Mastbruch: Bürgerinitiative entgeht Gewinn (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 27.06.2011, 10:44 (vor 3165 Tagen) @ Doris

http://www.westfalen-blatt.de/einzelansicht/mehr-strahlenbelastung-aber-noch-kein-risiko/fb423baebaf8d9c5856fa9035294721f/?tx_ttnews[backPid]=613

Dort steht:

"Bei der Auswertung der Fragebögen stellte der Mediziner fest, dass Symptome wie Schläfrigkeit, Atembeschwerden oder Hitzegefühl, die mit Mobilfunkstrahlung in Zusammenhang gebracht werden, in Mastbruch innerhalb eines Jahres vermehrt aufgetreten sind. Diese subjektiven Angaben werden jedoch durch die Bluttests nicht bestätigt: Bei den Freien Radikalen gab es eine Abnahme um zehn Prozent."

Womit zum wiederholten male das Prinzip "Blind" bestätigt wurde, demzufolge schon das Wissen um die Inbetriebnahme eines Sendemasten den Leuten subjektive Beschwerden bereitet. Nun wissen dies also auch die Mastbrucher, die eigentlich erleichtert aufseufzen könnten, dass sie trotz Mast und trotz irgendwelcher Mikrowatt noch immer gesundes rotes Blut haben, kein blaues und kein schwarzes. Auf dem Zeitungsfoto sieht Frau Zajonz jedoch mMn eher enttäuscht als erleichtert aus, ein Phänomen das mit entgangenem "Bürgerinitiativen-Gewinn" erklärbar ist. Auch der Tenor der Verlautbarungen strahlt eher eine verhohlene Enttäuschung aus, dass die Ergebnisse frei von dramatischen Veränderungen im Blutbild sind. Wieso jetzt Prof. Mosgöller überhaupt noch eine Großstudie ins Gespräch bringt erschließt sich mir nicht. Die läuft doch längst, in Deutschland seit 1993 mit inzwischen rund 70'000 Sendemasten und schätzungsweise 10 Mio. Teilnehmern (Anwohner der Masten). Ein sonst gerne zitiertes Buch trägt dazu den Untertitel "Freilandversuch am Menschen" - gefunden wurde auch hierbei jedoch nichts. Wozu also noch eine Million für noch eine Studie verbuttern, deren Ergebnis heute schon fest steht? Aus meiner Sicht ist dies nur wieder ein Versuch, die Zweifel an der Harmlosigkeit schwacher Funkfelder noch ein paar Jahre am Leben zu halten und daraus Kapital zu schlagen.

Dass die (vergleichbare) Rimbach-Studie von Klaus Buchner und Horst Eger in Mastbruch anscheinend nicht als Kronzeuge hingestellt wurde, überrascht mich. Für die Autoren muss es eine Enttäuschung sein.

Kurios: Wenn ich den Bericht im Westfalen-Blatt mit dem Bericht auf der Website der Bürgerinitiative Mastbruch vergleiche, dann habe ich den Eindruck, dass die BI über eine ganz andere Studie berichtet. Selbst die IARC wird noch (fälschlich) als Belastungszeuge gegen Sendemasten bemüht, dies zeigt, wie krampfhaft diese BI sich an "ihr" Projekt klammert. Im ersten Moment dachte ich der unvollständigen Datumsangabe wegen, die BI sei noch im Jahr 2010 festgefahren, nur über Umwege wird dann deutlich, dass auch sie im Jahr 2011 angekommen ist. Die stark unterschiedliche Wahrnehmung BI ./. Zeitung muss ebenfalls etwas mit dem entgangenen Gewinn zu tun haben, mit dem die BI jetzt zu kämpfen hat.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Mastbruch, freie Radikale


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