Wie die Bundesnetzagentur um Klicks betrogen wird (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 25.05.2016, 22:40 (vor 1944 Tagen) @ H. Lamarr

Warum ich das bringe? Damit Sie beim Stöbern auf Anti-Mobilfunk-Websites ein Gespür dafür entwickeln, wenn Ihnen nicht gekennzeichnete Schleichwerbung untergeschoben wird.

Hier zur Abwechslung mal ein anderer Trick, mit dem man "Freunden" etwas Gutes tun kann, und der Gelackmeierte in die Wüste geschickt wird. Der Trick ist simpel, jeder kann ihn anwenden, es geht wirklich kinderleicht: Links blinken und dann scharf rechts abbiegen. Im Klartext: Man macht Leser zuerst neugierig, z.B. mit der unerhörten Verheißung "Frau Dr. Waldmann-Selsam nackt", setzt dann aber einen Link, der ganz woanders hinführt, nämlich zu dem "Freund", dem man ein paar Klicks schenken möchte, damit dessen Website für Suchmaschinen etwas wichtiger wird.

Zwei waschechte Beispiele aus dem Alltag der Anti-Mobilfunk-Szene zeigen, wie's gemacht wird.

Dass auch Pfarrer nicht allem widerstehen können, zeigt die erste Kostprobe, die ein evangelischer Pfarrer in seinem Pfarrbrief vom 18. April 2016 zum Besten gab:

Eine von der Bundesnetzagentur veröffentlichte Karte mit sämtlichen Sendestationen in ganz Deutschland findet man hier: www.diagnose-funk.de

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Die arme Bundesnetzagentur hat es nun wirklich nicht verdient, mit Diagnose-Funk in Verbindung gebracht zu werden. Warum der Pfarrer so verkorkst falsch zugunsten von Diagnose-Funk verlinkt weiß – wenn nicht er – der Himmel.

Schon fast unheimlich ist es, dass am 5. Mai 2016 die Bundesnetzagentur noch einmal auf fast identische Weise um den richtigen Link geprellt wird. Diesmal trickst kein Pfarrer, sondern eine gewisse Regina Vossenkaul. Auf den ersten Blick könnte man glauben, sie sei Journalistin im Dienst der »Rhön- u. Saalepost«, doch das ist ein Irrtum, unter deren Ansprechpartnern taucht sie nicht auf. Irgendwie hat es Frau Vossenkaul aber doch geschafft, in diesem Blatt einen Artikel unterzubringen. Und darin behauptet sie:

Auf der Seite der Bundesnetzagentur kann man alle Standorte von Mobilfunkmasten anschauen. Informationen und Links unter www.umweltinstitut.org

Auch dies ist vollendeter Stuss. Was soll man dazu nur sagen?!

Vielleicht das: Der richtige Link zur Bundesnetzagentur lautet http://emf3.bundesnetzagentur.de/karte/Default.aspx

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Umweltinstitut München, Diagnose-Funk, Manipulation, Klickzahlen, BNetzA, Fehlermeldung


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