Hirntumor wegen Handygebrauch nicht auszuschließen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 22.01.2012, 13:16 (vor 4026 Tagen) @ Kuddel

Das verantwortungslose weil unnötig ängstigende Gerede von einer statistisch absehbaren Hirntumor-Pandemie in 15 Jahren mag Baubiologen, Alternativmedizinern und anderen Gewinnlern der Mobilfunkdebatte noch über lange Zeit weiter Kunden zutreiben, einer logischen Prüfung hält es mMn nicht stand.

Das hört sich danach an, daß Sie einen Zusammenhang zwischen Handynutzung und erhöhter Tumorrate mit Sicherheit ausschließen !?!

Nein, da haben Sie mich missverstanden, ich schließe einen möglichen Zusammenhang zwischen Handynutzung und Hirntumoren nicht aus. Was ich ausschließe ist ein Zusammenhang zwischen Sendemasten und Hirntumoren.

Verantwortungslos finde ich das Spiel mit der Angst aufgrund von Daten, die keine seriöse Prognose, sondern gegenwärtig nur spekulative Mutmaßungen zulassen (Morgan/Hallberg). Mit "Spiel" meine ich nicht, dass sich Wissenschaftler über Mutmaßungen und Hypothesen erst einmal iterativ an wahre Sachverhalte herantasten, das dürfte wohl ein Sinn und Zweck von Wissenschaft sein und ist daher legitim. Verantwortungslos halte ich die gezielte Einbeziehung der Öffentlichkeit in dieses noch durch viel Dunst und Irrtum geprägte Stadium wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns. Die Bevölkerung wird dadurch in etwas hineingezogen, das sie kundig nicht bewerten kann, wohl aber mit dem Bauch. Das aufgeregte Ergebnis kennen wir alle, schön ist es nicht, für diverse Branchen ist es profitabel.

Mir unerträglich wird dieses Anbiedern an die Öffentlichkeit jedoch erst dadurch, weil es eben doch reichlich Hinweise gibt, dass nicht ehrliche Sorge um den Fortbestand der Menschheit das Motiv ist, sondern ordinäres Profitstreben. Und selbst dies wäre mMn in Maßen noch zu vertreten, fände es offen und für die "Opfer" ersichtlich statt und nicht verdeckt unter dem Mantel angeblich selbstloser Helfer für eine bessere Welt.

Peter Hensinger hat mal eine mMn dämliche Broschüre mit dem Titel "Die Fälscher" fabriziert, er meint damit die Kräfte, die sich gegen die Behauptung stemmen, Mobilfunk mache krank. Ich würde Hensinger gerne eine andere Broschüre entgegen halten (hätte ich nur die Zeit dafür), nicht mit dem Titel "Die Betrüger", dies wäre vermutlich Anlass für eine gerichtliche Auseinandersetzung, sondern mit dem Titel "Die Verführer". Denn das zieht sich wie ein roter Faden durch die Szene der Mobilfunkgegner: Denkt man sich den von "nützlichen Idioten" verbreiteten Pulverdampf weg, bleibt im Kielwasser des Gezeters die Verführung für allerlei Investitionen übrig, angefangen vom Schutzamulett gegen E-Smog über Bioresonanztherapie bei überzeugt unter EMF Leidenden bis hin zu aufwendigen lukrativen Fassadenschirmungen, mit denen man auch gleich noch werbewirksam in die Presse kommt.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Hallberg, Hensinger, Wahrnehmungsverzerrung, nützliche Idioten, Therapie


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