5G-Paranoia in Bayern: Werbung für Buchner-Auftritte (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 13.01.2020, 17:15 (vor 5 Tagen) @ H. Lamarr

Klaus Buchner weiß schon heute, wo er am 13. März 2020 sein wird. Denn Bayerns ÖDP-Ortsverbände und nicht etwa von 5G-Paranoia befallene Bürger organisieren für ihn Vortragsveranstaltungen, damit der erste und einzige Europaabgeordnete der Partei mit einem immerzu gleichen Anti-5G-Vortrag irrationale Ängste gegenüber dem neuen Mobilfunkstandard in die Bevölkerung tragen kann. Neu ist diese organisierte Desinformation nicht, neu ist nur die Häufigkeit, mit der Buchner auf Tour geht.

Wer Klaus Buchner einmal live erlebt hat, müsste, hat er alle Sinne beisammen, die Nase voll haben und kein zweites mal zu einem Vortrag der ÖDP-Alarmsirene laufen. Wie aber kriegen die ÖDP-Kreisgruppen einen Saal, in dem Buchner auftritt, doch noch möglichst voll? Mit Mund-zu-Mund-Propaganda, die heutzutage über E-Mail stattfindet: Klein Erna bekommt die Werbemail von Krethi und schickt sie weiter an Plethi, wie das eben bei Schneeballsystemen so läuft. Kalkuliert man mit 10 Prozent Trefferquote müssen 1000 Werbemails versendet werden, um 100 Neugierige in den Saal zu locken. Mit einem Massenmailer und einem ausreichend fülligen Verteiler ist das eine Angelegenheit von Minuten. Folgend ein authentisches Beispiel, wie so ein Köder zum Befeuern der Buchner-Mania aussieht:

Liebe Mobilfunk-Mitstreiter, Freunde und Aktivisten,

am 18.01.2020 um 19 Uhr ist Prof. Dr. Dr. Klaus Buchner in Kempten und hält einen Vortrag zur Gesundheitsgefahr des 5G-Mobilfunks. Er spricht auf Einladung des ÖDP Kreisverbandes Kempten/Oberallgäu und der Mobilfunk Bürgerinitiative Kempten im Pfarrsaal der Klosterkirche St. Anton in Kempten, Völkstraße 4.

Das Thema geht uns alle an! Durch die neue Mobilfunktechnik der 5. Generation (5G) wird sich die Belastung der Bevölkerung durch elektromagnetische, hochfrequente Strahlung vervielfachen. In der Schweiz wird bereits davon geredet, die Grenzwerte herauf zu setzen, damit das neue System funktionieren kann. Das "Internet der Dinge" (IoT), die smarte City, der smarte Haushalt - alles Dinge die kein Mensch zum Überleben braucht, die aber den Energiebedarf und die CO2-Werte in die Höhe treiben - sollen rücksichtslos eingeführt werden, ohne Technikfolgeabschätzung oder Umweltverträglichkeitsprüfung und gegen alle bisherigen Studien zur Gesundheitsgefährdung durch nicht ionisierende Strahlung.

Die Fehler der Vergangenheit beim Mobilfunk-Netzausbau - als die Bundesregierung der Privat-Wirtschaft die Initiative überließ - holen uns jetzt mit allen negativen Auswirkungen in die Wirklichkeit zurück. Um es verkehrspolitisch auszudrücken: Statt 1 Daten- und Kommunikationsautobahn haben wir in jeder Stadt 4 Autobahnen. Der Aufbau der Netze geschieht ohne ordnungspolitischen Ansatz, weil den Kommunen die Planungshoheit durch eine industriefreundliche Baugesetzgebung entzogen wurde.

Das Vorsorgeprinzip und die bereits bestehende allgegenwärtige Gesundheitsgefährdung der Bürgerinnen und Bürger, der Kinder, Jugendlichen und besonders Schutzbedürftigen zwingen die Verantwortlichen der Städte, Gemeinden und Kreise dazu, sich gegen einen weiteren "wilden" Ausbau zu stemmen. Die persönliche Verantwortung jedes Kommunalpolitikers wird deshalb auch durch sein Bemühen bestimmt, wie er das EU-Vorsorgeprinzip in seinem Bereich durchsetzt. Die Aussetzung aller 5G-Planungen in den Kommunen bis die Unschädlichkeit der Strahlung feststeht, muss der Regulierungsansatz jedes Stadt- und Gemeinderates sein.

Nach Stand der Technik und der Wissenschaft lässt sich der Mobilfunk auch als reine Outdoor-Versorgung betreiben. Niemand muss auf seine mobile Verbindung verzichten, aber in Gebäuden / in der Wohnung muss für jeden ein Aufenthalt ohne Gesundheitsgefährdung gesichert sein! Durch den Mobilfunk wird ständig, 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr mit zu hoher Strahlungsleistung gegen Artikel 13 Abs. 1 des Grundgesetzes verstoßen, denn: "... die Wohnung ist unverletzlich".

Der Autor der Werbemail hängt offensichtlich am Scheinargumente-Tropf des Anti-Mobilfunk-Vereins Diagnose-Funk. Das ist bequem, weil es einen von Eigenleistung entbindet, aus meiner Sicht aber ist die Mail nicht mehr und nicht weniger als Bauernfängerei. Wer darauf herein fällt ist potenziell auch Opfer von "Kaffeefahrten".

Hintergrund
Mühlbauer kandidiert für den Kreistag

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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