IARC bezieht 2B-Eingruppierung auch auf Schnurlostelefone (Forschung)

H. Lamarr @, München, Montag, 31.05.2021, 14:11 (vor 115 Tagen) @ H. Lamarr

Nach der 2B-Eingruppierung von HF-EMF 2011 durch die IARC (möglicherweise krebserregend) entbrannte eine lange andauernde Diskussion, auf welche HF-Felder genau sich die diesbezüglich vage Eingruppierung bezieht. Mobilfunkgegner bezogen sie auf die dauerhafte aber schwache Exposition durch Funkmasten, andere bezogen sie auf die starke aber kurzzeitige Exposition durch Mobiltelefone. Bis heute hat die IARC nicht eindeutig dazu Stellung bezogen, wenngleich die übergeordnete WHO sich 2013 ziemlich klar gegen ein Krebsrisiko (und andere Gesundheitsschäden) durch die Exposition von Funkmasten aussprach.

Die IARC eiert in dieser Frage noch immer herum, wie deren zuletzt im März 2021 aktualisierte Klassifizierungsliste der Krebsverursacher mit ausreichender und begrenzter Evidenz zeigt. Für Tumoren des Hirns und Nervensystems nennt die Liste Röntgen- und Gammstrahlen als Krebsverursacher mit ausreichender Evidenz, elektromagnetische Felder (einschließlich Schnurlostelefone) als Krebsverursacher mit begrenzter Evidenz. Im Original lautet die Passage:

Radiofrequency electromagnetic fields (including from wireless phones)

Die explizite Benennung von "wireless Phones" geht in Richtung schwächerer Befeldung, also in Richtung Funkmasten. Denn wireless Phones sind keine Mobiltelefone (dies wären mobile Phones oder cell Phones) mit hoher Sendeleistung (maximal 2 W im GSM900-Modus), sondern Schnurlostelefone (DECT) mit maximal 250 mW Sendeleistung. DECTelefone zeigen üblicherweise Teilköper-SAR-Werte unter 0,1 W/kg, wogegen für Mobiltelefone maximal 2 W/kg zulässig sind und es vereinzelt auch zu Überschreitungen dieses Werts kommen kann.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Krebs, IARC, DECT, Handy, Klassifizierung, 2B, Funkmast


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