobile Phone Use and Time Trend of Brain Cancer Incidence Rate in Korea. Die chronisch klamme Munitionskammer organisierter Mobilfunkgegner wird von dieser Studie nicht befüllt.

Abstract

In dieser Studie wurden die zeitlichen Trends bei der Anzahl der Mobiltelefonteilnehmer nach Mobilfunknetzgeneration und der Hirntumorinzidenz nach Typ in Korea untersucht. Die Daten stammen von der Information Technology Statistics of Korea (1984-2017) und dem Korea Central Cancer Registry (1999-2017). Die durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung wurde mithilfe der Joinpoint-Regressionsanalyse geschätzt. Wir werteten 29'721 Hirntumorfälle mit einer altersstandardisierten Inzidenzrate (ASR) von 2,89/100'000 Personen aus. Die jährliche ASR für Gliome und Glioblastome stieg bei 2,6 % bzw. 3,9 % der Männer und 3,0 % bzw. 3,8 % der Frauen signifikant an. Die ASR für Frontallappentumoren war am höchsten. Die ASR für Gliome nicht spezifizierten Grades stieg jährlich um 7,8 %; die ASR für nicht spezifizierte Topologie und Histologie ging zurück. Die Inzidenz von Gliomen, Glioblastomen, Frontal-, Temporal- und hochgradigen Gliomen stieg bei Personen im Alter von ≥60 Jahren an. Es wurde kein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Mobiltelefonteilnehmer und dem Auftreten von Hirntumoren in Korea festgestellt. Aufgrund der Latenzzeit von Hirntumoren sind langfristige Untersuchungen erforderlich.

Hintergrund
Mobile phone use and risk of glioma: a case-control study in Korea for 2002-2007 (Volltext)

Tags:
Studie, Handy, Hirntumor, Gliom, Kausalität, Südkorea

Alarmstudiendatenbank EMF-Data: Was essen die Studenten?

H. Lamarr @, München, Samstag, 12.02.2022, 14:59 (vor 300 Tagen) @ Gast

Eine Autorengruppe in Südkorea untersuchte, ob sich im Zeitraum von 1984 bis 2017 zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen im Land und der Inzidenzrate von Hirntumoren eine Korrelation ausfindig machen lässt. Das Ergebnis veröffentlichten die Autoren im September 2021 in Bioelectromagnetics: Mobile Phone Use and Time Trend of Brain Cancer Incidence Rate in Korea. Die chronisch klamme Munitionskammer organisierter Mobilfunkgegner wird von dieser Studie nicht befüllt.

Fünf Monate später: In der Alarmstudiendatenbank EMf-Data von Diagnose-Funk suchte ich soeben die zitierte Studie vergeblich. Dies darf mit Fug und Recht als weiterer Beleg gewertet werden, dass Besucher von EMF-Data sich in eine Echokammer oder Filterblase begeben und bevorzugt oder sogar exklusiv mit alarmierenden Studien bedient werden.

Im Diagnose-Funk-Webinar Nr. 3 versucht Peter Hensinger den Vorwurf, EMF-Data sei einseitig auf Alarm ausgerichtet, mit flachen Behauptungen zu widerlegen (min 43:09):

[...] Vorwürfe, wir würden die Studien nicht einbeziehen die keine Risiken gefunden haben, stimmen nicht. Die besprechen wir. Aber unsere Aufgabe ist es nicht, die vielen Studien die die Industrie auch produziert, um Entwarnung zu geben, zu veröffentlichen, sondern wir veröffentlichen die Studien die Risiken zeigen. Wir wollen diese Studien bekannt machen, welche sonst niemand anders bekannt macht. [...]

Soso, Peter Hensinger will also entwarnende Studien "besprechen". Wo und mit wem? Auf der Herrentoilette? Oder will er sie vielleicht auf Friedhöfen hinter Grabsteinen wie Warzen besprechen, damit sie auf Nimmerwiedersehen verschwinden? Keiner weiß es.

Wie man sich anhand der bibliographischen Daten der Korea-Studie leicht überzeugen kann, hat bei diesem Paper "die Industrie" nicht mitgewirkt. Die zehn Autoren kommen von drei Universitäten, einem nationalen Krebszentrum und einem staatlichen Forschungsinstitut für Telekommunikation. Finanziert wurde die Studie von einem koreanischen Ministerium (MSIT) und einem staatlichen Institut (IITP). Nicht einmal Hensinger sollte bei dieser Konstellation Verdacht schöpfen. Dennoch fehlt die Studie in seiner Datenbank und ich meine der einzige Grund dafür ist: Die Ergebnisse sind dem gelernten Drucker nicht genehm, sie könnten seine an Alarm gewöhnten "Stopfgänse" nur verstören und dazu bringen, dass sie anfangen nachzudenken und ihm am Ende von der Fahne gehen.

