BGH-Mitteilung der Pressestelle zum Urteil (Fortsetzg.) (Allgemein)

Erwin, Freitag, 13.02.2004, 22:19 (vor 6928 Tagen) @ Erwin

Ging nicht alles auf ein Posting (kann man nicht doch mehr als 5.000 Zeichen zulassen?) Also hier der Rest:

....
Hiervon ist das Berufungsgericht ausgegangen. Rechtlich nicht zu beanstanden ist auch die Annahme, daß die Kläger die Indizwirkung nicht erschüttert haben. Hierzu wäre darzulegen gewesen, daß ein wissenschaftlich begründeter Zweifel an der Richtigkeit der in der BImSchV festgelegten Grenzwerte und ein fundierter Verdacht einer Gesundheitsgefährdung durch elektromagnetische Felder unterhalb dieser Werte besteht. Daran fehlt es. Wissenschaft und Forschung ist – wie das Berufungsgericht festgestellt hat - bislang nicht der Nachweis gelungen, daß athermische Effekte elektromagnetischer Felder, zumal unterhalb der durch die 26. BImSchV gezogenen Grenzen, zu gesundheitlichen Schäden führen können. Darauf beruhen die Empfehlungen der Strahlenschutzkommission vom 13./14. September 2001, die Grundlage für die festgesetzten Grenzwerte sind. Bei diesem Forschungsstand war es nicht verfahrensfehlerhaft, daß das Berufungsgericht kein Sachverständigengutachten zu der Frage der gesundheitlichen Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern eingeholt hat. Ein solches Gutachten hätte nur diesen Stand der Forschung widerspiegeln können und ist daher nicht geeignet, neue Erkenntnisse zu vermitteln.

Urteile vom 13. Februar 2004 – V ZR 217/03 und V ZR 218/03

Karlsruhe, den 13. Februar 2004


Pressestelle des Bundesgerichtshofs

76125 Karlsruhe

Telefon (0721) 159-5013


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