Rodney Croft (IV): Antwort auf Frage 3 (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.11.2020, 15:14 (vor 693 Tagen) @ H. Lamarr

D. Leszczynski-3: Warum ist ICNIRP, wie sich in meiner ausführlichen Diskussion mit Rodney Croft herausstellte, gegen Forschung zur Elektrosensibilität, wenn diese physiologische und biochemische Methoden anwenden würde?

R. Croft-3: Dies ist eine bizarre (und völlig falsche) Anschuldigung auf mehreren Ebenen. Um es klar zu sagen, ich bin nicht der Meinung, dass Physiologie und/oder Biochemie im Hinblick auf die idiopathische Umweltunverträglichkeit, die der EMF-Forschung (IEI-EMF) zugeschrieben wird, abgelehnt werden sollten. Und: Ich habe ICNIRP noch nie darüber diskutieren hören, welche Forschungsansätze für die Auseinandersetzung mit IEI-EMF verwendet werden sollten, habe keine Ahnung, was die Mitglieder darüber denken, und wäre daher niemals in der Lage gewesen, dies überhaupt mit Ihnen zu diskutieren. Ihre Behauptung ist lediglich ein Hirngespinst Ihrer Phantasie.

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass sich die von Ihnen erwähnte "ausführliche Diskussion" auf ein Kaffee-Gespräch bezieht, das wir führten, als Sie an einem Diskussionsforum teilnahmen, das ich als Leiter des Australian Centre for Electromagnetic Bioeffects Research im November 2018 in Australien veranstaltete. Ich erinnere mich, Sie begründeten Ihre Bitte um ein Gespräch damit, dass Sie meine Ansichten zu einem IEI-EMF-Forschungsprogramm hören wollten, welches Sie für wichtig hielten, und ich erklärte mich bereit, Ihnen Auskunft zu geben. Dieses Treffen hatte zum Inhalt, dass Sie Ihre Ideen vorstellten und ich Ihnen erklären musste, warum Ihre Vorschläge nicht offene Fragen beantworten würden, von denen Sie jedoch glaubten, dass sie es tun würden. Offenbar waren Ihnen die Schwachstellen in Ihren Vorschlägen nicht bewusst. Meine Kritik bezog sich auf Ihre speziellen Vorschläge, sie bezog sich nicht auf die biologische Forschung selbst. Sie erinnern sich vielleicht, der Hauptfehler, auf den ich Sie hingewiesen habe, bestand zum Beispiel darin, dass Sie nicht vorhatten, hinreichend viele Versuche durchzuführen, um aussagekräftige Statistiken zu erhalten. Alle Ergebnisse konnten so nur zu Hypothesen führen, die nicht in der Lage sind, eine der Fragen zu klären, die Sie sich selbst gestellt hatten. Um es klar zu sagen, unabhängig vom Endpunkt (sei dieser subjektiv, neurochemisch oder proteomisch), ist es entscheidend, ein Differenzierungsmittel zwischen Effekten durch HF-EMF und normaler Zufallsvariation (d.h. nicht mit HF-EMF verbunden) zur Hand zu haben. Anders gesagt: Die grundsätzliche Aussagekraft des untersuchten Endpunkts hängt davon ab, was Sie zu ergründen versuchen. Wenn Sie an der Behauptung interessiert sind, Menschen könnten es subjektiv wahrnehmen, wenn sie HF-EMF ausgesetzt sind (sei es durch bewusste Wahrnehmung der EMF oder durch das Vorhandensein eines subjektiv wahrgenommenen Symptoms), dann wären subjektive Endpunkte relevant. Wenn Sie aber die Hypothese aufstellen, dass HF-EMF die Cortisolwerte bei bestimmten Menschen beeinflussen, dann wären zweifellos die Cortisolwerte wichtig.

Wird fortgesetzt ...

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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