Michelbach: Kein Mobilfunk für Herrn Fuchs und Frau Hase (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 14.06.2020, 21:54 (vor 407 Tagen) @ Gast

Diagnose:Funk behauptet
Als einziges Haus im Ort ist nur das Wohnhaus des Verpächters von der Bestrahlung ausgenommen!!

Die obige Behauptung von Diagnose-Funk beruht auf der Petition der Bürgerinitiative (BI). Dies entlastet den Stuttgarter Verein jedoch nicht von dem Vorwurf, wieder einmal Beihilfe zur Verbreitung von Stuss zu leisten und das Geschwätz von Laien ungefiltert hinaus zu posaunen. Seit Jahren warte ich vergeblich auf eine Meldung der Stuttgarter Truppe, die einen Funken technischen Sachverstand erkennen lässt. Trotz dünner Faktenlage wage ich zu behaupten: Wirklich skandalös ist die Inkompetenz, mit der Diagnose-Funk und die BI den Widerstand gegen den geplanten Sendemasten begründen.

Was also gibt es konkret zu meckern? Auf den Studien-Unsinn, den die BI in ihrer Petition vorträgt, mag ich nicht weiter eingehen, dieser verunkrautete Acker ist längst gepflügt. Mir geht es hier nur um die Technik und um die Unterstellung, das Wohnhaus des Verpächters sei vom Netzbetreiber gezielt von einer Befeldung ausgenommen worden. Diagnose-Funk bläht diese blödsinnige Unterstellung der BI ohne Hirn & Verstand auf zu einem "skandalösen Vorgehen von Telekom und Grundstückseigentümer". Ein schlechtes Gewissen, mit diesem Geschwätz dem Grundstückeigentümer das soziale Leben in der Gemeinde möglicherweise zur Hölle zu machen, scheint keinen der Mobilfunkgegner zu plagen. Es wäre auch schön gewesen, hätte der Bürgermeister von Michelbach das dissoziale Vorgehen der BI unverzüglich öffentlich verurteilt.

Kommen wir also zur Sache ...

► Am 16. Juni 2020 findet in Michelbach eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt, in der es u.a. auch um den umstrittenen Standort für den neuen Sendemasten geht. Eine letzte gute Gelegenheit für die Kommunalpolitik, die BI für ihr rücksichtsloses Vorgehen gegenüber dem Grundstückeigentümer abzuwatschen.

► Wie es sich gehört, hat die Deutsche Telekom am 25. September 2018 zuerst bei der Gemeinde Michelbach angefragt, ob diese für den geplanten neuen Funkmast eine Fläche zur Verfügung stellte. Der Gemeinderat lehnte diese Anfrage am 22. Januar 2019 einstimmig ab. Anzunehmen ist, der Gemeinderat hat wegen des langjährigen Theaters um Mobilfunk im Ort die Hosen voll gehabt, ein schönes "Verdienst" der örtlichen Anti-Mobilfunk-Hetzer. Hätte der Gemeinderat anders entschieden, hätte er Einfluss auf die Standortwahl nehmen können, diese Chance wurde ohne Not verspielt.

► Der jetzt gefundene Standort liegt nicht mitten im Ort, sondern am nord-östlichen Ortsrand. Andere Mobilfunkgegner wären heilfroh über so einen Standort. Nicht aber die verstörten Michelbacher Gegner, die zeigen kein Entgegenkommen, die wollen kompromisslos alles, obwohl sie nur zwölf Prozent der Bevölkerung Michelbachs ausmachen.

