Strahlenminimierung (Allgemein)

Doris @, Samstag, 02.08.2008, 00:22 (vor 4196 Tagen) @ balu2003

Meine Erfahrung sagt mir das es bei Mobilfunkplanungen um Strahlenminimierung und nicht um "Wohlfühlstandorte" geht.

Was bedeutet bei Mobilfunkplanungen Strahlenminimierung?

Wie definieren Sie Strahlenminimierung?

Werden bei Mobilfunkplanungen wirklich Strahlen minimiert oder sollen die Belastungen durch geplante Mobilfunkbasisstationen in den Häusern so gering wie möglich gehalten werden?

Wie hoch ist wohl der prozentuale Anteil der Gebäude, die im Innern tatsächlich ungünstig durch einen Sender beeinträchtigt wären? Und wie hoch ist dagegen der prozentuale Anteil der Menschen, die durch einen anderen Standort mehr Belastung durch Handytelefonate haben?

Kann ein Mobilfunkkonzept nur von denjenigen für wichtig erachtet werden, die der Dauerbelastung durch schwache Felder deutlich mehr Gewicht beimessen als der kürzeren aber sehr hohen Belastung beim Handytelefonieren?

Noch sind evtl. Auswirkungen von schwächeren aber dauernd wirkenden Felder zwar noch nicht hinsichtlich Langzeitwirkung erforscht, aber Hinweise liegen für Handyintensitäten vor. Zwei Faktoren fallen auf. Neben den Langzeittelefonierern sollen es die Vieltelefonierer sein und auch die jüngsten Ergebnisse aus Israel sehen eine höhere Tumorzahl bei Handytelefonierer, die in ländlichen Gegenden ein schlechteres Netz haben. Dies sahen auch zwei weitere Länder (Italien und Schweden) so.
Nun hat sich seit den von Ihnen eingestellten Vorgängen im Jahre 2003 die Dauer der Telefonate weiterhin deutlich erhöht, die Zahl der Nutzer ebenso massiv. Die Zahl derjenigen, die Festnetz abschaffen und mit dem Handy telefonieren steigt. Diese Menschen telefonieren unter ungünstigeren Bedingungen, da sie ja sehr oft im Hausinnern telefonieren und sind noch mehr als andere auf ein gutes Netz angewiesen.

Kann man unter Anbetracht dieser Entwicklung und der sich evtl. abzeichnenden Erkenntnisse es tatsächlich noch vertreten, dass Sender weit raus gestellt werden? Oder kann dies nur von den Kritikern für gut befunden werden, die Handytelefonate als eigenverantwortliches Risiko (selber schuld) sehen?

Derartige Standortplanungen können ja vermutlich vorwiegend nur für den ländlichen Bereich erstellt werden. Im ländlichen Bereich sei die Belastung deutlich geringer als in Städten (erst kürzlich zu lesen in einer Schlafstudie im DMF-Programm). Wie kann es dann vertreten werden, dass nur Menschen im ländlichen Bereich vor etwas beschützt werden müssen, was Menschen in den Städten in weitaus größerem Maße aushalten müssen.

Ist der Prozentsatz der "Beschützten" nicht verschwindend gering, in einer Zeit, in der die meisten Haushalte über DECt und WLAN verfügen und die evtl. ankommende Belastung durch einen Sender in den meisten Haushalten in keiner Relation stehen wird. Ist das nicht so, wie wenn ein Asthmakranker eine teure Kur bewilligt bekommt und Raucher ist?

Ist so ein Mobilfunkkonzept letztendlich nicht nur auf Druck bestimmter BIs entstanden, bei denen vielleicht tatsächlich etliche keine eigene Funktechnik benutzen und bei denen dann tatsächlich evtl. Strahlung durch geplante Sender stark reduziert werden können, obwohl ja vermutlich nicht alle Mitglieder einer solchen BI rund um den Sender wohnen werden.

Vor wieviel µW Dauerbestrahlung muss Ihrer Meinung nach die Bevölkerung geschützt werden und in welcher Relation steht die zu den Werten, die die Bevölkerung sich selber zufügt.

Ist da wirklich ein teures Mobilfunkkonzept, das eine trügerische Sicherheit bietet und den meisten Haushalten kaum eine nennenswerte Entlastung neben DECT und WLAN bietet, aber dafür eine höhere Belastung der mobiltelefonierenden Bevölkerung, wirklich mit gutem Gewissen zu vertreten. Und es ist übrigens nicht wichtig, bei welch minimalem Wert noch telefoniert werden kann, sondern wann ein Handytelefonat mit wenig Strahlung am Ohr geführt werden kann.

Ich habe in einem alten Beitrag von Ihnen (auf den KlaKla verlinkt hat) gelesen, dass Sie die damalige Aussage von Helmut zu eigener Funktechnik als typisches Argument der Gegenseite sehen. An der Zahl der DECT-Nutzer hat sich nichts geändert, im Gegenteil. Ich möchte klarstellen, dass ich diese exzessive Handynutzung und allgemeine Funknutzung ganz sicherlich nicht für gut befinde und ich dem steigenden Elektrosmog skeptisch gegenüberstehe. Aber man muss doch bei Forderungen mal schauen, wie sieht es eigentlich draußen in der Welt aus.


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