Mastbruch-Projekt: wie Adlkofer es noch 2018 dramatisiert (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 31.08.2018, 22:41 (vor 1147 Tagen) @ helmut

In zwölf Häusern und auf einem Spielplatz in Mastbruch hat der Diplom-Physiker Dr. Hartmut Voigt die elektromagnetische Strahlung gemessen. Nach seiner Erkenntnis ist sie nach Inbetriebnahme des Mobilfunkmastes (D- und E-Netze, kein UMTS) um etwa das Achtfache gestiegen. (von 51,5 auf 390,3 Mikrowatt pro Quadratmeter).

Ach, das ist ja interessant, Prof. Adlkofer nennt auf seiner Website (Pandora) für die Messung vor Inbetriebnahme des neuen Sendemasten (2010) einen erheblich niedrigeren Wert, nach der Inbetriebnahme (2011) hingegen in etwa den gleichen Wert:

Zunahme der Strahlenbelastung zwischen März 2010 und März 2011 (Dr. Voigt)
Vor der Aktivierung des Mastes im März 2010 lagen die Mittelwerte in den Wohnungen ohne Innenquellen (WLAN, DECT) bei 2,7 µW/m2. Im März 2011 waren sie mit 384,0 µW/m2 etwas mehr als 100-mal so hoch [genau genommen 142-mal so hoch; Anm. "Spatenpauli" :no:].

Was stimmt denn nun? Ich behaupte: beides. Denn "helmut" nennt aller Voraussicht nach die realen Werte inklusive der Innenquellen W-Lan und DECT, Adlkofer, an einer möglichst dramatischen Zunahme der "Strahlenbelastung" interessiert, nennt dagegen künstlich von den Innenquellen bereinigte Immissionswerte. Spielte er ein ehrliches Spiel, Adlkofer hätte auch die Werte inklusive Innenquellen nennen müssen. Die Zunahme der Immission allein durch den Sendemasten ist von nur zweitrangigem Interesse, denn die Innenquellen sind real vorhanden und dürfen für einen fairen Vergleich nicht einfach unterschlagen werden. Hier merkt man Adlkofers Erfahrung aus rd. 25 Jahren Arbeit im Dienst der Tabakindustrie.

Und noch zwei nette Details: a) Wie <hier> zu lesen ist, gab es bereits 2011 Irritationen wegen eines Medienberichts mit unerwünschten Messwerten und b) wurde das Projekt im Juni 2011 vorzeitig beendet, obwohl für März 2012 noch eine dritte Untersuchung öffentlich angekündigt war. Bei Adlkofer erfährt man davon nichts.

Ohne das Posting von "helmut" wäre Adlkofers Trick heute nicht mehr zu erkennen gewesen, denn die alten Medienberichte sind im Netz nicht mehr auffindbar und die Website Gegenwelle (Bürgerinitiative bzw. Firma, die das Mastbruch-Projekt initiiert hat) schreibt zwar viel Blabla über das Projekt, doch auch nur einen einzigen Messwert nennt sie nicht. Seit Verkündung der banalen Ergebnisse des Mastbruch-Projekts 2011 wird diese Website nicht mehr gepflegt.

Für den Betreiber der Site Gegenwelle war das Verfehlen der erhofften Ergebnisse so enttäuschend, dass er in seinem vorletzten Eintrag deren Präsentation für den 21. Juni 2011 zwar noch ankündigte, über die Ergebnisse selbst dann aber kein Wort mehr verlor. Auch Adlkofers Text auf der Pandora-Seite ist die Enttäuschung über das unspektakuläre Ende des Mastbruch-Projekts anzumerken, obwohl er sich dort sichtlich abmüht, die Bedeutung des ursprünglich breitbeinig und mit Pressetamtam angekündigten Projekts nachträglich klein zu reden.

Wie drittklassige Presse damals eingewickelt wurde ist heute noch auf NRhZ-Online zu sehen. Autor des Artikels dort ist Gerrit Krause. Dass dieser ein altgedienter überzeugter Mobilfunkgegner und Funktionär des Anti-Mobilfunk-Vereins Diagnose-Funk ist, hätte die NRhZ ihren Lesern mMn aus hygienischen Gründen sagen müssen, damit den Lesern die richtige Einordnung des Artikels leichter fällt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Diagnose-Funk, Blendwerk, Adlkofer, Trick, Mastbruch, Krause, Stiftung Pandora


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