Hirntumor-Pandemie in 15 Jahren? Mit Sicherheit nicht! (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 21.01.2012, 11:22 (vor 2702 Tagen) @ H. Lamarr

Ich möchte stattdessen das Augenmerk auf einige viel sagende "Begleiterscheinungen" der Arbeit lenken.

Ein' hab' ich noch ...

Das verantwortungslose weil unnötig ängstigende Gerede von einer statistisch absehbaren Hirntumor-Pandemie in 15 Jahren mag Baubiologen, Alternativmedizinern und anderen Gewinnlern der Mobilfunkdebatte noch über lange Zeit weiter Kunden zutreiben, einer logischen Prüfung hält es mMn nicht stand. Warum nicht?

Weil das Telefonierverhalten der Menschen nicht gleich, sondern völlig unterschiedlich ist, und damit die Voraussetzung für eine Epidemie und erst recht für eine Pandemie fehlt. Im Mittel dauert ein Handytelefonat in Deutschland weniger als 3 Minuten (BNetzA-Statistik 2010), die mittlere Häufigkeit von Handy-Telefonaten weiß ich nicht, ich jedenfalls benutze meins höchstens 1-mal im Monat. Selbst unter der Annahme, dass sich irgendwann einmal tatsächlich herausstellt, Handys begünstigten Hirntumore, wird dies mit Sicherheit auf einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang hinauslaufen, der einer Pandemie im Wege steht. Kurz: Wer im Monat nur eine Zigarette raucht ist gegenüber Kettenrauchern beim Lungenkrebsrisiko ebenso im Vorteil wie der Gelegenheitstelefonierer gegenüber dem Dauertelefonierer. Und selbst diese Klassifizierung reicht noch nicht aus, um die "Belastung" und das Risiko seriös abschätzen zu können. Denn es gibt stark und schwach strahlende Handys (SAR-Wert) und es gibt eine Leistungsregelung, die während jedem Telefonat situationsbezogen ständig die Sendeleistung herauf- oder herunterfährt. Die individuelle "Belastung" eines Menschen mit körpernah erzeugten Funkwellen ist eine derzeit völlig unberechenbare Größe, die frühestens mit der Cosmos-Studie berechenbar wird.

Trotz alledem den Pandemie-Teufel an die Wand zu malen ist typisch für eine Szene, der es schon lange nicht mehr um eine zwar kritische jedoch ausgewogene und seriöse Risikoabschätzung geht, sondern die ihren Mehrwert nur noch in medienwirksam in Szene gesetztem Alarmschlagen sieht. Allerdings wurden die Scheiben der Feuermelder inzwischen schon so oft voreilig zertrümmert, dass die Alarme von Mobilfunkgegnern den engagierten Kern der kleinen Szene selbst begeistern (hier zum Beispiel den Präsidenen von Gigaherz), draußen aber, im wirklichen Leben, nimmt niemand mehr Notiz davon.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Lungenkrebs, Alternativmedizin, Krebsrisiko


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