► Wer so wenig Ahnung von Mobilfunk hat wie die Michelbacher Gegner, dem traue ich nicht zu, die Standortbescheinigung korrekt zu interpretieren. Die von den Gegnern vorgelegte Karte mit den Hauptstrahlrichtungen zweifle ich deshalb an. So ist z.B. die Behauptung, der geplante Funkmast habe 21 Mobilfunkantennen, mit Sicherheit falsch, es werden weniger sein. Denn die BNetzA weist im Internet und in der Standortbescheinigung keine Antennen aus, sondern Funksysteme und in einem Antennengehäuse finden heutzutage mehrere Funksysteme Platz. Außerdem ist es keineswegs so, dass Sektorantennen immer mit 120° horizontalem Öffnungswinkel abstrahlen, abhängig von der Situation vor Ort sind auch kleinere Öffnungswinkel gängig.

► Mobilfunknetzbetreiber vermeiden Überlappungen benachbarter Funkzellen (gleichen Funksystems) so gut es geht, denn in Überlappungszonen müssen sie mit Interferenzstörungen rechnen, die bei den Kunden zu Verbindungsproblemen führen. Die Grafik der BI aber zeigt solche Überlappungen und ist daher voraussichtlich falsch. Ohne Kenntnis der Standortbescheinigung lässt sich dazu leider nichts Verbindliches sagen.

► Die Grafik der Michelbacher BI, die auch Diagnose-Funk kommentarlos verbreitet, dokumentiert laienhafte Vorstellungen von der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen. Die Darstellung suggeriert, das Haus des Grundstückeigentümers läge in einer funkfreien Zone. Dies ist falsch. An den beiden Flanken des horizontalen Öffnungswinkels einer Antenne fällt die abgestrahlte Leistung nicht schlagartig auf Null, sondern sie erreicht dort mit der Tendenz fallend 50 Prozent des Maximalwerts (-3 dB). Vorausgesetzt, die Angaben der BI stimmten, liegt das Haus des Grundstückeigentümers somit keineswegs in einer funkfreien Zone, dort treten noch immer schätzungsweise 45 Prozent bis 50 Prozent der Strahlung auf, die in den HSR der beiden benachbarten Sektoren zu messen sind.

Von der BI ausgemachte Hauptstrahlrichtungen des geplanten Funkmasten.
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Bild: Bürgerinitiative gegen Mobilfunk in Michelbach

► Der geplante Funkmast soll 35 Meter hoch werden, die Antennen befinden sich auf zwei Plattformen in schätzungsweise 30 Meter mittlerer Höhe. Zwischen dem Wohnhaus des Grundstückeigentümers (Hagenhofweg 1) und dem geplanten Standort liegen etwa 125 Meter. Unter diesen Umständen wäre das Haus des Grundstückeigentümers selbst dann im Funkschatten, wenn eine Hauptstrahlrichtung (HSR) direkt auf sein Haus führen würde. Für ein gezieltes Ausblenden des Grundstückeigentümers gibt es aus meiner Sicht daher keinen Grund.

► Der wahre Grund für die Aussparung in Richtung Wohnhaus des Grundstückeigentümers ist ein ganz anderer. Wie dem Screenshot (Google Earth) unten zu entnehmen ist, erstreckt sich die angeblich funkfreie Zone zwischen 40° und 80° auf unbewohntes bewaldetes Gebiet so weit das Auge reicht. Es wäre völlig widersinnig vom Netzbetreiber, eine HSR in diese Richtung zu legen. Für die wenigen Kunden, die in diesem Gebiet zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs sind, genügt die Reststrahlung aus den beiden benachbarten Antennensektoren, denn Herr Fuchs und Frau Hase telefonieren nicht. Hinzu kommt: Der im Bild erkennbare Wald liegt auf einer flachen Hügelkette rd. 70 Meter höher als der geplante Standort, dies steht einer denkbaren Versorgung von "Hinterwäldlern" im Wege.

Die IZgMF-Winkelscheibe liegt wie ein nasses Tuch auf der Landschaft.
[image]
Bild: Google Earth; Grafik: IZgMF

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Desinformation, Behauptung, Klarstellung, Falschmeldung, Winkelscheibe, Diagnos:Funk, Standortverpächter, Interferenzstörung


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