Wellen des Wahns: Kostprobe (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 24.05.2015, 16:49 (vor 1639 Tagen) @ Trebron

http://www.brandeins.de/archiv/2003/werte/wellen-des-wahns/

Kostprobe aus diesem treffenden Artikel:

Wo auch immer die Ingenieure und Öffentlichkeitsarbeiter der Telefongesellschaften eine Bürgerversammlung besuchen, ist schon jemand von der Bürgerwelle da - oder ein Vertreter einer ihr nahe stehenden Initiative. Die Organisation, gegründet und geleitet von dem Tirschenreuther Heilpraktiker Siegfried Zwerenz, ist unumstrittener Marktführer der Anti-Mobil-Bewegung. Und die ist nicht klein: 1300 Bürgerinitiativen gegen Mobilfunk, ist auf der Website zu lesen, würden von der Bürgerwelle in Deutschland "betreut", zusätzlich "viele in Österreich, Schweiz, Italien und Luxemburg". Ausgerechnet von den als technophil geltenden Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg aus rollt die Welle der Funkangst nordwärts durch die Republik. Wo der Szene-Guru Zwerenz und seine Mitstreiter auftauchen, machen seine Anhänger Putz: Sie klagen vor Gericht gegen Betriebsgenehmigungen. Sie bearbeiten Gemeinderäte, damit diese Baugenehmigungen für neue Sendemasten verweigern. Geschäftsinhaber, die ihr Dach an Netzbetreiber vermieten wollen, müssen mit einem Kaufboykott rechnen. Hausbesitzern wird vor Augen gerührt, dass ihr Heim durch eine neue Funkantenne dramatisch an Wert verlieren könnte. Ahnungslose Lokalredakteure drucken gruselige Geschichten von Mobilfunk-Opfern ab. Die Protestformen, sagt Stephan von Voithenberg, Redakteur des Handyhändler-Branchenblatts "Telecom-Handel", nehmen "hysterische Züge an". An der Verunsicherung der Menschen seien freilich die Mobilfunkkonzerne selbst nicht ganz unschuldig, hätten sie doch "in der Vergangenheit durch eine schlechte Öffentlichkeitsarbeit die bereits vorhandenen Ängste regelrecht angeheizt".

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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