Offensichlich entscheidet Hensinger nach Gutdünken und glaubt man seinen Worten, sind ihm sogar Industriestudien willkommen, so sie alarmierende Befunde zeigen. Zeigen sie diese nicht, sind sie nicht willkommen. Über Top oder Hopp entscheidet nach im Detail unbekannten Kriterien wieder mit Peter Hensinger ein Drucker im Ruhestand. Alles was recht ist, man muss schon eine willenlose "Stopfgans" sein, um derart dilettantische und willkürliche Fütterungen widerstandslos über sich ergehen zu lassen.

Und am Schluss noch der Höhepunkt mit dem Eingeständnis: Wir wollen diese [Alarm-]Studien bekannt machen, weil's sonst keiner tut. Das ist a) glatt gelogen, denn auch das EMF-Portal veröffentlicht alarmierende Arbeiten und b) kommt Hensinger nicht auf die Idee, dass Studien von anderen vielleicht deshalb nicht einmal mit der Beißzange angefasst werden, weil sie qualitativ grottenschlecht sind und man sich mit ihrer Verwurstung in Fachkreisen nur lächerlich machen würde. Da Diagnose-Funk die Kompetenz fehlt, selbst grobe Schrottstudien zu erkennen (Beispiel) ist die Alarmstudiendatenbank des Vereins für Fachleute ohne Bedeutung, sie wendet sich ausschließlich an Laien. Aber: Was können Laien schon mit wissenschaftlichen Papers anfangen, deren Inhalte sie nicht wirklich verstehen? Zu einem reicht es für Laien immer: Sich öffentlich lächerlich machen, indem man sich aufspielt, als wäre man ein sattelfester Vertreter der wissenschaftlichen Community.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Dilettantismus, Faktencheck, EMF-Data, Webinar, Rosinenpickerei

Alarmstudiendatenbank EMF-Data: Sechs Monate später

H. Lamarr @, München, Montag, 07.03.2022, 12:53 (vor 277 Tagen) @ H. Lamarr

Fünf Monate später: In der Alarmstudiendatenbank EMf-Data von Diagnose-Funk suchte ich soeben die zitierte Studie vergeblich. Dies darf mit Fug und Recht als weiterer Beleg gewertet werden, dass Besucher von EMF-Data sich in eine Echokammer oder Filterblase begeben und bevorzugt oder sogar exklusiv mit alarmierenden Studien bedient werden.

Sechs Monate später: Besagte Studie glänzt auf EMF-Data noch immer durch Abwesenheit. Das wird wohl nichts mehr werden. Die aktuelle Analogie zur gefilterten Information der russischen Bevölkerung über den Krieg Putins in der Ukraine ist offensichtlich.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Alarmstudiendatenbank EMF-Data: 13 Monate später

H. Lamarr @, München, Samstag, 05.11.2022, 21:58 (vor 34 Tagen) @ H. Lamarr

Fünf Monate später: In der Alarmstudiendatenbank EMf-Data von Diagnose-Funk suchte ich soeben die zitierte Studie vergeblich. Dies darf mit Fug und Recht als weiterer Beleg gewertet werden, dass Besucher von EMF-Data sich in eine Echokammer oder Filterblase begeben und bevorzugt oder sogar exklusiv mit alarmierenden Studien bedient werden.

Sechs Monate später: Besagte Studie glänzt auf EMF-Data noch immer durch Abwesenheit. Das wird wohl nichts mehr werden. Die aktuelle Analogie zur gefilterten Information der russischen Bevölkerung über den Krieg Putins in der Ukraine ist offensichtlich.

13 Monate später: Diagnose-Funk bleibt bockig und konnte sich nicht dazu durchringen, die Mobilfunk-Krebsstudie aus Südkorea in EMF-Tataaa einzupflegen. Der Verein bestätigt damit nachdrücklich, was ohnehin schon längst bekannt ist: Bedeutsame entwarnende Studien haben in der Alarmstudiendatenbank der Einäugigen, entgegen anderslautender Beteuerungen von Peter Hensinger, keinen Platz.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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