Richter liest zuviele Esoterik-Blättchen (Allgemein)

Kuddel, Samstag, 15.01.2011, 18:13 (vor 4341 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Samstag, 15.01.2011, 19:03

Der ehemalige Richter führt eine Meldung über Nokia als Beweis dafür an, wie stark die Belastung ist: Das Unternehmen erwäge, den Elektrosmog zum Wiederaufladen des Handys zu nutzen. Als das Publikum dies hört, geht ein Raunen durch den Saal. [Anm. spatenpauli: *seufz*]

Der Richter hat offenbar einen Hang zu gewissen Esoterik-Magazinen a la "PM".
Das führt dazu, daß er sein Publikum mit solchen Ammenmärchen beeindruckt.
Fakt ist, daß in 99,9% der Fälle der von Mobilfunkmasten ins Haus eindringende "Elektrosmog" nicht einmal ausreichen dürfte, um bei einem Mobiltelefon die Selbstentladung des Akkus aufzuhalten.

Wenn ein Gerätehersteller solcherlei erwägt, dann höchstens im Zusammenhang mit induktiven Ladegeräten, welche einen leistungstarken Sender beinhalten und ausreichend "Elektrosmog" erzeugen, damit das Telefon damit aufgeladen werden kann, wenn es in unmittelbarer Nähe (einige cm) zu diesem "Sender" liegt.

Selbst mit geringen Schulphysikkentnissen kann man sich ausrechnen, daß die Energie von Mobilfunkmasten nicht zum Laden von Handy-Akkus ausreicht.

Beispiel
Ein Akku hat eine Kapazität von ca 3 Wattstunden und kann ein Handy damit ca 300 Stunden im "standby" versorgen (ohne daß telefoniert wird).
Daraus folgt, die Standby Leistungsaufnahme liegt bei 0,01 Watt (10 Milliwatt).

Ein Wohnung befinde sich nahe an einem Sendemasten und es dringe die relativ hohe Leistungsflußdichte von 0,01W/m² ins Haus ein.
Das Mobiltelefon hat eine aktive Antennenfläche von maximal 0,003m²
Daraus folgt, das Mobiltelefon kann dem Funkfeld maximal 30uW Leistung entnehmen.
Nun besteht aber das Problem, daß die hochfrequente Energie erst in eine Gleichspannung umgewandelt (gleichgerichtet) werden muß. Der Wirkungsgrad solcher Gleichrichter ist bei Frequenzen um 1GHz aber extrem schlecht, so daß nur geschätzte 3% der Leistung als Nutzleistung zur Verfügung stehen.
Summa Summarum kann das Mobiltelefon also mit maximal 1uW Leistung (0,000001Watt) aus dem Elektrosmog der Basisstation "geladen" werden. Die Selbstentladung eines 3Wh LiIo Akkus beträgt aber bereits etwa 0,0001W, also ca 100-mal mehr, als "Elektrosmog- Ladestrom" zur Verfügung steht.

Noch schlechter sieht die Bilanz aus, wenn weniger als 10mW/m² ins Haus eindringen...

Tags:
Richter, Amateur, Esoterik-Magazin, Schund


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