Gaëlle Coureau: Tumorrisiko in der Stadt höher als aufm Land (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 12.04.2015, 21:24 (vor 1708 Tagen) @ charles

Na ja, in der Stadt gibt es viel mehr direkte Passanten mit ein Handy oder Smartphone, also der *Wolke* von Elektrosmog ist in der Stadt dicker.

Stimmt und stimmt auch wieder nicht. Menschen (Passanten) sind leidlich gute Funkfeldabsorber, je mehr Passanten da sind, desto stärker wird ein Funkfeld bei der Ausbreitung geschwächt. Wissenschaftler haben diesen Effekt mal konkret berechnet und sind zu dem Ergebnis gekommen: Wegen der Absorption kommt es auch in einem voll besetzten Eisenbahnwaggon oder Flugzeug nicht zu einer Grenzwertüberschreitung. Den Löwenanteil der Absorption übernimmt immer derjenige, der sich ein Handy ans Ohr hält, schlimmer noch, wenn er es "verkehrt herum" in der Hosentasche trägt (Rückseite dem Körper zugewandt) und mit Headset telefoniert.

Der Krebsatlas für Bayern (2010) stützt die These von Mme. Coureau übrigens nicht. München ist auf der unten abgebildeten Karte der Tumoren des Gehirns und des zentralen Nervensystem (C70-C72) absolut unauffällig, obwohl wir hier über 6000 Mobilfunk-Antennen im Stadtgebiet haben.

Sie fragen sich, wo zum Teufel in der Karte München ist? Es ist links dort, wo in Oberbayern die 60 steht. Die Zahlen nennt die 2010 gemeldeten Neuerkrankungen. Da München ein Ballungsraum mit rd. 1,3 Mio. Einwohnern ist, ist die absolute Anzahl dort natürlich höher als z.B. im eher menschenleeren bayerischen Wald. Das Tumorregister München meldet für 2010 bei den Männern nicht 60, sondern 69 Fälle von Hirntumoren. Woher diese Abweichung zum Bayerischen Krebsregister kommt ist nicht ersichtlich, am Sachverhalt ändert sich dadurch nichts.

Krebsinzidenz Hirntumoren
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Aber ob dies ein Link zur Tumorrisiko hat ist schleierhaft.

Ich würde sogar sagen: ist unwahrscheinlich. In Städten gibt es ungleich mehr plausiblere Krebsauslöser (potentielle und gesicherte) als auf dem Land, z.B. Feinstaub, Ozon, Abgase, Stress, Radon ... Allerdings scheint die Auswirkung aufs Krebsgeschehen nicht gravierend zu sein, wie die folgende Karte für alle Krebse (nicht nur Hirntumoren) in Bayern zeigt. Einen auffälligen Unterschied Stadt vs. Land kann ich auch dort jedenfalls nicht erkennen. Eher den Trend, dass es in Nordbayern mehr Krebs gibt als in Südbayern. Aber ob dies daran liegt, dass Nordbayern näher an Holland liegt als Südbayern, ist schleierhaft ;-).

Krebsinzidenz alle Tumoren
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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Handy, Hirntumor, Smartphone


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